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Ampera Entwicklung Mobilität Technik

Das thermische System bringt‘s

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Ampera im Schnee

Der Winter stellt hohe Anforderungen an ein Elektrofahrzeug. Ein Aspekt: Der Vorteil des hohen Wirkungsgrades führt dazu, dass keine Abwärme für die Beheizung des Innenraums zur Verfügung steht. Daher besitzt der Ampera eine „saubere“ elektrische Innenraumheizung.

Die Versorgung der Innenraumheizung kann bis zu 5 kW Leistung erfordern, was die elektrische Reichweite reduziert. Der vorausschauende Ampera-Fahrer heizt daher mit der serienmäßigen Standheizung – aus der Steckdose gespeist – vor. Am besten wird die „Eco“-Heizungseinstellung mit moderaten Temperaturen gewählt und die automatisch geregelte Sitzheizung aktiviert. Falls bei sehr niedrigen Temperaturen einmal die elektrische Heizleistung nicht ausreichen sollte, kann sich der Range-Extender für einige Minuten zuschalten, um das thermische System zu unterstützen.

Die Erfahrung mit mobilen Elektrogeräten wie Handys oder Kameras lehrt uns, dass Lithium-Ionen-Akkus bei Kälte über spürbar weniger Kapazität und Leistung verfügen. Hintergrund: Lithium-Ionen-Batterien haben bei tiefen Temperaturen einen höheren Innenwiderstand als bei Zimmertemperatur. Denn Kälte verlangsamt die chemischen Reaktionen, die Lithium-Ionen bewegen sich nur schleppend. Fließen hohe Entladeströme, sinkt die Spannung und damit die Leistung. Umgekehrt führen hohe Ladeströme, etwa bei der Bremsrekuperation, zu überproportional hohen Spannungen.

Praktisch wird die Ladeleistung durch die Ampera-Regellogik limitiert. Das System kümmert sich in Echtzeit um den idealen Betriebszustand. Da wir dem Fahrer temperaturunabhängig immer gleiche Fahrleistungen bieten wollen, haben wir im Entwicklungszentrum für alternative Antriebe in Mainz-Kastel ein spezielles thermisches System konzipiert: Die Batterie wird per Flüssigkeitskreislauf geheizt und bleibt so voll leistungsfähig – auch bei sehr tiefen Umgebungstemperaturen wie etwa -25 Grad Celsius oder sogar darunter.

Also, wie gesagt: Den Ampera im Winter möglichst mit angeschlossenem Ladekabel parken. Dann wird die elektrische Standheizung mit Strom versorgt und dank Fernbedienung steht das Fahrzeug vorgewärmt und mit voller Batterie zur Fahrt in den Wintertag bereit. Wir haben das bei arktischen -40 Grad Celsius getestet.