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Design Entwickler-Tagebuch Insignia

Der neue Insignia – Tarnung im Akkord

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Uff – das war zweifellos unser bisher härtester Job. Mein achtköpfiges Team hatte alle Hände voll zu tun, um die wesentlichen Erkennungsmerkmale unseres Flaggschiffs vor allzu neugierigen Blicken zu schützen. In der langen Prototypen-Phase vor den offiziellen Foto-Veröffentlichungen muss die Tarnung wirklich lückenlos funktionieren.

Neuer Opel Insignia: Tarnung im Akkord Neuer Opel Insignia: Tarnung im Akkord

Unser besonderes Augenmerk galt dem zweiten LED-„Wing“ der neuen Matrixlicht-Generation. Tagfahrlicht und Blinker liegen hier recht nahe beieinander. Deshalb mussten wir nach dem Abkleben ordentlich tüfteln, um die Tarnung und die Straßenverkehrsordnung im Hinblick auf die Einzelabnahme in Einklang zu bringen. Und was die Verkehrssicherheit der Testwagen angeht, versteht der TÜV keinen Spaß.

Neuer Opel Insignia: Tarnung im AkkordAuch die hohe Anzahl der Prototypen war eine Herausforderung: Das Camouflage-Set musste auf rund 500 Vorserien-Exemplare angepasst werden – mehr als bei jedem anderen Produktionsanlauf zuvor. Pro Auto kommen gut und gerne 110 Bögen „Cube“ mit je 60 mal 40 Zentimetern Fläche auf die Karosserie. Insgesamt haben wir 33 Kilometer der 3D-Folie verbraucht.

Neuer Opel Insignia: Tarnung im AkkordDarunter haben wir je Testwagen rund ein Dutzend Kunststoff-Komponenten angebracht, in Summe über 2.000 Teile. Damit können wir die Formensprache verschleiern und falsche Fährten legen – was zum Beispiel die charakteristische Insignia-Seitensicke oder den Verlauf der Chromleiste am Heck des neuen Sports Tourer angeht. Dabei kommen gerne auch mal ganz profane Alltagsgegenstände zum Einsatz. In diesem Fall bauten wir zum Beispiel auf Rohrisolierungen aus dem Baumarkt oder Eiswürfelformen.

Neuer Opel Insignia: Tarnung im AkkordAll das in penibler Handarbeit, weshalb so eine Kompletttarnung je Auto schon mal bis zu zwei Arbeitstage dauern kann. Wir haben es aber schließlich mit Erlkönig-Jägern zu tun, die im Zeitalter der Digitalisierung immer ausgebuffter zu Werke gehen. Mittlerweile hat ja jeder zumindest eine hochauflösende Smartphone-Kamera im Anschlag. Von der Profiausrüstung mit extrem lichtstarken Tele-Objektiven ganz zu schweigen. Teilweise werden sogar Drohnen eingesetzt, um die Werks- und Testgelände auszuspähen. In den sozialen Medien machen derartige Schnappschüsse und Videos dann flugs die Runde.

Neuer Opel Insignia: Tarnung im Akkord Neuer Opel Insignia: Tarnung im Akkord

Nach Abschluss dieses kniffeligen Mammut-Projekts geht’s für uns ungebremst weiter. Schließlich befindet sich Opel mitten in der größten Modelloffensive der Unternehmensgeschichte. „7 in 17“ hält uns gehörig auf Trab.

Weitere Informationen über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle, die in Deutschland zum Verkauf angeboten werden, können dem Leitfaden entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH unentgeltlich erhältlich ist.

Kommentare (28)

      • Ok, dann habe ich das wohl völlig falsch verstanden.

        Ein Werksdienstwagen ist es nicht gewesen.
        Ich hatte 2 Monate Stress aufgrund des Eintrags „Erprobungsfahrzeug“. Habe eine Vollabnahme nach §21 gebraucht.
        Ist ein Insignia A mit Zulassung aus Juni 2013.

        • Ein Insignia A aus 2013 kann ja niemals mehr ein Vorserienfahrzeug sein, der Insignia wurde 2008 eingeführt. Oder reden wir von einem Vorserienfahrzeug des Facelift-Modells?

          Hast Du schon das Facelift? Das kam doch glaube ich 2013. Aber warum „Erprobungsfahrzeug“? Hab ich in der Art jetzt noch nie gehört…

          • Ja, ist ein Facelift. Hat mir schon viel Ärger bereitet. Keine COC, keine TSN, Probleme beim Reifen eintragen.
            Überall klappert es, beide Rückleuchten musste ich schon ersetzen (0€ Kulanz), Navi zickt ständig..

          • Warum hast du dir denn keinen regulären als Gebrauchten gekauft? So große Preisersparnis und dann alles per Einzelabnahme? Da stimmt doch was nicht.

    • Ich könnte mir vorstellen, das dies aufgrund des Vorserienmodells einfach der Tacho aus dem Insignia A Vorfacelift ist…

      Weil der sieht ja genauso aus, oder nicht?

      • Auf den Bildern ist der Tacho vom Astra-K zu sehen. Ich könnte mir aber noch vorstellen, dass die Ziffern im Insignia (wie im Mokka X und Crossland) waagerecht ausgerichtet werden.

      • Wenn es der Insignia B-Tacho wäre, dann wäre er getarnt….
        Der hier auf dem Bild zu sehende Tacho ist von einem anderen Modell. Die Instrumenteneinheit wird getarnt, indem man so eine „taucherbrillenähnliche “ Haube aus speziellem Kunststoff darüberstülpt. Dann sind die Instrumente nur für den Fahrer sichtbar, weil er frontal draufschaut. Von der Seite sieht man nix….

        • Es dürfte der Insignia B-Tacho sein, wie er in der Serien-Version verbaut wird. Die offiziellen Pressefotos zeigen ja die Vollfett-Stufe des Cockpits.

          Da diese Fotos ja jetzt nicht mehr geheim sind, muss ja auch der Tacho nicht getarnt sein. Und man sieht ja bei den „Werkstatt“-Fotos auch bereits das ungetarnte Insignia-ST-Heck, was ja zum Zeitpunkt, als die Fotos gemacht wurden, noch streng geheim war.

          Der Tacho ist übrigens nicht der aus dem Insignia A Vor-Facelift, den hab ich jeden Tag vor der Nase. Allein das breite Mitteldisplay sowie die darüber erkennbare Anzeige für den Tag zeigen das deutlich.

  1. Also ich weiss ja nicht wer da sonst noch so bei euch fotografiert, aber alle bekannten Kollegen und Konkurrenten setzen bislang keine Drohnen ein. Jedenfalls nicht in Deutschland.
    Für den Insignia ST hat sich die Tarnerei ja fast gar nicht gelohnt, nachdem er extrem selten draussen unterwegs war und dann auch recht schnell offiziell wurde…
    Aber ansonsten muss ich Opel zur Tarnung gratulieren, das bekommen andere nicht so gut hin. Da war Opel früher mal wesentlich unkreativer. 😉

    • Hey, das dachte ich mir auch. Drohnenbilder sind mir noch nicht bewußt geworden. Die Perspektiven bisher waren doch eher „Tiefflug“ aus anderen Autos/Motorräder/im Stehen/in totaler Ferne mit Tele etc.

      Wobei…(?!)…

      carreviews2016. com/wp-content/uploads/2015/08/Opel-Insignia-2017-Spy-Shots-7.jpg

      Wohl auf dem Werksgelände. Von soweit oben. „Kollegen“ aus dem x’ten Stock+Fenster (?) oder tatsächlich eine Drohne im Überflug…

      Und genau, der ST war nicht lange mit Tarnung, dann beim Fotoshooting erhascht und offiziell. Fertig.

      Findest du ? Bei Mercedes ist zwar lange + viel + weit vorab präsent. Aber dann sind dann kräftige, wüste Plastikpanzer drauf.
      Dagegen derzeit ein Grandland-Erlkönig doch nur diese läppische Folie.
      Wenn nicht wirklich massiv verfälscht mit Beplankung aufgebautes drüber ist, hat nur diese Folie-mit-swirls/cubes/sonstwas doch kaum Wirkung.
      Wenn Licht+Winkel stimmen, zeichnet sich genug ab. Siehe Corsa-F !

      • Die ersten Bilder sind nicht mit einer Drohne entstanden sondern vom Mitarbeiter Parkhaus. Opel kennt die Stelle… 😉
        Die haben sie auch schon teilweise entschärft.

        Ich meine in diesem Fall die Tarnungen vom Astra / Insignia / Crossland X. Die waren wirklich sehr effektiv. Der Grandland ist ja eher eine Peugeot Tarnung.
        Bei Audi und BMW kann man bei passendem Lichteinfall sehr viele Details erkennen. Nur Porsche ist eigentlich perkfekt….ganz unauffällig in schwarz und mit Grafikfolie. Man meint viel zu erkennen, aber was man sieht ist fake. Besser gehts kaum.
        Den Corsa F schaue ich mir bei Zeiten mal genauer an. 😉

        • Ah ok.

          Ja, Schwerpunkt Grandland dort, im Ggs zum Crossland/C3-Picasso-Nachfolger dann hier beim Stammwerk.

          Crossland war mit seiner Mokka-ähnlichen Front denn absehbar + C-Säule verriert sich auch an div. „unbedachten“ Details 😉

          Jepp, Porsche mit den fotorealistischen folien, insbesondere um die Lichtgrafik zu verschleiern. das ist genial, wie beschrieben.

          Denn ansonsten rücken sich Erlkönige zumeist selbst in den Fokus, eben wegen ihrer auffälligen Tarnung.

  2. Gut getarnt der Insignia ST. Ist schon erstaunlich wieviel Arbeit dahintersteckt. Den GS hab ich ja öfters in Erlkönigmontur gesehen. Den ST hab ich dagegen als Erlkönig gar nicht gesehen. Ich denke wenn man in Rüsselsheim wohnt, bekommt man da viel mehr mit. Und jetzt werden sogar Drohnen verwendet. Vielleicht sollte man mehr nachts fahren. Tut man vielleicht ja auch, um das geniale Licht zu testen.

  3. Nochmal zum „Erprobungsfahrzeug“: jeder Wagen, der auf bestimmte Abteilungen von Opel zugelassen wird, bekommt diesen Vermerk in die Papiere.
    Damit sind alle möglichen ABE Abweichungen rechtlich abgedeckt. Es können also zB. andere Reifengrössen, Felgen, Motorleistungen etc. ohne Konsequenzen im normalen Fahrbetrieb erprobt werden.

    • Es ist schon mal gut, daß Insignia GS und der Sportstourer gemeinsam in Genf präsentiert werden. Auf den OPC hoffen sicherlich viele. Bin mal gespannt wie der Unterschied zum Normalmodell ausschaut. Beim A war der Unterschied besonders an der Front meiner Meinung nach, schon ziemlich groß. Dann kommt ja auch noch die höhergelegte Country Variante.
      Auf dem Genfer Autosalon war ich bisher noch nicht gewesen. Ist vielleicht auch mal eine Reise wert.

      • @nomis vielleicht bringt man bei einem möglichen OPC die Lufteinlässe vom Monza concept. War ja beim Insignia OPC auch so der hat die „säbelzähne“ von der GTC Studie bekommen. Ich kann es immer nur wieder betonen optisch ist der Insignia OPC nach wie vor eine der schönsten sportlimosinen auf dem Markt.

        • @ralle: sehr gute Idee mit dem Monza concept. Und mit der Bemerkung zum Insignia OPC, was die Schönheit betrifft hast du selbstverständlich auch recht. Die GTC Studie hatte ich vor geraumer Zeit mal in den Rüsselsheimer Katakomben ansehen können. Sieht immer noch klasse aus. Auch dessen Farbe fand ich sehr ansprechend.

          • @nomis ja das GTC concept würde ja von den Gazetten quasi schon als Calibra Nachfolger betitelt und was die Form angeht hätte ich mir so ein schnörkelloses Coupe wie das GTC concept schon gewünscht leider blieb es ein Traum. Ich hoffe nur das, das GT concept kein Traum bleibt. 😉

  4. Es ist ein Wahnsinn, welche Kosten für die Tarnung aufgewendet werden! Es ist doch am Ende scheißegal, ob jemand das Auto vorher irgendwo abgelichtet und in den Medien verbreitet hat! Wenn es gut aussieht, wie der Insignia II, so kann man sich als Hersteller doch gern das Geld sparen! Ich bin ein kostenbewusster Mensch und kann nicht nachvollziehen, dass man so viel Geld und Zeit für Tarnung eines Autos investiert, was irgendwann sowieso jeder sieht! So verdienen irgendwelche Fotojäger und Designer, die versuchen, diese Fotos zu enttarnen, ebenfalls viel geld für sinnlose Spekulationen. Sorry, aber das ist meine Meinung.

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