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Entwickler-Tagebuch

Automatik-Modi – Auf und nieder immer wieder

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Mit vielen intelligenten Funktionen steigert unsere adaptive elektronische Automatik-Steuerung den Fahrkomfort. Hier möchte ich ergänzend zu meinem NIC-Trick-Beitrag auf die so genannten Uphill- und Downhill-Modi eingehen. Hintergrund: Speziell bei Talfahrten gelten Automatikgetriebe gemeinhin als unflexibel, da sie in der D(rive)-Stellung automatisch in einen hohen Gang schalten und so die Motorbremse fast unwirksam machen. Auch bergauf gibt es Tücken. Hier schaltet die Automatik zu früh hoch, um dann wieder in einen kleineren Gang zu wechseln, was den Komfort und den Wirkungsgrad des Antriebs bei Passfahrten relativiert.

Opel-Infografik Uphill-Modus Grund genug für uns, die Steuerung unserer Automatikgetriebe so zu programmieren, dass das Zahnräderwerk „merkt“, ob es bergauf oder bergab geht und automatisch entweder in den Up- oder in den Downhill-Modus wechselt. Wie aber kommt die Elektronik zu diesen Schlussfolgerungen? Indem einer bestimmten Gaspedalstellung eine vorprogrammierte Beschleunigung zugeordnet wird. Fährt das Auto den Berg hinauf, ist der Widerstand größer, die Beschleunigung per Gaspedalstellung kleiner. Entsprechend konträr verläuft der Prozess auf der Gefällstrecke, wo der Downhill-Modus von der ersten Bremsbetätigung an „scharf“ gestellt ist.

Die Software registriert den höheren bzw. geringeren Fahrwiderstand mittels eines Vergleichs zwischen der erwarteten und der gemessenen Beschleunigung. Dabei berechnet die Elektronik die erwartete Beschleunigung aus dem aktuellen Motormoment, den Übersetzungen, sowie dem während der Kalibrierungsphase auf ebener Straße gemessenen Fahrwiderstand.

Wenn also die aktuelle Beschleunigung kleiner als die erwartete Beschleunigung ist, schaltet das System auf Uphill-Modus um. Fällt sie größer aus, ist Downhill angesagt. Was aber passiert dann? Das Getriebe wechselt in ein abgestimmtes „Berg-Programm“ und hält die vom Steigungs- oder Gefällegrad abhängige Übersetzung bereit. Daraus ergibt sich das passende Drehzahl- und Drehmoment-Niveau. Dabei hat das Getriebesteuergerät für unterschiedlich steile Berge zwei Schaltkennfelder für die Bergauffahrt zu bieten. Das System erbringt die dahinter stehenden enormen Rechenleistungen sozusagen heimlich, still und leise. Die entsprechenden Schalteingriffe verlaufen so dezent, dass der Fahrer nichts merkt. So verbessern diese Funktionen in Summe den Fahrkomfort, verringern den Kraftstoffverbrauch und entlasten im Downhill-Modus die Fahrzeugbremse.