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Backstage Classic

Kadett A Caravan – Totgesagte leben länger (2)

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Das Projekt Kadett A Caravan 1000 ist ein schönes Beispiel für die Herangehensweise, die Philosophie und das Selbstverständnis von Opel Classic. Um den Urvater aller Opel-Kompaktkombis war es eigentlich schon geschehen (wir berichteten). Als wir aber den Fall konkret vor Augen hatten, verschwendete niemand mehr einen Gedanken an die fällige Verschrottung. Vielmehr wurden sämtliche Rettungs-Möglichkeiten durchdacht; alle personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen aktiviert. Am Ende hatten wir einen Plan und ein tragfähiges Konzept.

Fabian Nebe bei der Restaurierung des Opel Kadett A Caravan Ünsal Keser und Fabian Nebe – der Karosseriespengler aus der Opel Service-Werkstatt und der ehemalige Prototypenbauer im ITEZ – stehen stellvertretend für die vielen Erfolgsgaranten dieses Projekts. Die durchgerostete Bodengruppe und die maroden Seitenplanken waren auf dem freien Ersatzteilemarkt nicht zu vertretbaren Preisen erhältlich. Nachbauen schien ohne die natürlich längst entsorgten Pressformen und -Werkzeuge ein Ding der Unmöglichkeit. Neue Werkzeuge anfertigen? Viel zu teuer. Woher also nehmen, wenn nicht stehlen?

Ünsal Keser  bei der Restaurierung des Opel Kadett A Caravan Gut, einen Mann wie Ünsal Keser in seinen Reihen zu haben, der noch weiß, wie’s geht. Quasi aus der hohlen Hand, mit viel Gefühl, Geschick und handwerklicher Präzision zauberte der geborene Anatolier nach dem Vorbild der 63er-Maßskizzen Komponente um Komponente – alle für sich genommen und vor allem im Zusammenspiel mit den sorgfältig aufbereiteten Nachbarteilen eine Augenweide. Mehr dazu im nächsten Classic-Beitrag.

Kommentare (10)

  1. Der Kadett A Caravan war eines jener Autos, die den Mittelstand im wahrsten Sinne des Wortes bewegt haben. Robust, praktisch, bezahlbar und schön anzusehen. Den Wagen zu retten ist ebenfalls eine richtig gute Entscheidung, und zu solchen Könnern wie Herrn Keser (und anderen) kann man Sie einfach nur beglückwünschen.

  2. Wir hatten damals einen Kadett B Caravan, 1.0 50? PS, 2-türig + Heckklappe.
    Da gab es auch noch FH-…als Kennzeichen auf der anderen Main-Seite.
    (Steht weder für Führer’s Hund, Hand oder Fritze Hitl…., s. „Schtonk“..;o)

    In rot mit den „tollen“ Plastiksitzen, abwaschbar bis 90 Grad/praktisch für Mutti.
    Für uns im Sommer, große Urlaubsfahrt, nur übelst in Erinnerung, sau heiß + schwitzig.
    Am Ausstellfenster hechelte man mit der Zunge…
    Und der Motor an jeder Bordsteinkante 😉

    • Jau, das waren noch Zeiten! Als Autofahren noch fast ein Abenteuer war…..
      Meine Güte, und heute nörgeln wir über fehlende Software-Updates….
      Stimmt mich schon etwas nachdenklich.
      Wie sich die Zeiten ändern…

  3. Guter Mann, der Herr Keser! Wünschte, er würde sich meiner Kadetten auch mal annehmen :). Eigentlich unglaublich, dass Opel so ein seltenes Auto in die Presse schieben wollte.

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