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Rundbahn-Renovierung in Dudenhofen

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Im Opel Test Center Dudenhofen geht’s immer rund. Naja… manchmal auch weniger. Zumindest im wörtlichen Sinne. Denn auf der 4,8 Kilometer langen Steilkurve, die das Areal umschließt, ruhte bis vor kurzem der Prüf-Verkehr. Erneuerungen rund um die Rundbahn forderten ihren Tribut.

Erneuerung Rundbahn Dudenhofen Insgesamt besteht die Rundfahrbahn aus vier Schichten. Während sich die beiden unteren Tragschichten gezielt ausbessern lassen, werden die beiden oberen, die so genannte Deck- und die Binderschicht, komplett neu aufgebracht. Eine Steilkurve asphaltieren – das können nicht viele. Vor allem, wenn die technischen Ansprüche so hoch sind wie in Dudenhofen. Letztendlich kam nur der Brückenfertiger von Strabag/Max Bögl in Frage. Das 85-Tonnen-Monstrum kann auch gewölbte Flächen bearbeiten, ohne dass Längsfugen und Knicke auf der Fahrbahn entstehen. Wir haben uns bei Dr. Matthias Schollmaier, Leiter des Testzentrums, nach den Baumaßnahmen erkundigt.

Erneuerung Rundbahn Dudenhofen Warum wurde die Rundbahn erneuert?
Die letzte Renovierung stammt von 1993. Der Asphalt war jetzt so gealtert, dass sich eine Vielzahl von Netzrissen und Ausbrüchen gebildet hatten. Fahrten mit hohen Geschwindigkeiten konnten wir so nicht mehr guten Gewissens zulassen.

Ein Aspekt ist das neue Leitplanken-System, die Planken wurden nun verdoppelt. Heißt das noch mehr Sicherheit für die Testfahrer?
Ja genau. Dieses Leitplanken-System entspricht dem aktuellen Stand der Technik, die auch in anderen Prüffeldern zur Anwendung kommt, beispielsweise in Papenburg. Jetzt können auch kleine E-Fahrzeuge oder Motorräder die Bahn benutzen.

Welche zusätzlichen Einrichtungen wurden installiert?

Auf den Leitplanken haben wir ein neues Notstop-System installiert. Das sind sechs rote LED-Spots im Abstand von jeweils zehn Metern. „Rotlicht an“ heißt: sofort auf der inneren Spur anhalten.

Was haben die Renovierungsarbeiten gekostet?
Circa neun Millionen Euro.

Erneuerung Rundbahn Dudenhofen Welche weiteren Bauprojekte sind geplant?
Zurzeit arbeiten wir an zwei großen Projekten: dem „Pass By Noise“ und „Airbag Abuse Track“, sowie dem „Powertrain Calibration Track“. Alles in allem circa drei Kilometer Teststrecken mit Asphaltheizung, Messbüro, sanitären Einrichtungen und vielem mehr.

Welche Entwicklungsabteilungen kommen regelmäßig nach Dudenhofen?
Ingenieure von Powertrain und Qualitätsorganisationen sowie die Bremsen-, Lenkungs- und Fahrwerksentwicklung.

Wer nutzt das Testzentrum darüber hinaus?
Unsere Marketing- und Vertriebs-Organisation, Lieferanten und Entwicklungspartner, andere Hersteller, Kunden, Universitäten, Hochschulen und weitere Interessenten geben sich hier die Klinke in die Hand.

Wie lässt sich angesichts dieses regen Betriebs die Geheimhaltung der Entwicklungsprojekte gewährleisten?
Das ist ein separates, buchfüllendes Thema. Wir nennen das „intelligente Sicherheit, die unsichtbar ist“.

Wohin sind die Entwickler während der Bauphase ausgewichen?
Auf die CERAM Testanlage in Mortefontaine, nördlich von Paris.