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Entwickler-Tagebuch Technik

Assistenzsysteme: Mit „UR:BAN“ stressfrei ans Ziel

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Gerade der Stadtverkehr fordert vom Autofahrer alle Konzentration und Aufmerksamkeit. Bisherige Fahrerassistenzsysteme unterstützen jedoch vor allem auf Autobahnen oder Landstraßen. Anders das Projekt „UR:BAN“. Hier hat sich Opel – gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium – mit 29 Partnern aus der Automobil- und Zulieferindustrie, Forschungsinstituten, Universitäten und Städten zusammengetan, um Assistenzsysteme für die Stadt zu entwickeln. Eine gute Gelegenheit für uns, bei Bruno Praunsmändel nach den Details zu fragen. Er ist Leiter der Elektronik-Vorausentwicklung bei Opel und Mitglied im UR:BAN-Steuerkreis.

Opel-Assistenzsysteme: Projekt UR:BAN Wieso sollte es spezielle Assistenzsysteme für die Stadt geben?
Der Stadtverkehr stellt ganz andere Anforderungen an ein solches System als etwa Landstraßen oder Autobahnen. Es gibt Kreuzungen, unterschiedlichste und zum Teil verwirrende Verkehrsführungen, einen Mix aus Fußgängern, Fahrradfahrern, Bussen und Bahnen. Also eine hochkomplexe Situation, die das Assistenzsystem analysieren muss.

Welche Rolle spielt Opel bei dem Projekt?
Das Projekt UR:BAN ist in drei Säulen gegliedert, an denen wir jeweils beteiligt sind: „Kognitive Assistenz“, „Vernetztes Verkehrssystem“ und „Mensch und Verkehr“. Im Bereich „Kognitive Assistenz“ arbeiten wir daran, die Sicherheit im städtischen Verkehr zu erhöhen, indem wir schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger schützen und Assistenzsysteme entwickeln, die Unfälle durch Ausweichen und Bremsen vermeiden. Hier ist vor allem unsere technische Unterstützung und das Wissen gefragt, das wir bereits mit diversen anderen Projekten dieser Art gesammelt haben, beispielsweise „Invent“ oder „Aktiv“.

Was müssen wir uns unter einem vernetzten Verkehrssystem vorstellen?
Es geht darum, den Fahrer so effizient wie möglich durch den Stadtverkehr zu lenken und damit auch die Emissionen zu senken. Unser Part ist ein Kreuzungslotse, der den Verkehrsfluss an diesen Knotenpunkten verbessern soll und dabei Hindernisse oder Rückstaus berücksichtigt.

Und was wird in dem Teil „Mensch und Verkehr“ nun erforscht?
Die besten Fahrerassistenzsysteme nutzen nichts, wenn der Faktor Mensch nicht entsprechend berücksichtigt wird. Hier kommen unsere Experten aus der Verkehrspsychologie und der Ergonomie ins Spiel. Wie der Titel „Mensch und Verkehr“ schon sagt, stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt. Schließlich soll ihm mit den neuen Systemen geholfen werden, er darf nicht überfordert sein. Und – ganz wichtig – der Fahrer hat immer das letzte Wort, nicht die Technik. Deshalb entwickeln wir bei Opel eine „Mensch Maschine-Schnittstelle“ für den Kreuzungsassistenten, die diese Maxime berücksichtigt. Darüber hinaus versuchen wir, die vorhandenen Fahrzeugdaten zu analysieren und das Verhalten des Fahrers vorherzusagen. So kann die Mensch Maschine-Schnittstelle gezielter und wirksamer eingreifen.

Wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?
Im Frühjahr 2014 ist für uns Projekthalbzeit, dann wollen wir einen Zwischenstand vorstellen. Die endgültigen Resultate sollen 2016 dann möglichst schon so konkret sein, dass die nächsten Schritte in der Entwicklung gestartet werden können. Bis dahin gilt im Stadtverkehr das oberste Gebot: einen kühlen Kopf bewahren und jederzeit aufmerksam sein.