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Ampera Entwicklung Mobilität Test

Rauchzeichen im Windkanal

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Gegenwind gehört zum Arbeitsalltag von Ralf Karkoska, denn als Projektingenieur für Aerodynamik ist er Stammgast im Windkanal von Stuttgart. Jetzt hat er sich den Opel Ampera vorgenommen und genau durchgemessen und überprüft. Wir wollten natürlich wissen, wie es gelaufen ist.

Was passiert denn genau im Windkanal?

Das Fahrzeug wird mit vier Stützen ganz exakt in der richtigen Höhe fixiert, während die vier Räder jeweils auf einem Laufband aufsitzen, über das Radumdrehungen für alle Geschwindigkeitsbereiche erzeugt werden können. Dazu produziert die Windmaschine den entsprechenden Gegenwind. Wir können so beim Ampera eine Fahrt bis zur Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h simulieren. Und damit es noch realistischer wird, haben wir den rauen Untergrund einer Straße unter dem Fahrzeug angelegt, der synchron mit Luft- und Radlaufbandgeschwindigkeit bewegt wird.

Während der Fahrt ist ein Auto ja nicht leer…

Deshalb belasten wir drei Sitze mit jeweils 68 kg Gewicht, außerdem ist der Tank gefüllt.

Wie wird denn der cw-Wert überhaupt gemessen?

Im Windkanal erfasst eine Kraft- und Drehmomentwaage die kleinsten Bewegungen des Fahrzeugs um drei Achsen, aus denen man die Windeinflüsse ermitteln und so den Wert errechnen kann.

Wie hat der Ampera sich denn angestellt?

Wir sind mit dem Messwert hochzufrieden: 0,275 cw. Das zeigt, dass unsere Designer und Techniker ihre Hausaufgaben hervorragend gemacht haben. Der Strömungsverlauf ist sehr gut. Dank relativ gerader Seitenwände ohne hervorstehende Radhäuser liegt die Strömung gut an. Außerdem haben wir eine schöne Abrisskante am Heck. Für Aerodynamiker ein Genuss, beim Test mit dem Raucherzeuger den Verlauf dort verfolgen zu können.

Für die Tests muss sich ein Mitarbeiter in den Sturm stellen. Kein angenehmer Job.

Wir fahren solche Tests aus Sicherheitsgründen bloß bei Windgeschwindigkeiten von maximal 60 bis 80 km/h – es könnten ja irgendwelche Teile im Windkanal herumfliegen. Das Tempo reicht aber aus, um Verwirbelungen zu sehen, die einen Messwert besser analysieren helfen.

Verhält sich ein Elektroauto denn anders im Windkanal?

Nicht grundsätzlich, aber es spielen natürlich schon Faktoren eine Rolle wie beispielsweise eine kleinere Abgasanlage oder kleinere Frontöffnungen. Außerdem ist die Motorraumdurchströmung anders und die Batterieschutzplatte beeinflusst den Wert.

Wind erzeugt ja nicht nur Widerstand sondern auch Geräusche….

Auch das ist ein Faktor, den wir testen. Dazu setzen wir einen Dummy mit Mikrophonen auf Ohrhöhe ans Lenkrad, um die Geräuschentwicklung zu messen. Unterm Strich sind wir mit allen Ergebnissen sehr zufrieden. Aus unserer Sicht ist der Ampera also produktionsreif.