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Astra Entwickler-Tagebuch Entwicklung Technik

Bewegte Eltern bei der Geburt

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Bewegender Moment: Gunnar Böhler und ein Teil des Teams beim ersten Probelauf eines Prototypen des 1,4-Liter-Turbobenziners für den neuen Opel AstraDas grüne Licht für die Serienentwicklung des 1.4 Turbo löste im Team Euphorie aus, doch viel Zeit zur Freude blieb nicht, der Erfolgs-und Termindruck wuchs. Die zahlreichen Erkenntnisse unserer Berechnungen sollten unbedingt noch in den Bau der ersten Prototypen mit einfließen, damit die Versuchsingenieure das Triebwerk von Anfang an voll belasten konnten. Unter Missachtung aller Überstundenkonten konnte der Prototypenbau alle Teile gerade noch rechtzeitig liefern – und damit war die erste wichtige Projektphase geschafft. Mit nur zwei Tagen Verzug starteten wir den ersten Prototyp im Beisein des kompletten Entwicklungsteams! Schon ein bewegender Moment, wenn so ein völlig neuer Motor sein erstes Lebenszeichen von sich gibt – unser Baby lebt!

Nun waren wir alle auf die ersten Ergebnisse gespannt. Erfüllt der Motor die hohen Leistungszielwerte? Was macht der Kraftstoffverbrauch? Können wir den Wettbewerb auch in dieser wichtigen Disziplin schlagen? Kann die neue volumenstromgeregelte Ölpumpe wirklich ihre Vorteile ausspielen? Und vor allen Dingen, sind die umgesetzten Versteifungsmaßnahmen auch im harten Dauerlauf ausreichend?

Die Antworten lauteten ja – aber sie waren auch mit Erkenntnissen verbunden, die uns zeigten, wo noch Änderungen nötig waren. Das bedeutete in der Praxis den Umbau von Prototypen, damit alle Entwickler wieder die gleichen Bedingungen hatten. Eine logistische Herausforderung, denn in dieser Phase war die Zahl unserer Motoren bereits auf knapp 100 gewachsen, viele davon schon in Fahrzeugen eingebaut, die für Testfahren überall auf dem Globus unterwegs waren. Aber auf unsere Entwicklungswerkstätten und Lieferanten war Verlass: Unser kleiner Turbo blieb im Plan.