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Cascada Entwickler-Tagebuch Test

Half Lap Ride – Cascada fit für die Staaten

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Half Lap Ride: Cascada-Testfahrt in den USAAb und zu gibt es für uns Entwickler ein Wiedersehen mit Modellen, die schon länger auf dem Markt sind. Jüngstes Beispiel: Cascada. Den Kollegen von Buick gefiel unser Cruiser-Cabrio ja schon von Anfang an. Aber erst die Arbeit, dann das Oben-Ohne-Vergnügen. 😉 So war es unsere Aufgabe, den Cascada vor dem US-Verkaufsstart in Verbindung mit dem MGE (Midsize Gasoline Engine) und der Sechsstufen-Automatik auf die dort vorherrschenden Gegebenheiten anzupassen.

Half Lap Ride: Cascada-Testfahrt in den USAZum Abschluss dieser Arbeiten winkte der so genannte „Half Lap Ride“. Bei dieser Verifizierungsfahrt überprüfen wir unter Kundenbedingungen die Diagnose und Fahrbarkeit des EMS (Engine Management System) in möglichst vielen Umgebungsbedingungen. Bei jedem Stopp werden die Motor- und Getriebesteuergeräte ausgelesen, Daten kontrolliert und gegebenenfalls mit Hilfe der ITEZ-Kollegen „zuhause“ nachjustiert – ganz ähnlich also wie beim „4-Corner-Test“.

Half Lap Ride: Cascada-Testfahrt in den USAWieso dann nicht einfach in Europa testen? mag sich mancher fragen. Nun, in den USA ist halt alles ein wenig größer, heißer und höher. Nur wenn wir dort unterwegs sind, können wir die einwandfrei passende Systemfunktion sicherstellen. So kümmerten wir uns beispielsweise um die Diagnose der Klopfregelung und das Erkennen von Fehlzündungen angesichts des US-Kraftstoffs mit 87 Oktan AON (Average Octane Number). Diese Qualität entspricht in etwa Normalbenzin mit 91 Oktan ROZ (Research Oktanzahl), das in Deutschland ja schon seit einigen Jahren nicht mehr erhältlich ist. Darüber hinaus gibt es in den USA besondere Anforderungen an die Rückführung von Kraftstoffdämpfen („Purge“) und die Erkennung von Lecks im Spritsystem. Ein Beispiel: Wenn der Tankdeckel verkantet wurde, muss die Diagnose das erkennen und die Motorkontrollleuchte aktivieren. Das sind abgasrelevante Vorgaben und seit den jüngsten Ereignissen weiß jeder: Mit der US-Umweltbehörde ist nicht zu spaßen.

Half Lap Ride: Cascada-Testfahrt in den USAUnsere gemeinsam mit den Buick-Kollegen definierte Prüf-Route führte von Denver quer durch die Rocky Mountains mit bis zu 3.800 Höhenmetern über Flagstaff an der Route 66 bis nach Las Vegas. Anschließend ging’s ins Death Valley, wo wir und die Autos bei Temperaturen bis 48°C brüteten. Die Dächer blieben hier entgegen sonstiger Gepflogenheiten zu. Weiter ging es dann via Mammoth Lakes (bis 2.700 Meter über N.N.) und den Yosemite National Park nach San Francisco. Golden Gate erstrahlte anders als bei früheren Besuchen nebelfrei im Sonnenlicht. Und da die Mautautomaten gerade gewartet wurden, kamen wir sogar kostenfrei von Marin County wieder nach San Francisco zurück.

Half Lap Ride: Cascada-Testfahrt in den USA Half Lap Ride: Cascada-Testfahrt in den USA

Half Lap Ride: Cascada-Testfahrt in den USANebel gab’s dann freilich reichlich bei der Weiterfahrt entlang der Pazifikküste bei Monterey. Auch der Abschnitt durch den Großraum L.A. mit zähem Verkehr auf allen sechs Spuren bis zum Endpunkt San Diego hatte wenig von der Postkarten-Idylle des Highway No. 1. Aber die typischen Verkehrssituationen in diesem Land der Gegensätze mussten eben abgefahren werden. Auf stundenlange Passagen durch einsame Landstriche folgt die Verkehrsdichte einer Millionenmetropole, Kletter- und Flachetappen wechseln sich ab, nach knapp 50°C in der Wüste gibt’s 5°C im Gebirge.

Team-Fazit beim letzten gemeinsamen Bier in San Diego: Die Diagnose des Cascada funktioniert auch nach US-Maßstäben „faultlessly“. Der Verkauf startet ab sofort. Den unzähligen „thumbs up“, Schnappschüssen und interessierten Fragen („Is this the new 3 Series Convertible?“) nach zu urteilen, dürfen sich die Buick-Händler auf jede Menge Kunden freuen. Immerhin gab es seit 25 Jahren kein Cabrio dieser Marke mehr …

*Weitere Informationen können dem ‚Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagenʻ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH unentgeltlich erhältlich ist.

Kommentare (26)

  1. Hört sich super an das unser Premium Cabrio sein Glück in den Staaten versucht.

    Hoffentlich gibt es bald ein innenraumluxus Update ala insignia.
    Der Innenraum mit den digitalen Tacho und Touch Bedienung verleiht so ein Cabrio Luxus und Scharm.

    • @ Reinivann
      Also ich glaube da muss ich dich enttäuschen bzgl. dem „Luxusupdate“. Denn wenn das Modell jetzt drüben anläuft wird wohl hier kein umfangreiches Facelift beginnen, müsstest dann für drüben sicherlich auch vieles wieder neu verifizieren … Aber gab auch andere Hersteller bei denen es umgekehrt war, da lief drüben das neue und hier das alte Modell, zu wünschen wäre es dem Cascada aber ich hab da meine Zweifel. Bis 2020 ist aber noch viel Zeit vllt. passiert bis dahin ja doch noch etwas 😉

  2. Am Sonntag abend dann noch solch ein Bericht – vielen Dank. Klingt auch nach einem sehr schönen Roadtrip und ich war recht erstaunt, dass der Verkauf erst jetzt startet – persönlich dachte ich das sei schon längst durch.
    Sehr interessant worauf die Amerikaner so achten bzgl. des Tankdeckels… Aber dann weiterhin V8-Motoren bevorzugen – ein interessantes „Völkchen“ da drüben. Wäre im übrigen schön auch zu hören wie die Produkte sich dort drüben verkaufen, wenn also mal Gelegenheit jemand hierzu Werte hätte würde mich freuen. Ahja und einen Cascada mit einem 3er zu Vergleichen … wie kann man bloß =D

    • Ich weis nicht,
      Ich lese sehr oft das die Amis auf Öko stehen und weniger auf dicke Motoren.
      Ist bestimmt noch eine Minderheit aber die Deutschen haben auch etwas gebraucht um auf den Öko Trip zu kommen.

      Ich bin auf die nächste Überraschung gespannt :), denn alle guten Dinge sind drei 😉

  3. Haha. Die Lombard Street muss man freilich live durchfahren.
    Oder doch schon in dudenhofen nachgebaut (? 😉

    Und kommen auch wieder soviel Warnaufkleber zum Einsatz, „dank“ dortigen Produkthaftungs-Gesetzen ?!
    (Siehe Catera im ggs zum Omega)

  4. „Das sind abgasrelevante Vorgaben und seit den jüngsten Ereignissen weiß jeder: Mit der US-Umweltbehörde ist nicht zu spaßen.“

    Herrlich trockener Kommentar! 🙂

    Als Cruiser für US-Highways kann ich mir den Cascada ganz ausgezeichne vorstellen.

    • Na dann wären wir schon 2, denn der Trip: LA – LV – HooverDam – GC – Yosemite – DV – SF- CA 1 – …., ist mir nicht unbekannt. In einem ’93er Oldsmobile Cutlass…
      Mit aktuellem BUICK um so gediegener.

  5. Mich wundert trotzdem, dass Buick den Cascada mit altem Cockpit übernimmt. Es wäre gerade jetzt eine Möglichkeit gewesen, hier aufs aktuelle umzubauen… Markenidentität?! Bei Buick gibt es mit dem „Mokka“ FL kein Knöpfchencockpit mehr, oder?

  6. Mich wundert ehrlich gesagt, dass es so lange gedauert hat, bis der Cascada da drüben angekommen ist… Impliziert aber, dass ein Innenraumupdate/-upgrade für den Cascada noch in scheinbar weiter Ferne ist…Sehr schade… Jetzt wo alles aufgeräumter erscheint im Innenraum 🙁

    • Stimmt, bei uns bereits seit fast 3 Jahren (im April) im Handel !
      Die maßgeblichen Hebel für eine Erweiterung um den US-Markt/BUICK wollten wohl erst später und nur arg langsam reifen ?!?

      Da hätte man ein pot. Facelift im hiesigen Lebenszyklus auch noch abwarten können.
      Beim AdAM (oder dortige „Eve“) in nächster Generation ist Nordamerika wohl dagegen bereits gesetzt. Ist bei den Kleinen und deren Crash-Tests wohl um so schwieriger.

      Die SSA braucht dort ja auch eine „Idiotensicherung“, um sich nicht in der heimischen Garage in Luftnot zu bringen..

      Mich würde mal interessieren, ob der berüchtigte Small-Overlapp auch von einem Opel erfüllt würden ?
      Womöglich beim (schwereren) Astra-J noch ?
      Dagegen beim (leichteren) Astra-K um so weniger gut ?!

  7. @Arndt Loges: Was mich in diesem Zusammenhang interessieren würde. Wäre es möglich, dass man die Zulassungszahlen des Buick Cascada vom Jahr 2016 oder 2017 im Opel Blog veröffentlichen könnte. Mich würde es immens interessieren, wie sich der Cascada dort verkauft.

  8. Mit der Knöpfchen-Flut habe ich mich nach über 2 1/2 Jahren zwar arrangiert, aber ich kann den Vorrednern nur zustimmen, dass die Premiere mit Buick (und demnächst auch mit Holden) ein Anlass gewesen wäre, das Cockpit des Cascada zu ändern. Überhaupt finde ich, dass Opel mehr Werbung für dieses Auto machen müsste. Es passiert mir immer noch, dass der Cascada anerkennende Blicke und Kommentare erntet; was aber auch daran liegen dürfte, dass er immer noch eine seltene Erscheinung auf unseren Straßen ist. 🙁 Alles in allem zu Unrecht, wie ich finde. Denn im Gegensatz zu tollen Concept Cars wie dem neuen GT kann man diesen schicken Opel schon längst kaufen. Nur kennen ihn die wenigsten Leute, was ich neben den anerkennenden Kommentaren ebenfalls zu hören bekomme.

  9. Eine Cockpit-Überarbeitung, siehe Insignia FL, Corsa-D/E und zuletzt Mokka(-X) ist schon ziemlich aufwendig. Und an den 3 Beispielen vom Umfang sehr unterschiedlich, bzw. mit Kompromissen* wohl verbunden.
    Denn hinter der Oberfläche steckt ja nicht weniger als fast alle Elektronik, Klima, etablierte Zugänge/Stirnwand etc.

    *)tiefes Display beim Corsa-E

    • Naja, das tiefe Display im Corsa hat auch Vorteile.
      1. Es die Sonne blendet weniger, da mehr Armaturenträger drüber ist.
      2. Man kann es vom Ganghebel aus bedienen, was das verwackeln vermindert.
      3. Es stört im Dunkeln weniger, da es von der Hand am Lenkrad verdeckt wird.(Ist mir bei Langstrecken im Dunkeln aufgefallen, weil der Bildschirm für die Nacht doch zu hell ist und komischer Weise nicht verdunkelt werden kann)

      • Verdunkeln geht normalerweise zusammen mit der Tacho Helligkeit, jedoch verzögert und nicht ganz so „stark“. Aber es geht eigentlich immer – oft hat man nur nicht die Geduld zu warten bis das Display sich angepasst hat und stell den Tacho wieder heller 😀

  10. Wenn es denn einen vernünftigen/standesgemäßen Benzin-Motor für den Cascada geben würde, wäre der sicher noch etwas interessanter für Premiumherstellerkunden auf dieses Cabrio umzusatteln. Der 2l Turbo aus dem Astra J oder Insignia wäre da die vernünftige Wahl gewesen anstatt den 1,6l mit nur 200PS (den man die Sporen geben muss um auf die Fahrwerte zu kommen).
    Für die Formspache und Emotionen, die das Cabrio auslöst, muss einfach ein guter Motor verbaut sein.

  11. Eine Frage… Ihr passt die Benzinmotoren an – bietet man aber auch Dieselmotoren in den USA an? Falls ja – was muss da alles geändert werden? Die HFRR-Werte sind in den USA ja deutlich höher, als in der EN 590 vorgeschrieben – was ja negative Auswirkungen auf die Schmierung hat. ASTM-D975 wäre die Norm und 600 wäre der maximalwert, bei uns nur 460…

    Was müsste alles an den Dieselmotoren angepasst werden, damit diese in den USA verkauft werden könnten, ohne das es langfristige Schäden an den Systemen gibt?

  12. Mal ein etwas anderer Bericht. Finde ich gut gemacht. Der Cascada hätte wirklich mehr Werbung verdient. Ich hoffe das Fahrzeug kommt gut in den USA an.
    Wenn jetzt der Mokka ein großes Facelift bekommt, sogar mit neuem Cockpit aber altem Lenkrad und anscheinend der Zafira Tourer ebenfalls, könnte das ja vielleicht beim Cascada auch noch folgen.
    Ich habe neulich wegen der Buick Studie mal deren Website aufgerufen. Da war dann ein Video vom Cascada zu sehen. Der Monitor war doch tatsächlich ein Touchscreen.
    Warum bietet man das den Amerikanern an, und den Europäern nicht. Die Technik ist also vorhanden. Das hätte man schließlich auch im Astra J, GTC, … bringen können.

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