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Rettung auf norwegische Art

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Erprobung alternativer Rettungstechniken auf dem Opel-WerksgeländeUnsere Opel Werkfeuerwehr betreibt seit einigen Jahren Schulungen im Bereich der technischen Unfallrettung an Fahrzeugen. Ziel dieser Ausbildung ist es, den Einsatzkräften das bestmögliche Training zur Erfüllung ihres Einsatzauftrags zu geben und die Bergung von Patienten zu optimieren. Dieses Engagement strahlt bis über die Grenzen Deutschlands hinaus. So war kürzlich ein komplettes Rettungsteam aus Norwegen zu Gast am Werksgelände in Rüsselsheim und erprobte gemeinsam mit unserer Werkfeuerwehr sowie verschiedenen deutschen Berufsfeuerwehren alternative Rettungstechniken. Ziel der Veranstaltung „Schnelle Befreiung Norwegen“ war es, neuartige Rettungsvarianten zu analysieren, mit bestehenden zu vergleichen und weiterzuentwickeln.

Erprobung alternativer Rettungstechniken auf dem Opel-WerksgeländeLos ging’s mit einem Zusammentreffen im Werkskino, wo sich der bunte Trupp aus verschiedenen Feuerwehren über die unterschiedlichen Rahmenbedingungen austauschte und die ortsspezifischen Vorgehensweisen und Prioritäten am Unfallort diskutierte. Was kaum jemand weiß: Ausschlaggebend für die Entwicklung von Rettungsaktionen sind oftmals geographische, demographische sowie klimatische  Gegebenheiten.

Erprobung alternativer Rettungstechniken auf dem Opel-WerksgeländeVor allem bei extremen Temperaturen im Minusbereich und infrastrukturbedingten verlängerten Anfahrtszeiten sinken aber die Überlebenschancen für Verletzte am Unfallort. Schnelles und patientenorientiertes Handeln an der Einsatzstelle ist somit entscheidend. Schnell zeigte sich, dass die Verhältnisse in Norwegen auch andere Prioritäten bei der Rettung bedingen und man gegenseitig von den medizinischen und technischen Erkenntnissen des jeweils anderen lernen kann.

Erprobung alternativer Rettungstechniken auf dem Opel-WerksgeländeNach dem Theorie-Block fuhr die Gruppe per Shuttle mit einem alten Opel Blitz Panorama-Bus in die Classic-Werkstatt, wo neben einer Stärkung auch eine Führung durch die Historie auf der Tagesordnung stand. Im Anschluss hieß es dann endlich anpacken. Auf einem eigens eingerichteten Trainingsgelände standen verschiedene Unfall-Fahrzeuge den Feuerwehren zur Verfügung. Opel-Blog-Redakteur Jürgen Peitz erzählte hier noch eine nette Anekdote: Die Fahrzeuge stammten aus echten Unfällen, mussten für den „Ernstfall-Test“ jedoch von einem Kran aus 15 Metern Höhe fallen gelassen werden, um auch wirklich einem Ernstfall für die Feuerwehr zu entsprechen. Das macht Mut und spricht für die Sicherheit von Opel-Fahrzeugen.

Erprobung alternativer Rettungstechniken auf dem Opel-WerksgeländeGeübt wurde schließlich unter Verwendung der aktuellen Werkfeuerwehrfahrzeuge und -instrumente. Im Vordergrund standen das praktische Schneiden und Spreizen mit dem Ziel einer schnellstmöglichen Befreiung des Patienten. Im norwegischen Rettungseinsatz wurde eindrucksvoll mit der hydraulischen Rettungsschere die A-Säule an der Windschutzscheibe getrennt und am unteren Türschanier eingeschnitten. Anschließend wurden massive Ketten an A- und C-Säule angeschlagen und das kaputte Fahrzeug in beide Richtungen von Feuerwehrfahrzeugen per Fahrzeugwinde auseinandergezogen. Erst danach wurde der während der ganzen Demonstration im Auto befindliche Feuerwehrmann aus seiner Lage befreit.

Erprobung alternativer Rettungstechniken auf dem Opel-WerksgeländeDer Einsatz zeigte nochmals deutlich, dass eine Fokussierung auf Schnelligkeit bei der Unfallrettung für skandinavische Feuerwehren Vorrang hat und auch sinnvoll ist. In Deutschland ist aufgrund vorherrschender Organisationsstrukturen und Rettungsregularien das klassische Schneid/Spreiz-Verfahren das primäre Mittel der Wahl.  Alle Beteiligten und insbesondere unsere Werkfeuerwehr sowie die beiden Organisatoren Stefan Hofmann und Patrick Förgg waren sich einig, dass das Event ein Erfolg war und eine Erweiterung der Rettungsoptionen sowie eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit von hohem gegenseitigen Interesse ist und weiter ausgebaut wird.

Erprobung alternativer Rettungstechniken auf dem Opel-Werksgelände Erprobung alternativer Rettungstechniken auf dem Opel-Werksgelände Besuch der Opel-Klassik-Werkstatt