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Ausgezeichnetes Design – Mark Adams im Interview

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Am Sonntag, 27. April, ist World Graphic Design Day. Von sportlich-eleganter Fahrzeuggestaltung versteht Mark Adams etwas. Er verantwortet die preisgekrönte Opel-Formensprache aus skulpturalem Design und deutscher Ingenieurskunst. Im Interview erklärt der Opel-Designchef und Vice President Design GM Europe seine Philosophie und welche Hinweise der Monza Concept auf das zukünftige Markendesign gibt.

Opel-Designchef Mark Adams mit dem Monza ConceptMark, es heißt, gutes Design muss seiner Zeit voraus sein, damit es den Leuten auch noch in einigen Jahren gefällt. Was bedeutet das für Ihre Arbeit?
Ja, das stimmt. Und ich denke, unter unseren Autos finden sich gute Beispiele dafür, wie der aktuelle Opel Corsa. Als wir ihn auf den Markt brachten, hob er sich mit seinem frischen Auftritt gegen die Konkurrenz ab. Und diese Optik ist auch heute, nach mehreren Jahren, noch unverbraucht. Damit das gelingt, braucht es ein starkes Design-Statement, das über das hinausgeht, was die Kunden erwarten. Das hat auch schon beim Calibra oder dem Corsa B funktioniert. Und aktuell verkörpert das der Insignia: Er sieht heute noch so gut aus wie zu seinem Marktstart.

Was war Ihr erstes Projekt als Sie 2002 ins Unternehmen kamen?
Das Insignia Concept Car. Die Arbeit daran begann, als ich gerade zwei Monate hier war. Es sollte auf der IAA 2003 vorgestellt werden. Ich wollte mit ihm etwas schaffen, das skulpturaler, emotionaler ist, zugleich aber die technische Qualität transportiert, die in unserer Marke liegt. Mit dem Insignia Concept haben wir damals den Samen gesät für das, was unsere neue Designphilosophie wurde. Das Motto dazu – „skulpturales Design trifft deutsche Ingenieurskunst“ – fiel mir 2005 ein. Ich sprach mit meinem Team und sagte: ,Wisst ihr was? Das ist es, so nennen wir es!’

Damit hatte die Opel-Designsprache ihren Namen…
Nicht die Designsprache, sondern die Designphilosophie. Das ist ein Unterschied. Viele Wettbewerber hatten damals eigene Designsprachen. Aber die waren vergänglich. Wir hingegen wollten Konsistenz schaffen. Eine Designphilosophie, wie ich sie verstehe, ist etwas Langfristiges, Beständiges. Sie kann hundert Jahre aktuell sein. Das wollte ich meinem Team veranschaulichen. Also griff ich mir einzelne Modelle aus der Opel-Geschichte heraus. Ich fragte meine Leute: Skulpturales Design trifft deutsche Ingenieurskunst – hätte man den Opel GT der 60er Jahre so betiteln können? Die Antwort war: Ja, das hätte gepasst. Also haben wir das weiterverfolgt. Der Insignia wurde unser erstes Serienauto der Gegenwart, das diese Werte in sich trug. Aber man kann sich auch noch Autos im Jahr 2060 vorstellen, die dieser Philosophie entsprechen und doch in die Zeit passen.
Das Gute ist: Unsere Philosophie beschränkt uns nicht, sondern lässt uns viele kreative Freiheiten. Sie ist ein Rahmen, in dem wir arbeiten können, der aber nicht restriktiv ist. Unser Kundenspektrum ist sehr breit, deshalb brauchen wir unterschiedliche Autos mit jeweils eigenständiger Persönlichkeit. Dieser Rahmen versetzt uns in die Lage, solche Autos zu designen. Wir haben diese Philosophie in jedem neuen Fahrzeug seit dem Insignia fortgeführt. Heute steht unsere gesamte Modellpalette dafür: Ob Astra, Meriva oder Zafira Tourer, alle tragen das in sich. Auch die Autos, die das Portfolio erweitert haben – Ampera, Mokka, ADAM, Cascada. Der ADAM zum Beispiel ist klar erkennbar ein Opel, aber hat dabei eine völlig andere Persönlichkeit als der Insignia.

Und das wollen Sie auch in zukünftigen Fahrzeuggenerationen fortführen?
Genau. Jetzt folgt unsere nächste Stufe: Im Monza Concept erkennt man das Opel-Design 2.0. In ihm kündigt sich an, was das Design unserer Serienfahrzeuge der nächsten acht bis zehn Jahre ausmachen wird. Er greift einige vertraute Merkmale auf und interpretiert sie frisch, führt sie auf die heutige Zeit bezogen aus.

Wie wollen Sie es anstellen, den Charakter einer Studie mit Flügeltüren auf ein Serienfahrzeug mit fünf Sitzplätzen und geräumigem Kofferraum zu übertragen?
Der Monza ist zwar eine Vision, aber doch nicht zu weit von der Gegenwart entfernt. Das ist wichtig, damit das für alle greifbar bleibt. Deshalb denken wir in Zyklen von acht bis zehn Jahren. Im nächsten Zyklus werden wir beim Opel-Design 3.0 sein. Das wird wieder um neue Trends, neue Technologien erweitert sein – ohne dass unsere Philosophie dabei an Konsistenz verliert. Wenn man Insignia Concept und Monza Concept vergleicht, kann man diese Verbindung, diesen DNA-Link sehen.

Wofür steht der Monza Concept außerdem?
Er ist inspirierend und visionär, steht für herausragende Effizienz und Konnektivität. Ich bin sicher, LED-Projektionstechnologie und Mensch-Maschine-Schnittstellen werden in einigen Jahren perfekt sein. Wo der Fahrer heute über Touchscreens kommuniziert, wird bald die Spracherkennung dominieren. Das ist nebenbei ein erheblicher Beitrag zur Sicherheit, weil die Hände beim Fahren frei bleiben. Und Opel will auf diesem Feld führend sein – bereits mit der nächsten Generation unserer Autos. Wir fokussieren uns auf die Vereinfachung der Bedienung. Schon die neue Mittelkonsole des Insignia ist ein Schritt in diese Richtung. Das Infotainment-System des ADAM ist aktuell schon sehr gut; auch unsere Highspeed-Mobilfunkverbindung OnStar zeigt, in welche Richtung es geht. Konnektivität ist ein sehr wichtiges Feld für uns. Ganz allgemein wird das Interieur an Bedeutung gewinnen. Okay, das Außendesign ist das, was die anderen wahrnehmen. Aber man selbst verbringt doch 99 Prozent der Zeit im Inneren des Autos. Der neue Corsa wird das beste Interieur der Kleinwagenklasse haben, was Material, Gestaltung und Formen angeht, aber auch in Sachen Infotainment.

Bietet Opel durch sein Design einen Mehrwert gegenüber seinen Wettbewerbern?
Ja, unsere Designphilosophie spielt auch bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle. Da sind immer Kopf und Herz beteiligt. Wir versuchen, beides zu kombinieren. Die skulpturale Formgebung spricht das Herz an, ist die emotionale Seite. Auf der anderen Seite haben wir die deutsche Ingenieurskunst, in der positive Werte stecken: Technologie, Präzision, Struktur, Qualität. Wer unsere Autos anschaut, spürt auf Anhieb die emotionale Komponente: ,Wow, tolles Design!’ Die starke technologische Substanz erschließt sich dann auf den zweiten Blick. Hier liegt unser Alleinstellungsmerkmal. Wir wollen die emotionale deutsche Marke sein! Wir wollen die Leute auf dieser Ebene ansprechen. Ja, wir liefern deutsche Substanz, aber sexyer, dynamischer und skulptural. Das ist unsere Position. Und die wollen wir ausbauen.

Kommentare (40)

  1. Das Concept des Insignias fand ich schon damals beeindruckend. Ich finde, die DNA der Designphilosophie ist wirklich in den Concepten bis hin zum Serien Insignia sehr gut sichtbar. Wenn die Kernwerte der deutschen Ingenieurskunst um Leichtbau, Präzision in Verarbeitung und Design des Interieurs vertieft werden, wird Opel sich noch stärker als deutsche Marke authentisch profilieren. Den Deutsch oder Made in Germany heißt für die meisten Menschen Premium in der qualitativen Anmutung aller Bereiche ohne Kompromisse. Diesen Vergleich zieht der Kunde wenn er Opel mit BMW& Co. vergleicht.

  2. Pingback: CORSA-FACELIFT (a la AdAM!)! Seite 73 : Http://www.motor-talk.de/news/hier-testet-opel-teile-des-neuen...

  3. Pingback: CORSA-FACELIFT (a la AdAM!)! Seite 74 : Nein Flex-didi der wird komplett neu kommen...glaub mir doch, ...

  4. PS: Schön das hier endlich ein paar offiz. Worte zur „Corsa-Auffrischung“ kommen ! Da draußen zeigt man sich ja sonst nur getarnt und überhektisch…;o)

  5. Grundsätzlich fällt mir auf, dass bei Opel in letzter Zeit sehr viel geredet wird, aber es dauert immer ewig bis das Model/Feature oder Motor dann endlich da ist! Mir wäre echt Recht wenn ich jetzt mal was zu sehen bekomme… Ist eig Opel der einzige Hersteller bei dem ein Motor schon 2 Jahre vor der Einführung präsentiert wird? Der BiTurbo ist ja auch so ein Fall! Bis der Motor endlich da war, war die Konkurrenz ja ohne BiTurbo fast schon so weit… BMW hat ja glaub ich schon ~190 PS im 2.0 d mit Single Turbo. VAG (184PS) fährt dem Astra um die Ohren. Ich kann das alles leider nicht verstehen. 1.6 Edith -> ein Lichtblick. Der 1.6 CDTI konnte ich nicht testen, gibts ja nicht im Astra 5 türer. Die Motoren im Corsa mMn eine Katastrophe! Alleine der 1.3 CDTI ist unbeschreiblich (zumindest mit 90PS). Matrix LED Licht -> kein Serienstart in Sicht. Xenon-Weiterentwicklung nicht vorhanden. In diesem Sinne würde ich mir wünschen, dass jetzt endlich einmal was beim Kunden ankommt!

  6. Ich muß Astrone absolut recht geben es wird zur Zeit viel geredet und bisher passiert wenig. Ich hoffe das sich das bald ändert. Denn wo bleibt der neue Antara, wann kommen die 1,6l Diesel in den Mokka, wann kommt für den Insignia ein stärkerer BiTurbo Diesel, wo bleibt die 8Gang Automatik oder das LED Matrixlicht, wo bleibt der 2l Turbo für den Cascada??!!

    • Da muß ich mich meinen beiden Vorrednern leider anschließen – ich wollte dieses mal, nur der Höflichkeit halber, anderen den Vor-TRITT lassen !

      Es kann doch nicht sein, dass man hier fast zum 2. „Ankündigungsweltmeister“ (nach Audi) wird. Es doch (presse-) gefühlt eine Ewigkeit dauert, dass man mind. Anschluß hält, quasi neues herbeigesehnt wird.
      Siehe AdAM-Start, sofort hieß es von allen (!!!), was für „Alteisen“ an Motoren verbaut sind. Da mußte der Infotainment-/bunte Austattungsmix kräftig davon ablenken. Das kann doch nicht sein !(?)
      Und bis effektiv ein Kunde hier was neues unter der Haube/in der Garage hat – sind 2 Jahre rum (Händlerstart vom AdAM war September 2012 !).

      Zu einer emotionale Marke gehört dann aber auch tatsächlich mal was quer der Vernunft !
      Da langt allein die Abkehr von Caravan zu weniger nutzwertigen SportsTourern nicht (geschweige solcher aufgesetzten Bezeichnungen) !
      Und ein einziges (Astra) Cabrio, tituliert als Cascada, ist auch zu wenig Auswahl (an Leermasse sicherlich nicht ;o)
      Ja sicherlich polarsiert/emotionalisiert man bereits mit Modellen (deren Namen: AdAM, Mokka,…).
      Aber „Brot+Mutter“, Corsa+Astra, sind doch konzentriert anzugehen. Die Erwartungshaltungen sind hier immens…!
      Der Astra-K lässt zumindest in seiner erhaschten Silouhette wohl eine gewisse Konstantz erwarten (im ggs zum wilden Mix der zuvor). Gut.
      Der Corsa-„D2″/-E im Oktober, nun ja, aus der Not (nach 2010) wohl das Beste jetzt herausgeholt (?). Bleibt mit Spannung abzuwarten.
      Und bei aller, beachtenswerten Ingenieurs-Kompetenz (!!!), es bleibt letztlich das Marketing. Wie immer >;-)…..was sie daraus reißen.

  7. Über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten…

    Mir gefällt der Insignia überhaupt nicht. Ich mag nicht diese schon ab der B-Säule abfallende Dachlinie, die Dachline insgesamt als Kreissegment. Ich will im Innenraum eines PKW ein gleichmäßig hohes Dach. Und die nach hinten immer schlitzartig werdenden Fenster kann schon überhaupt nicht leiden; darunter leiden allerdings nicht nur die Autos von Opel.

    Den Corsa Dreitürer mit seinem Dreiecksfenster für die Rückbank finde ich sogar ausgesprochen häßlich. Da war das hintere Seitenfenster des Brezel-Käfers noch eleganter.

    Aber wie gesagt, über Geschmack läßt sich streiten. Nur gilt auch beim Auto die Regel: der Köder muß dem Fisch schmecken, und nicht dem Angler.

    • Beim Corsa hast du doch wenigstens 2 deutlich unterscheidbare Modelle ab B-Säule (im ggs zum 4-/5-T Insignia !). Andere (z.B. Polo, Golf,…) sind kaum unterscheidbar. Und der 5-T-Vorgänger des Corsa waren nie so toll wie der jetzige !
      Gewiss, beim Insignia haben sie es übertrieben (dazu sein Spektrum Vectra/Omega, keine Ahnung was alles abdecken sollte).
      Wenn gerade mal der eigene Designer die Kopffreiheit (hinten) im Video lobt, da selbst kaum Durchschnittsgröße erreicht…;o).

      • Didi spricht hier eine wichtige Tugend an, die Herr Adams wohl ignoriert: das Platzangebot.
        Man vergleiche nur mal Vectra C und Insignia: Hier wurden Rückschritte gemacht.
        Selbiges trifft auf den Astra zu.
        Wer größer als 185cm ist und nur etwas kräftig gebau ist entscheidet sich für ein anderes Auto.
        Denn was nützt einem die tolle Technik und Effizienz und Vernetztheit und das skulpturale Design und und und, wenn man nicht reinpasst???
        Man beachte außerdem: Die Vorgänger waren leichter, außen kompakter, und das Einparken war einfacher.

        • Zu Gute halten: Vorn sitze ich mit 1.98 richtig gut, die unnötig/unverständlich kurzen Sitzschienen der Vorgänger sind passé.
          Beim „aufgefrischten“ Corsa im Herbst weiß ich nicht, ob dieses Detail veränderbar ist ?!

        • Ich bin 187cm und passe wunderbar in Astra und Insignia. Beim Vergleich Vectra C gegen Insignia, gibt es keine Rückschritte die nicht verschmerzbar sind(außer beim Kombi der Kofferraum, der ist echt klein), denn der Vectra C ist vom Design her mit dem Fiat Multipla vergleichbar, nämlich ein absolute Katastrophe(zum Kotzen)!!!

          • Geht mir mit 197cm ähnlich… ich finde in allen Opel hervorragend Platz. Zuletzt habe ich mal ein einem neuen Ford Focus Platz genommen und der war vergleichsweise katastrophal vom Platzangebot, d.h. eng eng eng und diese überdimensionale Mittelkonsole.

            Ach ja und ich fahre aktuell den Corsa D 3-Türer und hinter mir findet trotzdem immer noch wer Platz. 😉

          • Naja, als kurze Kompromiss-Fahrt, ansonsten könnte man dem Fahrer (bei der heutigen 1,x-Pers.-Besetzung im Alltag) diese par Alibi-cm an vermeintlicher Beinfreiheit für hinten auch noch gönnen.
            Bei MINI und anderen ist das möglich, wenn keiner hinter einem sitzt – vollste Ausnutzung der Längsverstellung zu Gunsten des Fahrers !

  8. Habe auch die Ankündigung vom Interieur des Corsa gelesen. Mich würde dabei interessieren, ob es sich dabei nur um die direkte Konkurrenz handelt, von der gesprochen wurde oder auch die „Premium“ Konkurrenz ala A1. Wenn der Insignia in der Materialwahl und Gestaltung besser -vermutlich- hochwertiger sich anfühlen soll, ist das schon eine riesige Herausforderung.

    Ich bin auch auf den Astra, vorallem auf das Interieur (Materialwahl, Gestaltung, Verarbeitung im Detail) gespannt.

    Bezüglich Ankündigungen und Realisierung:
    Vielleicht wäre es interessant, kleine interessante Informationen „Scheibchenweise“ zu liefern, um die Zielgruppe auf einem bestimmten Aufmerksamkeitslevel zu halten und Überraschungen und Kracher kurz vor er Veröffentlichung zu präsentieren, damit der plötzlich hohe Überraschungseffekt (Emotionen) eignefangen werden können. Denn wird man überrascht, möchte man ja sich sofort näher mit dem Thema/Produkt beschäftigen. So besitzt man den Vorteil der vollen Aufmerksamkeit der Zielgruppe.

    Apple tat dies in abgewandelter Form ähnlich. Kaum Details, hier oder da kleine Spekulationen (ob bewusst oder unbewusst gestreut- allerdings besitzt Apple von naturaus ein hohes Aufmerksamkeitspotential in der Branche) und Zack kommt der große Wurf bzw. die Überraschung. Alle sprechen davon und werden direkt oder kurze Zeit danach mit den Produkten oder Neuerungen „belohnt“, während das Auditorium noch emotional vom „Haben/Besitzen wollen“-Gefühl und dem Hype des neuen Produktes gepackt ist. Da schaut der Wettbewerb nur ratlos und hat kaum Mittel zur „Gegenwehr“. Dieser emotionale Bann wirkt bei der Zielgruppe nach und führt viele von Ihnen direkt zum Store.

    Klingt zwar hier und dort etwas bewusst überspitzt, sagt aber etwas über die Mitnahme eines Hypes aus, der von der Ankündigung der Neuerung schnellstmöglich zur Kasse des Anbieters führt.

  9. Genial wäre folgender Ablauf:

    Opel präsentiert ein Monza Concept 2 /Roadster Concept: Die Presse ist begeistert, die Social Media Gemeinde usw. auch. Alle haben noch strahlende Augen wegen des schicken Concept Cars und plötzlich am letzten Tag der Messe, wenn die meisten Medien wie gewohnt (Routine) bereits über alle Anbieter berichtet haben, schaltet Opel sich pötzlich ein. Lädt die wichtigsten Vertreter der Presse usw. zu einer Sonderankündigung ein. Alle warten gespannt vor dem Podium, und plötzlich stellt KTN die Serienversion des Monza Coupés/oder einen Roadster (MX5-Gegner) vor mit sofortiger Bestellmöglichkeit. So durchbricht Opel die gewohnte Rountine der Berichterstattung (antizyklisch)bund gewinnt die volle Aufmerksamkeit der Medien und der potentiellen Interessenten. Die Bestellungen dürften, vorausgesetzt das Modell schlägt absolut begeisternd ein, auf Grund des Hypes in die Höhe schnellen.

    • Hat nur ein Problem. Ein Concept baust du in wenigen Wochen/Monaten extern (z.B. Oberitalien) auf. Eingeweihter Personenkreis überschaubar. Soweit so gut.

      Die Serienversion und gar sofortige Bestellmöglichkeit – ist etwas ganz anderes !

  10. Das Problem bei Opel sind derzeit noch die Altlasten aus den vergangenen Jahren, nicht zuletzt finanziell. Das macht den Turnaround so schwierig. Inzwischen weiß man bei Opel wieder, was die Kunden wollen, aber die entsprechenden Neuheiten lassen sich nicht in so schnell auf den Markt bringen, wie sich das u.a. einige Vorredner wünschen.
    Wobei ich finde, das Neuheiten-Tempo ist bei Opel beachtlich ! Da sieht man es auch mal nach, dass der „neue“ Meriva vom Januar diesen Jahres früher als „Modellpflege“ bezeichnet worden wäre. 😉
    Mit der Scheibchen-Taktik an Informationen über geplante Produktneuheiten will man einerseits potentielle Kunden für sich interessieren, andererseits kann man mit Blick auf die Konkurrenz auch nicht zuviel verraten bzw. aktuelle Modelle „schlecht machen“.
    Siehe zum Beispiel die offizielle Zurückhaltung beim Thema neuer Corsa. Oder ein anderes Beispiel: die „Alteisen“-Motoren im Mokka oder Adam. Opel wäre schlecht beraten gewesen, mit diesen neuen Modellen zu warten, bis auch neue Motoren produktionsreif sind. Und im Übrigen bringen solche Veränderungen eine Modellreihe immer wieder ins Gespräch. Wenn ich heutzutage ein technisches Gerät kaufe, gibt es in einem halben Jahr schon wieder eine bessere Version. In der Automobilbranche sind da gottseidank die Zeitspannen doch noch etwas länger :).

    • Zu giovanni „Siehe zum Beispiel die offizielle Zurückhaltung beim Thema neuer Corsa“. Ja diese Zurückhaltung finde ich exzellent! Der Vorgänger wurde so schnell wie möglich, nahezu eins zu eins vom Hyundai i20 kopiert(der hätte eigentlich als Produktpiraterie verboten werden sollen!)!!! Also möglichst lange geheim halten und mit Mules herumfahren 🙂

      • Da fällt mir so ein schönes Zitat aus Fast and Furious Tokyo Drift ein: „Du repräsentierst mich jetzt… ich lasse meine Leute doch nicht in einem Hyundai rumgurken“. 😉

      • Naja, bei aller optischen Angleichung und vermeintlichem Ideenklau. Da wäre unter dem Blech wichtigeres, als ein erhaschter/freigelegter Erlkönig für andere Unternehmen preis gibt (!). Geschweige der Jahre an Entwicklungszeit…und was allerlei von den selben Zulieferern beziehen.

        Ansonsten hat man ja einen renommierten ex-AUDI/VW-Designer, womögl. aber auch zur Krise ein paar Opel-Ing. im Zulauf gehabt. Ist ja nur ein kurzer Fußweg und angrenzender Stadtteil…;o)

        PS: Die Abdrift von guten Opel-Leuten zu div. Autobauern nach Norden + Süden trägt sicherlich noch ganz andere Stilblüten, als so ein profaner i20 !…;o)

        • Das ist ja die Frechheit schlechthin, dass Deutschland es zulässt das diese sch… Koreaner ein paar hundert Meter vom Opel Stammwerk(das seit 1862(!) besteht und deutsche Ingenieurskunst wiederspiegelt!!!) eine Europazentrale eröffnen dürfen!!!!!!!!!! Das hätte unter allen umständen verhindert werden sollen!!! P.S.: Bei VW hätte man das nicht zugelassen, eben wieder einmal typisch, alle gegen Opel

          • Der Unterschied ist: Während man bei Opel zu einer solchen Entwicklung eine eher sportliche Einstellung zeigt (A la „Konkurrenz belebt das Geschäft“), hätte der VW-Konzern eher versucht einer solchen Entwicklung auf „politischem Wege“ einen Riegel vorzuschieben.
            Suzuki zum Beispiel, kann auch ein Liedchen darüber singen wie der VW-Konzern so tickt.

          • Was ist das denn für ein Geschwätz? Glaubst Du, Rüsselsheim würde freiwillig auf steuerzahlende Industrie verzichten, nachdem Opel ja wohl schon seit Jahren keine mehr zahlt?

  11. @giovanni Opel muss ein ordentliches Tempo vorlegen denn schau dir die Zulassungszahlen mal an. Adam, Mokka und erstaunlicherweise auch der Corsa laufen wirklich gut, der Insignia kömmt auch wieder in Fahrt dank Facelift beim Meriva werden wir sehen aber dem wird der Mokka wohl in die quere kommen. Der Astra dümpelt in der Zulassungsstatistik irgendwo in der Top 20 rum und das ist wirklich grausam zu sehen da der Astra das wichtigste Modell von Opel war/ist, der Zafira Tourer läuft ebenfalls eher schlecht als recht wird nur durch die Zulassungszahlen des Zafira B (Family) schön gerechnet und vom Antara reden wir gar nicht erst denn dieser kann froh sein wenn seine Verkaufszahlen überhaupt noch dreistellig sind!!

    • Beim Antara weiß man nicht wirklich was da kommt (vom zukünftigen Buick Anthem/Chevroelt Equinox ein Ableger ?!), geschweige zeitnah…
      Am Besten auch ein neuer Name (!)

      Beim Agila-C (/Spark-B) kommt es wohl langsam in Fahrt+Gestalt, hoffentlich nicht allzu sehr von Chevi in der Anmutung gedrückt…

      SUV/Cross-Look-Nachfolger für Meriva + Zafira, puh, das will mit PSA erstmal „ausgefochten“ sein. Allzu frühzeitig wird da nix nachfolgen können.
      (Meriva, 2010 + 6 J =>…./ ZT, 2012 + 6 J =>….)

      Den Astra-K werden sie sicherlich forcieren !
      Das Schauspiel kann man sich nicht viel länger anschauen. Ob man auch Mut hatte und aussprach woran es lag !? …es ausmerzte ?!

  12. Die Studie fand ich auch sehr beeindruckend. Meiner Meinung nach baut Opel echt Klasse Concept Cars, leider muss man immer wieder die Umsetzung bemängeln, da so einiges nicht mehr nach einen Concept Car aussieht.
    ZB. GTC Concept oder Rak e… Genau dies sollte Opel in ihrer Reihe aufnehmen um wirklich Erfolg zu haben.

  13. http://opelpost.com/?p=3593 Hier sind noch interessante Zusatzinformationen enthalten zu Insignia und Co. Zum anderen finde ich die Position interessant. Der Premiumwettbewerb wird eher außenvor beachtet. VW eher als deutscher Hauptkonkurrent. Ich finde, dass wenn Personen Made in Germany egal aus welcher Branche hören, verbirgt sich immer der Premium- und Benchmarkansatz dahinter. Beste Materialien, Verarbeitung und Technologie. Vorallem im Vergleich mit der nicht deutschen Konkurrenz.

  14. Ich kann das viele Genörgel hier nicht so ganz nachvollziehen. Was Opel derzeit leisten muss, dürfte wohl als größter Kraftakt der Unternehmensgeschichte gelten. Alles schreit nach Alleinstellungsmerkmalen, Qualität und Benchmarks und das am besten gestern. Auch wenn das keiner so recht zugeben mag – die Beeinflussung durch die Motormedien scheint hier zumindest unterbewusst gegeben. Ich finde das z.T. recht absurd und sehr deutsch… Beispiel Ampera: Im Blog wird er teils schon verrissen. Bin zurzeit in Holland unterwegs – hier reiht sich beispielsweise ein Ampera an den anderen, v.a. in den Ballungszentren (nicht zuletzt auch aufgrund der deutlich weiter entwickelten Elektroinfrastruktur). Spricht man die Leute beim Ein- oder Aussteigen auf den Wagen an, sind sie alle restlos begeistert.

    • Naja, dortiger Schreiber labert auch im Halb-/Unwissen eine Menge Müll !
      Von wegen Radstands-Änderung, da kommen evtl. ein paar cm an Außenlänge hinzu, weil man Front/Heck eine Neugestaltung angedeiht.
      Und neue Türen/Bleche haben die „Hockey-Schläger“-Falte eingeprägt.
      Aber die Rohkarosse, incl. Dach, die ist weiterhin die gleiche wie zuvor.
      Deswegen „…erinnert speziell in der Seitenlinie an seinen Vorgänger..“ ..;o)

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