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Entwickler-Tagebuch

Sichere Intelligente Mobilität: Nebel marsch

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Opel beim simTD-Feldversuch 1.650.000 Versuchskilometer auf rund 390 Kilometern öffentlicher Strecke, über 41.000 Versuchsstunden, 33 Funktionen – das sind nur einige Eckdaten des simTD-Feldversuchs, dessen Ergebnisse jetzt präsentiert wurden. simTD steht für „Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland“. Im Großversuch wurde eruiert, inwieweit der Verkehr durch Fahrzeug-Kommunikation (Car-to-X) sicherer wird. Also was passiert, wenn die Fahrzeuge untereinander (Car-to-Car) und mit der Infrastruktur (Car-to-Infrastructure) kommunizieren. Verringern sich die Staus und Wartezeiten? Kommen die Fahrer entspannter ans Ziel?

Wir von Opel hatten dabei unter anderem die Aufgabe, in den 24 Wochen von Juli bis Dezember 2012 den Feldversuch als Ganzes zu koordinieren und die einzelnen Versuche so zu gestalten, dass auch verwertbare Ergebnisse zustande kommen. Gar nicht so einfach bei insgesamt 18 beteiligten Partnern.

Was diesen Versuch so einzigartig macht, ist die Tatsache, dass ein Großteil der Flotte nach klar definierten „Drehbüchern“ fuhr. Bei anderen Feldversuchen war es bisher meist so, dass die Versuchsfahrzeuge frei im fließenden Verkehr mitschwammen. Wir wollten aber sicherstellen, dass sich die mit dem simTD-System ausgestatteten Fahrzeuge auch begegnen und eine Kommunikation stattfinden kann. Deshalb kamen wir auch mit „nur“ 120 Fahrzeugen der beteiligten Hersteller Audi, BMW, Daimler, Ford, Opel und VW aus.

Jeder Partner hatte eine oder mehrere Funktionen ausgewählt, die er untersuchen wollte. Um einheitliche Daten zu erhalten, wurde die HMI-Schnittstelle (Human-Machine-Interface), also die Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug, für alle Beteiligten einheitlich vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz entwickelt.

Opel beim simTD-Feldversuch Unsere Wahl fiel unter anderem auf die Straßenwetterwarnung, die wir beispielsweise auf Landstraßen erprobt haben. Bei dieser Applikation erhält das simTD System Informationen von den SWIS-Stationen (Straßen-Wetter-Informations-System) und der Fahrzeugsensorik, etwa vom Regensensor. So kann das System den Fahrer und die anderen Verkehrsteilnehmer vor Tauwetter, aufziehendem Nebel, Blitzeis oder Starkregen warnen.

Opel beim simTD-Feldversuch Wie sieht nun eine Szene aus dem Drehbuch für eine solche Straßenwetterwarnung aus? Ein Experiment fand auf einem abgesperrten Waldparkplatz statt, der teilweise auch wild bewachsen und schlecht einsehbar war. Vor Ort kam dann die Opel-Feuerwehr mit einer Nebelmaschine zum Einsatz und sorgte für die richtige Stimmung. Die Fahrzeuge wurden über eine definierte Route in die Nebelwand geführt und wir konnten beobachten, wie Warnsystem und Fahrer reagieren.

Für sein Drehbuch hat jeder Partner selbst gesorgt. Wir als Versuchsleiter mussten koordinieren, wann welche Fahrzeuge welche Versuche fahren und wie die Drehbücher aufeinander folgen, um etwa Wartezeiten zu vermeiden. Ein wirklich großer organisatorischer Aufwand, den wir mit einem Team von rund 30 Leuten und 120 Fahrern aber gut gemeistert haben. Wie genau ein solcher Tagesablauf aussah und was wir aus dem Versuch gelernt haben, werde ich in meinem nächsten Beitrag schildern.

Kommentare (7)

  1. Wald+Nebel+Autos, da kommt man ja unweigerlich ins reimen:

    wer fährt so spät durch wald und wind ?
    es sind die ingenieure ohne kind
    ….
    Den Erlenkönig ohne Chrom und Schweif? –
    Mein Blogger, es ist ein Nebelstreif.
    ….

    PS: Die Interpretation von Marco Rima dürfte ja bekannt sein,
    www. youtube. com/watch?v=68vVbCf-vww

  2. Ihr könnt euch gern die anderen Verse vornehmen, bevor es denn heißt

    Dem Meister grauset’s; er fährt geschwind,
    Er schaltet sanft, doch ächzend es klingt,
    Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
    Unter der Haube der Motor war tot.

  3. Der Motor tot? Das ist nicht wahr!
    Er hat den neuen CDTI – ganz und gar!

    Mit Adblue schafft er Euro 6,
    mit weißer Weste ohne Klecks.

    So fährt er munter weiter,
    das macht uns Blogger heiter.

    😀

  4. Wenn ihr so weitermacht, dann werden die Fahrzeuge mit car-to-x Kommunikation noch Goethe-Edition genannt werden.

    SIM TD und car to X?
    Für mich ist das alles nix.

    Und obendrein – ich fass es nich,
    der didi reimt sooo ansehnlich,

    dass ich, da macht der Drehbuchnebel: ZISCH,
    mich zuwende dem Mittagstisch.
    🙂