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Opel beim Flugtag – Auf den Schwingen der Fantasie

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Das RAK Bull-Team bei der Arbeit In seiner Werbung behauptet ein großer Energydrink-Hersteller seit Jahren, sein Getränk verleihe „Flügel“. Was liegt da näher, als dies unter Beweis zu stellen? Am besten im Rahmen einer spektakulären Flugschau. Am Pfingstmontag, 28. Mai, ist es soweit: Im Mainzer Winterhafen heben insgesamt 40 Konstruktionen von einer großen Rampe ab – gen Himmel zwar, aber allzu weit kommen sie vermutlich nicht, denn angetrieben werden sie nur mit Muskelkraft. Die anschließende Landung im Rhein ist daher kein „Notwassern“, sondern fest vorgesehen. Drum sind auch keine wirklichen Rekorde zu erwarten: Am Ende des Red Bull Flugtages soll der auf dem Siegertreppchen stehen, der das originellste Gefährt präsentiert und die beste Performance abgeliefert hat. Schon jetzt gilt als sicher: Flügel verleiht Red Bull auf jeden Fall – und zwar der Phantasie der Daniel Düsentriebs, die derzeit mit leuchtenden Augen auf ihren großen Auftritt hinwerkeln und -tüfteln. Zwei der insgesamt 40 Teams sind stark Opel-geprägt.

Zu Ehren des alten Fritz

Als Thomas Pfirsching und seine Kollegen von der Idee hörten, mussten sie prompt an jemanden denken, der mit einer ähnlichen Mischung aus Verwegenheit und Kreativität, wie der Red Bull Flugtag sie nun fordert, Automobilgeschichte schrieb: Fritz von Opel. „Raketen-Fritz“ hat sich bekanntlich am 23. Mai 1928 unsterblich gemacht, als er auf der Berliner AVUS eine Art Rennzigarre auf 238 km/h beschleunigte, einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord aufstellte und sogar lebend im Ziel ankam. Was nicht unbedingt selbstverständlich war, da der sogenannte RAK2 von 120 Kilo Sprengstoff angetrieben wurde.

Das RAK Bull-Team bei der Arbeit „Wie wär´s, wenn wir für diesen Flugtag den RAK2 nachbauen?“, fragte Pfirsching seine Kollegen aus dem Powertrain-Bereich. Am Flugtag, dem 28. Mai 2012, jährt sich der große Auftritt des alten Fritz fast auf den Tag genau zum 84. Mal. Auf den Sprengstoff würde man eben verzichten, stattdessen der Explosivität der eigenen Muskeln vertrauen…

Ein Stummfilm zur Bewerbung

Echte Kerle labern nicht lange rum, sondern handeln. Seit Ende April ist in einem Nebenraum der Oldtimer-Werkstatt im Rüsselsheimer K6 nun ein engagiertes „Heimwerker“-Team mit Feuereifer bei der Sache. Kurz zuvor war ihnen einer der 40 Starterplätze für den 28. Mai zugesagt worden. Den zu ergattern, war gar nicht so einfach, angesichts von rund 1.000 Anmeldungen. Nach einer ersten Auslese hatten sich 80 Teams einem Internet-Voting stellen müssen.

Die Opelaner überzeugten ihre Wähler wohl mit ihren professionellen Konstruktionsplänen und ihrem Bewerbungsvideo. Es ist als schwarzweiß flirrender Stummfilm mit Zwischentiteln gestaltet und schlägt eine thematische Brücke von RAK2 zu Red Bull – selbstverständlich tritt auch Raketen-Fritz auf. Produziert wurde es von Profis der Opel-Kommunikation – in deren Freizeit natürlich. „Überhaupt ist es toll, wie unser Projekt aus dem Unternehmen unterstützt wird, obwohl es kein offizieller Opel-Auftritt ist und auch gar nicht sein darf“, berichtet Thomas Pfirsching.

Konfetti statt Sprengstoff

Zurzeit heißt es aber: Ranklotzen – denn der 28. Mai ist nicht mehr weit. Die Materialien des RAK2-Nachbaus stammen hauptsächlich aus dem Baumarkt. Der Rahmen ist aus Dachlatten gezimmert, die Seitenwände aus Styrodur, eine festere Spielart von Styropor, die beim Hausbau zur Wärmedämmung eingesetzt wird. Bereift wird es mit widerstandsoptimierten OBI-Rollen. Die todschicken Räder im Speichendesign, die auch am Original-RAK ein Blickfang waren, werden dagegen nur Attrappen sein, ebenso wie die 24 Feststoffraketen am Heck.

Opel RAK Bull Show-Effekte sind zwar ausdrücklich gewünscht, Pyrotechnik ist aber nicht erlaubt – drum tüfteln Pfirsching und Team noch an einer Idee, eventuell mit Pressluft Konfetti aus den Rohren zu pusten, wenn ihr Gefährt die Sechs-Meter-Rampe hinunterrollt. Selbstverständlich wird dabei Sicherheit großgeschrieben. „Unser Pilot Werner Vetter muss, wenn er im Wasser gelandet ist, sich sofort aus dem Fahrzeug befreien können.“

Vor allem aber soll der „RAK Bull“, wie das Team ihn taufte, eines: Gut aussehen. So soll sein Lack in edlen OPC-Farben erstrahlen. Denn: „Auch wenn er technisch nicht mehr als eine Seifenkiste ist“, verspricht Thomas Pfirsching, „der RAK Bull soll Opel Ehre machen – und vor allem dem Raketen-Fritz.“