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Entwickler-Tagebuch Entwicklung Meriva Technik

Berühren verboten

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Ich war in letzter Zeit viel unterwegs. Deshalb kann ich leider jetzt erst – dafür aber gerne ein bisschen ausführlicher – auf die Frage von „didi“ eingehen.

16-Zoll-Standardrad 18-Zoll-Bicolor Leichtmetallrad Also: Bei der Radgrößen-Auslegung ist für uns, abgeleitet von den Design-Vorgaben, die Achs- und Lenkungs-Geometrie maßgebend. Wenn wir das Package definieren, gehen wir vom „Extremfall“ in Sachen Raddurchmesser und -breite aus – beim Meriva sind das die 18-Zöller bzw. das 16-Zoll-Rad mit Schneekette. In dieser Konstellation gilt auch für ein voll ausgestattetes Fahrzeug bei maximal zulässiger Beladung, ausgereiztem Federweg, größtem Lenkwinkel und höchster Standhöhen- bzw. Bauteiltoleranz (z.B. Federn): Berühren verboten! Die Räder müssen unter allen Umständen freigängig sein.

Bei der Auslegung kleinerer Raddimensionen auf dieser Basis ist nicht etwa der äußere Felgenrand das Kriterium (Einpresstiefe), sondern der Radaufstandspunkt. Dieser muss beim kleineren Rad mit dem großen Referenzrad übereinstimmen. Wer das zu Gunsten einer satten Optik vernachlässigt, mutet dem Kunden ein schlechteres Lenk- und Fahrverhalten sowie Abstriche bei der Dauerhaltbarkeit zu. Das war und ist für uns keine Option.

Meriva-Prototyp mit Wheel Tracker Einer unserer wertvollsten Radfreigängigkeits-„Mitarbeiter“ ist der so genannte Wheel Tracker. Anhand dieser krakenartigen Konstruktion zeichnen wir die Maximalausschläge der Räder mehrdimensional auf. So lassen sich in der PPV-Phase allfällige kritische Bereiche am Rechner identifizieren und mit darauf abgestimmten Bauteil-Auslegungen parieren.

Die Experten um Bereichsleiter Dr. Jens Passek haben bei der Simulations-Analyse ein besonders wachsames Auge auf die Hüllkurve. Durchgehend Lila heißt: alles in Ordnung. Sobald in dieser Fläche unter Belastung eine andere Farbe aufleuchtet, gibt es Handlungsbedarf. Dazu kommen Prüfstandsversuche mit „geschminkten“ Radhäusern. Die Spuren, die der Reifen dabei in der Plastilinschicht hinterlässt, wissen unsere erfahrenen Fährtensucher erstaunlich genau zu deuten.

Meriva-Radhaus mit Plastilin-Auskleidung Simulation Radfreigängigkeit Meriva

Kommentare (6)

  1. Ja super-dank für soviele Details zu diesem Thema !
    “Geschminkte Radhäuser”, hehe, sozusagen rollende Douglas-Bude, “Come-in-and-find-out”…
    PS: Was macht das Rollator-Verladen..?..;o)

  2. Man muß schon sagen es ist wahnsinn was alles zur Fahrzeugentwicklung gehört und an was alles gedacht werden muß. Ich möchte mich mal auf diesem wege bei den ganzen Blog Teams (egal ob Insignia,Astra oder Meriva) bedanken und ich denke ich spreche da für alle hier, das sie uns so einen Einblick in die Fahrzeugentwicklung geben und dafür ihre Freizeit opfern. DANKE.
    Bitte macht weiter so. Daumen hoch. 🙂

  3. Jawoll, alles sehr Interesant, schließe mich ebenvalls an, ein herzlichens Dankeschön 🙂
    Wann kommt der Ampera blog ? 😉

  4. Nebenbei, da wäre auch Opel’s zukünftig Kleinster, Projekt Junior, als dann mal einen Blog wert !??!
    Naja, mal schaun was die NAIAS und GM “uns” womöglich an Ausblick bescheren, nach dem “ULC”..

  5. Oh ja es gibt so einige Projekte an den Opel arbeitet über die man einen Blog machen könnte zb. Calibra Nachfolger oder wie von didi schon benannt der Junior und laut einer Autozeitschrift arbeitet Opel an einem neuen Raumkonzept auf Basis des Insignias vielleicht doch ein Signum Nachfolger?? aber das ist noch alles Zukunftsmusik und es ist wohl jedem klar das Opel noch nichts veraten wird aber ich hoffe es wird noch mehr blogs geben denn meiner Meinung ist es für beide Seiten gut, für Opel und für den Kunden.