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Manta Motorsport

24-Stunden-Rennen: Wasserspiele mit dem Manta

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Volker Strycek mit dem Opel Manta beim 24-Stunden-Rennen Der Alltag hat uns fast schon wieder eingeholt, doch die „Wunden“ des vergangenen Wochenendes sind noch immer nicht verheilt. Dieses 24-Stunden-Rennen wird noch lange für Gesprächsstoff sorgen, alles war anders und trotzdem war es eine tolle Veranstaltung. Doch der Reihe nach:

Opel Manta beim 24-Stunden-Rennen Wie bereits erwähnt, war es unser Ziel, zu gewinnen – und dementsprechend sind wir auch das Training angegangen. Das Team hatte entschieden, im ersten Qualifying alle Fahrer zu qualifizieren und im zweiten Training auf Bestzeit zu fahren, schließlich wollten wir beweisen, dass alte Opel-Technik immer noch besser ist als neue, vom Toyota-Werksteam eingesetzte japanische Technik. Weiterhin hatte das Team entschieden, dass ich die Qualifikationszeit für die Startaufstellung fahren sollte. „Und dafür hast Du maximal zwei Runden“, hieß es.

Ok, dachte ich, das ist eine riesige Herausforderung, packen wir es an. Das Timing war günstig. Diese Chance haben wir genutzt und in eine neue Bestzeit von 9 min 43 s umgesetzt, das war die Pole Position in unserer Klasse! Diese Motivation hielt auch für das Rennen an. Wir spürten, die Konkurrenz ist schlagbar, das müssen wir nutzen …

Opel Manta beim 24-Stunden-Rennen Der Rennstart, auf 17:00 Uhr am Sonntag terminiert, brachte bei allen Beteiligten sorgenvolle Mienen, der Wetterbericht hatte Unwetterwarnung genau für diese Uhrzeit ausgegeben. Was tun, mutig sein und direkt mit Regenreifen starten? Eine halbe Stunde vor dem Start kam die neue Meldung: Der Regen wird erst gegen 21:00 Uhr am Nürburgring eintreffen.

Ich hatte die Ehre, den Start zu fahren und habe zuerst die Einführungsrunde genossen. Vorbei an den Fans, die ich wirklich bewundere und für die allein es sich schon zu fahren lohnt. Dann diese einmalige, nicht kopierbare Atmosphäre, die sich durch den Nürburgring und den Charakter der Veranstaltung aufbaut. Einfach nur Gänsehautfeeling!!!

Der Start verlief unglaublich gut für uns, sofort konnten wir uns absetzen und gleich im ersten Stint einen Vorsprung von fast fünf Minuten auf die Konkurrenz herausfahren. Das Auto lief perfekt, ich war schon ein wenig enttäuscht, als der Funkspruch kam: Volker, Boxenstopp, Tanken und Fahrerwechsel, du übergibst an Olaf.

Corvette C6 beim 41. ADAC Zurich 24h-Rennen Nuerburgring Nordschleife Olaf Beckmann übernahm, alles lief klasse; Olaf übergab an Jürgen Schulten. Ich hatte noch ein zweites Eisen im Feuer und war als Doppelstarter unterwegs. Auf einer Corvette C6, die ich gern als großen Manta bezeichne, ging mein erster Stint um 21:00 Uhr los. Das Auto kam in die Box und genau in diesem Moment kam das vorhergesagte Unwetter über den Nürburgring. Auf Regenreifen unterwegs, war es nur noch ein „Dahintasten“, ein Surfen mit dem Auto auf Asphalt. Immer wieder traf ich den Manta unterwegs und war heilfroh, dass Jürgen ihn sicher um den Kurs brachte und alles ok war. Nebel stellte sich ein und genau um 23:00 Uhr entschied die Rennleitung, das Rennen zu unterbrechen.

Ich habe keinen getroffen, der über diese Unterbrechung nicht froh war. Bei starkem Nebel, dichter Gischt durch andere Teilnehmer und „Monsunregen“ mit 270 km/h über die Döttinger Höhe zu „schwimmen“, hatte dann doch bei seinen Reiz verloren.

Opel Manta beim 24-Stunden-Rennen Die Rennleitung legte den Neustart für 08:00 Uhr fest. Es regnete immer noch kräftig, aber der Nebel war verschwunden – und wir hatten wieder Tageslicht. Der Restart lief wieder gut für uns, es machte Spaß, den Manta auf Regenreifen zu fahren und wir waren flott unterwegs, bis mich der Funkspruch wieder zum Boxenstopp aufforderte. Übergabe an Peter Hass, Peter an Jürgen und wieder zurück an Peter. Siegkurs war angesagt, alles schien erreichbar. Obwohl die Fronttriebler im Regen sehr gut unterwegs waren, konnten wir auf der mittlerweile abtrocknenden Strecke die Pace angeben. Ich war wieder im „großen Manta“ unterwegs, als mir in der Hatzenbach plötzlich der Schreck in die Glieder fuhr: Der Manta steht an der Leitplanke und Peter Hass neben dem Auto! Die Radnabe war gebrochen und Peter hatte keine Chance, das Auto auf der Strecke zu halten.

Opel Manta beim 24-Stunden-Rennen Die Streckenposten waren wieder einmal genial, ließen den Manta sofort aufladen und zur Box zurückbringen. Die Boxenmannschaft rund um Olaf Beckmann, über Funk bereits vorinformiert, warteten „Stand-by“ und reparierten das Auto in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Nach einer Stunde und 15 Minuten fuhr das Auto zurück auf die Strecke – wir konnten das Rennen zu Ende fahren und wurden noch als Klassensechster abgewunken.

Das Team hat mal wieder einen unglaublichen Job gemacht, auch die Fans haben uns – wie immer – enorm unterstützt. Olaf Beckmann hat die Message bereits nach dem Rennen herausgegeben … Jungs, we will do it again!

Kommentare (4)

  1. Danke VS, für den Bericht – nun klärt sich das für mich auf!

    Nächstes Jahr werden die Gegner und nicht der Manta “nass gemacht” – in der Hoffnung auf gutes Wetter ;o) Das der Manta als ausgereifte Oldtimer-Rennmaschine den “neumodischen” Toyota schlägt, ist irgendwie krass *freu*

    Der “große Manta” hat sich aber den Klassensieg geholt!

    Trotzdem würde ich euch gerne bei der DTM am Lausitzring wiedersehen – ok, mit dem Manta wird das nichts ;o)

  2. Toller Bericht.Danke dafür!
    Man spürt förmlich wie wichtig ein Sieg für Euch war.Aber nächstes Jahr wird es klappen!
    War auf jeden Fall wieder absolut toll den Manta anzufeuern, ihn in Aktion zu sehen und Dich lieber Volker und Manta live in der Startaufstellung zu erleben.

  3. Toll, dass Ihr wieder aktiv ins Motorsportgeschehen eingreift. Aber jetzt arbeitet bitte auch an einer Rückkehr in die DTM. Seit Eurem Ausstieg ging’s ja leider mit den Verkaufszahlen von OPEL bergab – es wird Zeit, das wieder zu ändern und die “Prämium-Marken” mal an Eurem Auspuff schnuppern zu lassen. Millionen Fans werden es Euch danken!

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