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Mobilität Unternehmen

Wird es „unverantwortlich, selbst zu fahren“?

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Auf der von Opel und WIRED veranstalteten Zukunftskonferenz diskutierten Experten die Frage: „Autonomes Fahren – Was ist das Versprechen, die Ethik und Ästhetik dieser völlig neuen Mobilität?“ Mit von der Partie waren Professor Dr. Andreas Herrmann von der Universität St. Gallen, Burkhard Milke, Direktor Elektrische Systeme bei Opel, Dr. Janina Loh, Technikphilosophin von der Universität Wien und Dr. Lena Rittger, Projektleiterin Driver Performance EE Advanced Technology bei Opel.

„OPELxWIRED future.mobility“-KonferenzDr. Lena Rittger berichtete, dass sie in Tests jetzt schon beobachte, wie Autofahrer Vertrauen zum Fahrzeug aufbauen und sich – teilweise zu sehr – auf Assistenzsysteme verlassen. Aktuell forsche Opel an der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Wie lässt sich beispielsweise die Herausforderung lösen, wenn beim autonomen Fahren der Fahrer plötzlich selbst wieder aktiv eingreifen muss? Generell gelte, dass die meisten Fahrer am liebsten einsteigen und direkt losfahren wollen. Sprich: Das Auto sollte intuitiv bedienbar sein. Im Umkehrschluss bedeute dies, die Modelle erst Schritt für Schritt autonomer zu entwickeln und die Fahrer so stufenweise die Kontrolle abgeben zu lassen. Um eine möglichst große heterogene Gruppe mit der neuen Technik zu erreichen, überlegt Opel beispielsweise, mit Fahrschulen zusammenzuarbeiten.

Professor Dr. Herrmann wies darauf hin, dass der Eingriff durch den Menschen meist gefährlicher sei, als dies der Technik zu überlassen. Um die Sicherheit zu erhöhen, solle deshalb in Zukunft besser das Auto lenken und entscheiden.

„OPELxWIRED future.mobility“-KonferenzDer Opel-Fachmann für elektrische Systeme Burkhard Milke trieb den Gedanken auf die Spitze: „Irgendwann wird es unverantwortlich sein, selbst zu fahren.“ Und das nicht zuletzt, weil die Ausfallwahrscheinlichkeit der Systeme in etwa so gering sei wie die Chance, vom Blitz getroffen zu werden. Rational betrachtet, führe menschliches Versagen zu viel mehr Unfällen. Trotzdem brauche es Zeit, Bedenken abzulegen. Dass dies aber geschehen wird, dessen ist sich Milke gewiss. Einen solchen Wandel zeigten Beispiele aus der Vergangenheit, wie die veränderte Einstellung zum Tragen eines Helms beim Skifahren – früher exotisch, heute ganz normal. Der Sicherheitsgedanke habe sich durchgesetzt.

„OPELxWIRED future.mobility“-KonferenzDr. Janina Loh fragte in die Runde, wie viel und wie überhaupt autonome Systeme entscheiden können sollen. Maschinen können nicht mit gesundem Menschenverstand situationsabhängige Entscheidungen treffen. Das habe gewissermaßen der Automobilhersteller über die Programmierung in der Hand – und trage damit eine große Verantwortung. Um dieser gerecht zu werden, müssten sich die verschiedenen Entwicklungsbereiche stets gegenseitig kontrollieren. Milke betonte, dass Opel hierbei Wert auf State of the Art-Engineering lege, um auch neutralen Prüfungen von außen standhalten zu können.

„OPELxWIRED future.mobility“-KonferenzDoch sollte man Bewertungskriterien ins Fahrzeug implementieren und falls ja, wie? Hat im Zweifelsfall das Leben des Passagiers oder des Passanten Vorrang? Ethik und Moralvorstellungen lassen sich nicht wissenschaftlich erschließen; jegliche Berechnungen sind moralisch verwerflich. Professor Dr. Herrmann sieht die pragmatische Lösung: Bei der Entwicklung werde bisher nichts Wertendes programmiert, denn das verstoße gegen das Grundgesetz („Die Würde des Menschen ist unantastbar.“). Bevor das Fahrzeug zum Beispiel mit Fußgängern kollidiere, führt es eine Notbremsung durch oder prallt gegen eine Wand. Autonome Systeme seien hochkomplex und selbstlernend. Milke wies darauf hin, dass Systeme wie ESP und ABS heute schon eingreifen. Aus seiner Sicht ist es daher nicht zielführend, alle Schreckens-Szenarien vorher durchzuspielen. Stattdessen müsse pragmatisch gedacht werden: Bestehe auf bestimmten Straßen eine erhöhte Unfallgefahr, würde das Fahrzeug diese in Zukunft meiden.

Müssen selbstfahrende Autos eine Moral entwickeln?

http://bit.ly/2sn7IuW

Posted by Wired Germany on Tuesday, June 13, 2017

 

„OPELxWIRED future.mobility“-KonferenzDamit verbunden kam die Haftungsfrage auf, falls es doch zum Unfall kommen sollte. Hier meldete sich Rechtsanwalt Wolfgang Schneider aus dem Publikum zu Wort. Es sei noch ein langer Weg, bis alle Fragen geklärt seien. Das westliche Wertesystem lasse rechtlich keine Wertung zu, daher könne man es aus heutiger Sicht nur „dem Zufall überlassen“, wer Schuld bekommt. Aus heutiger Sicht ist nach Schneider bei einem Unfall mit zwei autonomen Fahrzeugen die Schuld nicht zweifelsfrei feststellbar. Am naheliegendsten wäre dann eine 50/50-Zuweisung. Vermutlich müsse darüber hinaus das Wiener Übereinkommen aus den 1960er Jahren überarbeitet werden. Einige Staaten in den USA seien hier schon flexibler, denn dort gebe es weniger Regelungen und Beschränkungen. Das zeige im Übrigen auch, dass die Bestimmungen und Wertevorstellungen je nach Land variierten. Ein spannendes Feld, in dem noch viel Klärungsbedarf seitens Politik, Wirtschaft und Gesellschaft besteht.

Technikphilosophin Janina Loh über entscheidende Autos:

http://bit.ly/2tpUf1K

Posted by Wired Germany on Thursday, June 15, 2017

Weitere Informationen zur Wired Mobility Konferenz und zu den Diskussionen rund um die Zukunft der Mobilität gibt’s auch in der Opel Post.

Kommentare (41)

    • Korrektur, es wird unbezahlbar selbst zu fahren:

      Man wird es sich nicht mehr leisten können, in immer kürzeren Intervallen, aufwendigere Neuanschaffungen auf (umwelt-)politischen Druck zu tätigen.
      Obwohl das vorhandene eine Zulassung hat, bzw. HU inkl.

  1. Wieso ist man beim sog. Individual-Verkehr/Auto so erpicht damit so publik vorzupreschen ?
    Langeweile + unausgelastet zu den übrigen Probleme im Antriebs-/Umweltsektor ?

    Bzw. wäre der ÖPNV mit seinen (teils) schienengebundenen Systeme nicht viel vorrangiger, einfacher und schneller auf autonom umgestellt ?!?

    Oder ist es vielleicht doch etwas unheimlich, so menschen-/“führerlos“ bugsiert zu werden ? 😉

  2. Ganz ehrlich wenn es in Zukunft unverantwortlich sein sollte selber zu fahren braucht man auch keinen Führerschein mehr, Fahrspaß gehört dann wohl auch zur Geschichte? Was diskutieren hier eigentlich irgendwelche Professoren, wer sich durch die Gegend fahren lassen will soll Bahn fahren!!! Ich habe keinen Bock auf autonomes fahren! An solchen Debatten sieht man das es zu viele studierte Leute in unserem Land gibt, die sich mit Dingen befassen die eigentlich gar keiner will.

    • Also auf vollkommenes autonomes Fahren habe ich auch keine Lust. Eher auf ätzenden Strecken und Staufahrten. Ein paar Probleme sehe ich immer noch. Ältere Menschen die eigentlich ihren Schein abgeben müssten, können Gefahr laufen sich zu überschätzen. Muss dann der Mensch eingreifen, kommt es auf die Reaktionsfähigkeit des Menschen an. Ein anderes Problem dürfte sein, dass ein System immer mit optimalem Reifenprofil und Bremsbelägen arbeitet. Hier kann es aber stake Varianzen geben. Ein billiger Chinareifen bspw. braucht einen längeren Bremsweg. Ob ein Auto merkt, dass der Reifen in Verbindung mit dem Untergrund einen anderen Bremsweg einkalkulieren muss?

      • Na das kann die Technik doch bei weitem besser als der Mensch. Eben schon jetzt mittels ABS/ESP im Rahmen der Haftreibung (statt ungewollter Gleitreibung oder unbeholfener „manueller“ Stotterbremse)

  3. @ Ralle und Didi

    da kann ich euch beiden nur beipflichten!!
    Auch wenn ich so die Jugend von heute sehe: Viele 17 und 18jährige haben gar keine Lust den Führerschein zu machen. Die lassen sich lieber kutschieren so können sie auch wie den Test des Tages mit der Nase am Smartphone kleben.
    In meiner Generation Jahrgang 77 hat man mit 15 den Mofaschein gemach bzw. Mit 16 Moped und konnte es kaum abwarten endlich 18 zu werden , damit endlich Autofahren durfte.
    Ebenso nervtötend ist dieses ganze Touchgedöns in den neuen Autos. Für mich persönlich ist das nicht nur optisch sondern vor allem auch was den Bedienkomfort angeht ein absoluter Rückschritt.
    Der Mensch hat einen guten Tastsinn, der hilft mir bei Fummelscreen und Sensorfeldern wenig. Wenn ich das Cockpit vom kommenden Golf und dem neuen A8 sehe wird mir schlecht.
    Ganz schlimm ist das Model 3 von Tesla. Das verleiht dem Begriff Armaturenbrett gleich eine ganz neue Bedeutung.
    Wenn Touchscreens und Touchpads usw. ach so toll sind, warum gibt es diese dann nicht in Flugzeugen?
    Und je mehr automatisch geht und je weniger man selbst tun muss, desto schneller verfällt auxh der Intellekt und das Verantwortungsbewusstsein. Sollte mein autonomes Auto versagen und jemanden tödlich verletzen, was solls? Ich kann ja nix dafür. War doch mein Auto.
    Ich warte bloß noch darauf, dass es demnächst autonome Toiletten gibt, welche mir gleich den Arsch abwischen und mir wieder die Hose hochziehen. Und sollte mal die automatische Spülung versagen, dann bitte ein Touchpad und bitte keine Taste zum spülen. Damit die Optik auch schön reduziert ist. 🙄

    • Ist nicht der nächste Hype nach Berührungssteuerung die Gestensteuerung? Auch wenn ich das noch nicht selbst probiert haben (ich will es auch nicht), wie soll man etwas bedienen, wenn man schneller über Kopfsteinpflastzer oder Schlaglöcher fährt? Das ganze passiert ja entweder mit einem ganz oder teilweise ausgestreckten Arm. Mit einem mechanischem Taster sind die obigen Situationen kein Problem, aber mit den „Alternativen“ umso mehr.

      Beim autonomen Fahren muss man auch bedenken, dass jede Menge Arbeitsplätze wegfallen. Die unzähligen Beamten, die Geschwindigkeits- und Abstandskontrollen durchführen werden überflüssig. Bei den Starenkästen sieht es genauso aus. Die Herstellen dieser Produkte werden obsolet. Die Einnahmen fallen weg. Wie will das Schäuble (ist ja angeblich wie Merkel alternativlos) in 30 Jahren kompensieren?

      • Das Personal u Kosten dazu spart man ja dank Digitalisierung u Vernetzung schon jetzt.
        Oder wo wechselt noch jmd Filmrollen am Starenkasten (?).
        Der städtische Haushalt ist aber tatsächlich allzu gern/oft auf die OWIs regelrecht angewiesen, darauf bauend.
        Da wird man sicherlich „kreativ“ für neues. Siehe Einfahrreglementierungen/Verbote.

        Abgasnormen/Förderungen sind auch immer gegenfinanziert durch das angebl. Umweltschwein der Generation zuvor 😉

        Fehlende/weggetrickste Gewerbesteuer trägt hier auch der „Kleinbürger“ mit x-fach Grundsteuersatz

  4. Ich seh es mal anders: nach wie vor grösste Unfallursache ist das sogenannte „menschliche Versagen“. Wenn hier Technik eingreifen kann, warum nicht. Mit ABS, ESP, Notbremssystemen etc klappt das schon ganz gut. Hier kann (und wird auch) fleissig weiterentwickelt. Der Fahrer bleibt aber aktiv am Lenkrad, Technik verhindert nur mögliche „Dummheiten“.
    Diese Themen haben wir übrigens im Rahmen der Vorausentwicklung schon vor 20 Jahren diskutiert. Die Argumente pro und contra sind die gleichen geblieben. Und werden es wohl noch einige Zeit bleiben.

    • Joh. Insbesondere die rechtlichen / Haftung etc. – Level 5 „geschenkt“ 😉

      Aber wenn ein bestimmter mit „Autopilot“ titelt/ausrüstet – müssen scheinbar die übrigen mind. irgendwie mitzappeln.
      Der neue A8 teaserd sich ja allein in die Garage…(!)

    • @PK gegen Notbremsassistenten, ACC usw. hat ja auch niemand was. Ich persönlich störe mich an der Aussage “ irgendwann wird es unverantwortlich sein ein Auto selber zu fahren“. Ich hoffe das irgendwann erst in 100 Jahren ist! Ich bin jetzt 32 Jahre jung und ich möchte auch noch mit 72 ( sofern ich so alt werde) selbst Auto fahren. Spinnen wir das ganze doch mal weiter. Was passiert dann mit den ganzen Oldtimern? Dürfen die dann noch fahren? Oder nur noch wie Schwertransporte mit Polizei Schutz??!

    • Nur wenn die Technik teilweise immernoch selbst viele Dummheiten macht, frage ich mich, wie hier in 10 Jahren alle autonom fahren wollen.
      Mich nerve zur Zeit sämtliche Notbrems-, Spurhalte-Assistenten mehr, als se nutzen.
      Vlt. aber auch weil ich aktiv und aufmerksam am Steuer sitze.
      Ich sehe diese „Passivierung“ des Autofahrers, der in jeder auch nur anätzlich kritischen Situation geholfen bekommt, sehr kritisch.
      Irgendwann weiß keiner mehr, wie ein Auto zu beherrschen ist im Notfall…
      Konsequenz daraus: Wenn das so weitergeht, gibts nen Oldi oder Youngtimer, anstatt ein neues Auto und ich wette, dass ich nicht der einzige bin..
      Darüber sollten sich die Konzernbosse mal den Kopf zerbrechen.

      • Zitat: „aber auch weil ich aktiv und aufmerksam am Steuer sitze“
        Sorry, aber das behaupten Alle. Auch ich. Genau, wie jeder glaubt, der weltbeste Fahrer zu sein. Trotzdem gibt es jeden Tag Situationen und Unfallberichte, die das Gegenteil beweisen. Hier können die elektronischen Helferlein tatsächlich wirken.
        Der Fahrer braucht deshalb nicht zu verdummen, solange er Lenkrad und Pedale bedienen kann, ist er verantwortlich. Und dabei sollte es die nächste Zeit auch bleiben.
        Was das „unverantwortlich selber Autofahren betrifft“: Das gibt es ja immer schon. Die ganze Pallette von Unfallursachen wie Rasen, dicht auffahren, mit 80 am Kindergarten vorbei ist ja immer schon vorhanden und ist auch durch härtere Strafen nicht zu verhindern. Hier ist neue bzw. bessere Technik gefordert, um Mitmenschen und den (weltbesten) Fahrer selbst zu schützen. Das aber unabhängig vom Autonomen Fahren.

  5. Ich bin überzeugt davon, das das autonome Fahren in ferner Zukunft einmal als der größte Evolutionsschritt des Automobils an sich angesehen werden wird. Die Lenker-freie Zeit wird vielfältig nutzbar und verspricht zusätzlich einen hohen Sicherheits- und Komfortgewinn. Alleine schon aus diesen Gründen ist diese Technik für die meisten Menschen höchst attraktiv und wird sich schnell durchsetzen.
    Was jedoch ebenfalls absehbar ist: Nicht autonomes Fahren wird im Vergleich weitaus teurer werden, mit der Begründung des höheren, menschlich bedingten Unfallrisikos. Einen Oldtimer im öffentlichen Straßenverkehr zu fahren werden sich in Zukunft bei weitem nicht mehr so viele Menschen leisten können.
    Nur eine bescheidene Prognose meinerseits.

  6. Es ist eine Frechheit, dass uns Kunden in Zukunft vorgeschrieben werden soll mi so einer Podiumsdiskussion unsere Selbstbestimmung aufzugeben.
    Lieber Herr Dr. Milke:
    Kümmern Sie sich bitte in erster Linie mal darum wie das gesamte Bordnetz ihrer Modellreihen leichter und effizienter in neue Fahrzeuggenerationen implementiert werden kann, bevor vom vollautonomen Fahren fabuliert wird.
    Die gesamte Fahrzeugelektrik wurde über das letzte Jahrzehnt von Modell zu Modell immer schwerer und komischerweise auch die Steuergeräte wieder größer. Das alles erhöht das Gewicht. Ausserdem juckt es den Endkunden wenig, wie ach so toll manche Stecker designt sind. Wieso wird hier nicht konsequent nach dem „Carry Over“ Prinzip verfahren?

  7. Wahnsinn, was in der Welt aktuell los ist! Wir dürfen irgendwann nichts mehr selbst entscheiden und werden immer mehr ferngesteuert. Ist ja auch sicherer.. Als Fußgänger werden wir zukünftig bestimmt bald alle autonome Segways fahren müssen – natürlich nur mit Helm – das ist alles viel sicherer^^… anfangs hatte ich nur Zweifel und kein Vertrauen in die Technik, mittlerweile eher in die Menschheit der Politik und Wirtschaftsmächte! Sollen wir alle verdummen? Dann gibt es nur noch ein paar intelligente Menschen, die alle Macht an isch reißen und bestimmen und der Rest ist verblödet, weil fremdbestimmt und -gelenkt – wie verblödete Roboter. Hört sich utopisch an? Ich glaube nicht! lasst mal noch 50-100Jahre vergehen. Zum Glück würde ich das dann nicht mehr erleben. Ich werde mir niemals ein autonomes fahrzeug kaufen und wenn ich zu Fuß laufen müsste! Es geht mir gar nicht mehr ums Vetrauen in die Technik, wenn ich solche Podiumsdiskussionen höre, dann verstoßen wir nicht erst gegen Ethik und Selbstbestimmung bei einem Unfall mit einem autonomen Fahrzeug, sondern bei der Entscheidung, selber Fahren und selbst zu entscheiden abzuschaffen bzw. zu verbieten. Es gibt für Nichts und Niemanden die vollkommene Sicherheit. Wann kapiert man es endlich!? Da wo es sinnvoll ist, ja, aber man kann nicht immer alles in Watte packen, um die vollkommene Sicherheit zu erlangen, die es eh nicht geben wird. Terrorismus genauso wenig. Hätte man es verhindern können… hätte hätte Fahrradkette. Wenn sich jmd in die Luft sprengen will im Kaufhaus, dann tut er es auch! Ich möchte das nicht verherrlichen und ich finde es wichtig, dass unsere Spezialeinheiten etc. hier tätig sind und Überwachen – alles gut – ich will nur sagen, wenn jmd willkürlich Menschenleben in Gefahr birngen will, dann wird es funktionieren, auch mit totalitären Sicherheitsgedanken.

    • danke, dem stimme ich zu.
      Ich sehe ebenfalls mit Unbehagen, dass wir zur Erreichung immer höher gesteckter Ziele wie z.B. „Zero Accidents“ zu Maßnahmen greifen, die extreme Einschränkungen bedeuten: –> bald muss jeder Fußgänger Helm mit „Taggehlicht“ tragen. Dabei verlieren wir auch die Masstäbe, denn der Autoverkehr ist nicht (mehr) für die meisten Unfalltoten verantwortlich (wer mag kann nach Haushaltsunfällen und Tote durch multiresistente Keime googeln). Wieso wird nur beim Auto jeden Tag über neuen erforderliche Massnahmen / Einschränkungen berichtet?

      • Top Alltagsbeispiele! Es ist schon sehr komisch wie die Politik gemeinsam mit der Wirtschaft die Prioritäten verschiebt. Es gibt so viel wichtigere Themen, die angegangen werden sollten! Wieso setzt sich die Automobilindustrie nicht stärker für eine bessere und schnellere Instandsetzung des Straßenbaus ein? Oder den Ausbau des Verkehrsnetzes? Das würde auch dazu führen, dass Autos für die Verbraucher wieder attraktiver würden. Viele haben doch keine Lust mehr im Stau zu stehen und auf Rumpelpisten zu fahren. Und auch außerhalb dieser Diskussionen gibt es weitaus wichtigere Themen. Bei Themen, welche die Industrie betreffen, ist die Politik im Verhältnis immer sehr schnell. Bei humanitären, gesundheits, kulturellen, religiösen, familiären oder interkontinentalen Themen, dauert es hingegen ewig bis Entscheidungen getroffen werden.

  8. Der Professor im Bezug auf die Frage “Passagier oder Passant“ : “Aus seiner Sicht ist es daher nicht zielführend, alle Schreckens-Szenarien vorher durchzuspielen.“
    Okay, also spiele ich schön russisch Roulette bevor ich mich in so ein selbstfahrendes Teil begebe? Wenn der nächste betrunkene Depp sich auf die Straße schmeißt könnte es dann passieren, dass mich mein Karren gegen die nächste Wand lenkt, um dieses unschuldige Leben zu retten? Ne, Danke, ich bin am liebsten noch selbst für mein tun verantwortlich.

    Nebenbei, so etwas wie “Selbstfahren wird in der Zukunft unverantwortlich“ von sich zu geben… höchst fragwürdig. Und ehrlich gesagt, ich bin nicht sonderlich erpicht, in solch einer High-Tech Dystopie zu leben, wo jeder anstatt sich umzusehen, sogar im verdammten Auto sein blödes Smartphone in der Hand hat.

  9. Was ein wesentliches Ziel von selbstfahrenden Autos sein dürfte: Die totale Überwachung sämtlicher Fahrten! Womit der nächste Schritt eingeleitet wird, den Menschen zum totalen Konsumenten zu machen.
    Gebe ich z.B. als Ziel den nächsten Supermarkt ein, dann kann man den „Passagier“ schon während der Fahrt schön mit Werbung zumüllen. Er hat ja dann Zeit sich darauf zu konzentrieren!
    Ausserdem wird man das vernetzte Smartphone des „Passagiers“ gleich auslesen und z.B. feststellen, daß dieser vor zwei Wochen einen Urlaub in Spanien gebucht hat. Dann wird er auf dem Display des Fahrzeuges komischerweise Werbung für einen Spanisch-Sprachkurs finden oder für neues Reisegepäck.

    Super, diese moderne Welt! Das wird ganz, ganz toll. Vor Allem für die Industrie….

    • Wie weit man diese Schreckensszenarien spinnen kann, wenn man lang genug darüber nachdenkt!
      Für mich ist die weiterverfolgung dieser Technik, der absolute Horror und wie beschrieben, Stück für Stück der Weg in einen Überwachungsstaat.
      Das bezieht sich nicht (nur) auf Opel, sondern auf diesen gedanklichen Durchfall “Autonomes Fahren“ an sich!

      Ich seh das ganz ähnlich wie oben beschrieben, wieso nicht den öffentlichen Nahverkehr autonomisieren (gibt’s das Wort überhaupt?) Wer am Düsseldorfer Flughafen schonmal die Magnetschwebebahn genommen hat, kennt das ja, so mit ohne Fahrer.

      Aber mein Auto? Und mir dann noch die Wahl nehmen, Danke, aber nein Danke.

  10. Befreiung naht – wieder einmal, denn:
    Irgendwann wird es unverantwortlich sein, selbst zu leben. (Vielleicht ist es das heute schon?) Rational gesehen wäre es weniger fehlerträchtig, wir würden uns durch Roboter ersetzten. Nur ein Mensch der nicht lebt, macht keine Fehler und ist auch kein Kostenfaktor mehr. Zur Zeit werden ja die „Gehirninhalte“ in die digitale Welt kopiert, dann könnten die Humanoiden diesen Planeten endlich vom Fehler Mensch befreien. Das wird dann eine schöne neue Welt auf der menschenfreien Erde.

    Dies ist NICHT meine Meinung, NICHT meine Überzeugung und NICHT mein Wunsch. Aber es ist konsequent zu Ende gedacht.

  11. Ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt. Schon heute haben wir Chiptuning, die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit wird entfernt und weitere Spielereien. Künftig geht da noch mehr: Fahrerprofile bekannter Rennfahrer ? Driftkönig ? „Im Zweifelsfall überlebe ich-Modus“ ? Höchstgeschwingigkeit +10 km/h (dann bin ich immer der Schnellste) ?

  12. Seid ihr eigentlich mit der heutigen Verkehrssituation zufrieden? Jeder, der sich (auch auf Pump) einen PS Protz besorgt hat, kann nach Belieben rasen, drängeln und euch ins Heck knallen. Geht mit Handy in der Hand auch mit LKW oder Kleinwagen.

    Soll das so weitergehen?
    Als sich noch 34PS Käfer und 55PS Rekords auf unseren Strassen tummelten, gab es zwar auch schon Probleme, die Folgen waren jedoch meist harmloser als bei den heutigen Geschwindigkeiten. Härtere Regeln und Strafen greifen offensichtlich nicht, es muss also von aussen eingegriffen werden. Da wird kein Weg vorbeiführen, um die Verkehrsteilnehmer vor sich selbst zu schützen. In der ersten Stufe sicherlich nur die elektronischen Helferlein als Pflicht für Alle, irgendwann später vielleicht auch autonomes Fahren.

    Was eure Bedenken bezüglich Überwachung betrifft: schon heute könnte jeder dank automatischer Nummernschildkontrolle oder Handy Logins geortet werden.

    • Die Mehr-PS bringen ja bei der zunehmenden Verkehrsdichte nix, bzw. an Hand derer beiden Steigerung haben wir ja dennoch weniger Verkehrstote als zu besagten Käfer- und Rekord-Zeiten.
      Die aktive- und passive-Sicherheit hat sich enorm gesteigert.

      Doch unahb. spez. Autos bleibt bspw. der Baum immer noch fatal lethal in seiner ganzen Physik. Da braucht es nicht viel PS.

      Die vermeintliche Datensicherheit, gewiss, die ist längstens obsolet.
      Steht sogar im aktuellen Bordbuch. Aufzeichnungen in div. Steuergeräten zugestimmt 😉

  13. Man hat den Eindruck solche Diskussionen sind nur ein „Erste Welt“ Problem.
    Kein Wunder, dass der Rest der Welt uns Europäer oder speziell uns Deutsche für hochnäsig und arrogant hält.
    Schaut man sich mal den realen Verkehr in Afrika, Südostasien, Mittel, oder Südamerika an, so wird man feststellen, dass viele Menschen froh sind mit ihren Tuk Tuks und alten Pickups ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
    Es ist in meinen Augen abgehoben und despektierlich sich am autonomen Fahren zu ergötzen, wenn anderswo auf der Welt wahre Existenzprobleme herrschen und diese Kunden einfache, bezahlbare Autos wollen, das ihr Hab und Gut einfach von A nach B bringt und nicht noch so einen Firlefanz gebrauchen können.
    Liebe Entscheidungsträger bei Opel/PSA: Bleibt mal auf dem Boden und erledigt eure wichtigen Hausaufgaben.

    • Das sind ja bestimmte, „Advanced (Design,…)“ Abteilungen, die „müssen“ so abgedreht voran denken, tun, provokante These aufstellen etc.

      Die bodenständigen, tüchtigen Ingenieure soll es auch noch geben. Denn irgendwie gibt es alle paar Jahre „neue“ Autos. Die haben immer noch 4 Räder, Lenkrad, Motor,… 😉

      • Diese Abteilungen sind ein wichtiges Potential zur Einsparung. Damit Opel in die Gewinnzone fährt sollte man alle die denken, es sei per se verantwortungslos ein Auto selbst zu fahren, sofort entlassen werden.

    • Ich glaube kaum, dass zeitnah Absatzmärkte für diese Innovationen in den von dir angesprochenen Entwicklungsländern liegen. Auch sehe ich in deinem Beitrag keinen Kontext zum zur Diskussion gestellten Thema. Es gibt aber genügend Möglichkeiten, an den genannten Problemen zu arbeiten. Indem man zum Beispiel vor Ort in den Entwicklungsländern arbeitet (was ich schon getan habe), Geld in die Hand nimmt, spendet…. Einen Blog wie diesen als Plattform für einen ziemlich affektierten Versuch der Darstellung gewisser Schieflagen zu nutzen, halte ich für vergebene Liebesmühe. Wenn es dich also emotional berührt, dass es anderen nicht so gut geht, wie uns, dann gib deinem Empfinden nach und gehe in ein Land, wo du helfen kannst, anstatt uns Deutsche alle über einen Kamm zu scheren und als arrogant und hochnäsig zu bezeichnen. Sehr interessant in Bezug auf das Thema (insebsondere unter Beachtung, dass wir uns im Lutherjahr befinden): Reiner Klingholz & Wolfgang Lutz: Wer überlebt? Bildung entscheidet über die zukunft der Menschheit. Campus Verlag. Wünsche gute Lektüre und Erkenntnis!

  14. Autonomes Fahren finde ich überaus reizvoll. Darüberhinaus finde ich die Idee des rollenden Büros in diesem Kontext sehr attraktiv. Wie ich wohl in 15 Jahren zur Arbeit fahren werde…?

  15. Übrigens war es ein autonom fahrender Frachter, der vor kurzem vor Japan den Tod von sieben Matrosen herbei führte. Die Mannschaft war nämlich so verantwortungslos nicht mehr selbst zu fahren. Das Ding fuhr weiter mit leichter Kurskorrektur. Erst nach einer halben Stunden wendeten die Menschen das Schiff. Weil nämlich NUR Menschen Verantwortung übernehmen können. NUR der Mensch ist fähig einen moralischen Willensakt zu setzen. Roboter handeln stets verantwortungslos.

    • Schiffe fahren seit 50 Jahren autonom. Der gyroskopische Kreiselkompass hat es möglich gemacht. Seit knapp 30 Jahren funktioniert es GPS-gestützt.

  16. Also , solange der PC , Rechner oder „Sonstwas“ sich nicht selber Schützt , zum Beispiel vor Zerstörung, Anrempel, Berühren anderer Fahrzeuge.
    Plus Einhaltung aller Gesetzesvorgaben.
    Plus Personenschutz beim Transport und Ausserhalb des Fahrzeuges.
    Dann habt ihr alle es geschafft das das Auto stehen bleibt.
    Und nur deshalb weil die CO2Werte in die Höhe gehen.
    Weil ihr so viel an mehr Treibstoff verbraucht.
    Oder man ändert die Software. Siehe VW.
    Steigert einfach mal die Reinigungsleistung beim Kat um denn Faktor 10.
    Das Saubere Luft hinten raus kommt.
    Ist genau so eine Utopie oder.

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