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Entwickler-Tagebuch Entwicklung Meriva Technik Test

Fit wie ein Turnschuh

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Das Fahrverhalten unseres Meriva scheint den Presse-Damen und -Herren zu gefallen. Das entnehme ich den Berichten von der Fahrvorstellung in Travemünde. Dieses positive Echo ruft bei mir die Erinnerung an die ESP-Abstimmungsfahrten hervor.

Gespannt und ungeduldig wie kleine Kinder vor der Bescherung warteten Gunnar Nees, unser ESP-Experte, und ich als Verantwortlicher für das Gesamt-Chassis auf die allerersten Prototypen. Dabei hatten wir kaum Augen für die optischen und funktionalen Reize des neuen Meriva – der cleveren Tarnung und den strengen FlexDoors-Anweisungen sei „Dank“. So baten Gunnar und ich die IV ohne Umwege zum Tanz.

Unser Testspektrum reichte von griffigem Asphalt im schönen trockenen Winter Spaniens bis hin zu null Grip bei eisigen Temperaturen auf zugefrorenen Seen in Schweden. Und was soll ich sagen – das Auto fühlte sich schon bei diesem ersten realen Systemcheck an wie ein perfekt passender Turnschuh: Reinschlüpfen, wohlfühlen, los geht’s.

Meriva-Test in DudenhofenAuch unsere Lieferanten waren bei den gemeinsamen Erprobungen beeindruckt. Stabilität, Balance, Regelgüte, Komfort, Geräuschverhalten und Integration von Zusatz-Features bis hin zu Berganfahrassistent oder Reifendruckverlust-Kontrolle – alles ok. Und: Das System greift bei einem höheren Einstiegsschwellwert sanfter ein. Nachdem wir diese Punkte erfolgreich abhaken konnten, war klar: Das Lastenheft wurde in eine gelungene Grundkonstruktion umgesetzt.

Das Beste kam aber noch: „Stopp! – Es wird kein Handschlag mehr an dem Wagen gemacht“, war der Management-Kommentar nach der Probefahrt am Ende des ersten Prüfzyklus. Auf unsere Nachfrage erklärte der sichtlich erfreute Helmut Ruff: „Wir sind genau dort, wo wir sein wollen und können uns nicht mehr steigern.“

Ich widerspreche meinem Chef nur ungern, aber da ging schon noch ein bisschen was. Wenn die Kunden ähnlich zufrieden sind wie die Presse, hat sich der Aufwand ja auch gelohnt.