avatar

Backstage Vivaro

Quadratisch, praktisch, gut: Der neue Opel Vivaro

,


Seit dem Start der ersten Vivaro-Generation im Jahr 2001 wurden europaweit knapp 600.000 Einheiten des Opel-LCV-Bestsellers produziert, das macht rund 50.000 Fahrzeuge pro Jahr. Diesen Erfolg soll der neue Vivaro noch steigern. Nach der Weltpremiere in Birmingham Ende April stellten wir unseren Allrounder im Opel-Nutzfahrzeugportfolio (10% Marktanteil im Van-D-Segment, Segment macht rund 26% des deutschen Nutzfahrzeugmarktes aus) nun auch hierzulande der Presse vor. Dazu luden wir um die 300 Medienvertreter aus ganz Europa in die Münchner Region rund um den Tegernsee ein.

Nach individueller Ankunft am Münchner Flughafen hieß es Einsteigen und Losfahren. Vorab hatten die Journalisten jedoch die Qual der Wahl, denn auf dem Parkplatz warteten 20 Vivaros (90PS ecoFlex, 115PS ecoFlex, 120PS BiTurbo, 140PS BiTurbo) und sieben Movanos (135PS BiTurbo, 165PS BiTurbo) in verschiedenen Farbausführungen darauf, getestet zu werden. Auf der festgelegten Route ins Herz von München konnten sich die Medienvertreter von den neuen Motoren und Technologien in den Nutzfahrzeugen überzeugen.

Der neue Opel VivaroDer neue 1.6 CDTI kommt im Vivaro mit manueller Sechsgang-Schaltung und in vier Leistungsstufen: Das Motorenangebot umfasst den 1.6 CDTI mit 90 PS und 115 PS mit jeweils einem Turbolader mit variabler Schaufelradgeometrie sowie die hochentwickelten 1.6 BiTurbo CDTI-Triebwerke mit sequenzieller Aufladung in den Leistungsstufen 120 PS und 140 PS.

Der Transporter zeigt somit nicht nur ordentlich Pferdestärke sondern ist zugleich höchst sparsam. Start/Stop-Technologie mit Bremsenergie-Rückgewinnung sowie die neuen Turbodieselaggregaten und ecoFLEX-Technologie sorgen für einen genügsamen Verbrauch. Dieser sinkt beim BiTurbo-Aggregat auf nur noch 5,7 Liter pro 100 Kilometer, was 149 Gramm CO2 pro Kilometer entspricht.

Der neue Opel VivaroIm Photostudio Balan fand dann die Pressekonferenz statt. Dort erfuhren die Journalisten u.a. weitere Details zu den Motoren: Der Motor des Vivaro besteht aus einem Grauguss-Block mit Aluminium-Zylinderkopf; obenliegende, mittels wartungsfreier Steuerkette angetriebene Nockenwellen steuern vier Ventile pro Zylinder. Das Hochdruck-Common-Rail-Einspritzsystem arbeitet mit 1.800 bar (1.600 bar beim Mono-Turbolader) und sorgt mit variabler Mehrfacheinspritzung für höchste Effizienz und eine gegenüber Wettbewerbern bestechende niedrige Vibrations- und Geräuschentwicklung.

Die 90- und 115-PS-Motoren nutzen einen Mono-Turbolader. Dank der variablen Turbinengeometrie glänzen sie durch direktes Ansprechen auch bei geringen Drehzahlen. So hat der Vivaro bei aller Sparsamkeit ordentlich Dampf: Das maximale Drehmoment von 260 Nm steht schon bei 1.500 min-1 (beziehungsweise 300 Nm bei 1.750 min-1) zur Verfügung. In den serienmäßigen Kastenwagen- und Combi-Versionen benötigen beide Motoren im kombinierten Zyklus gerade einmal 6,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 167 Gramm pro Kilometer entspricht.

Der neue Opel VivaroDer neue 1.6 BiTurbo CDTI setzt sich aus zwei gemeinsam arbeitenden Turboladern zusammen – einem kleineren und einem größeren. Der kleine Lader ist bei niedrigen Motordrehzahlen im Einsatz, um spontanes Ansprechverhalten zu gewährleisten. Je höher Last und Drehzahl werden, desto mehr übernimmt der größere Turbolader, um die Spitzenleistung bei hohen Drehzahlen abrufen zu können. Die 120-PS-BiTurbo-Version stellt so schon bei 1.500 min-1 beeindruckende 320 Newtonmeter Drehmoment bereit. Die 140-PS-Version liefert bei gleicher Drehzahl maximal 340 Nm. Diese Triebwerke bilden die Spitze der Vivaro-Motorenpalette.

Einen großen Fortschritt macht der Vivaro auch bei der sogenannten „Cost of Ownership“, sprich den laufenden Kosten für ein Fahrzeug. Hier sei erwähnt, dass das Wartungsintervall von vormals jährlich oder 30.000 Kilometer auf zwei Jahre oder 40.000 Kilometer erhöht wurde. Clevere Details standen bei der Pressekonferenz ebenfalls im Fokus. Der neue Vivaro kann nun durch eine Verlängerung von zehn Zentimetern drei Europlatten aufnehmen. Das FlexCargo-Konzept ermöglicht durch eine Klappe in den Fußraum des Beifahrers das Verstauen von über vier Meter langen Gegenständen. Praxisgerecht sind auch die Details, die dem Fahrer das Leben einfacher machen. Eine ebene Fläche lässt sich beim Umklappen des mittleren Sitzes herstellen, so findet gegebenenfalls ein Laptop Platz. Aber auch wer es traditioneller mag, kann mit einem integrierten Klemmbrett Papierkram erledigen.

Der neue Opel Vivaro Der neue Opel Vivaro

Der neue Opel VivaroAuch mit von der Partie war ein Vivaro Combi, welcher auf der Nutzfahrzeug-IAA Ende September seine Messepremiere feiert. Warum der Combi in Deutschland Premiere feiert? Interessanterweise werden europaweit über 80 Prozent der Fahrzeuge im Segment Van D kommerziell als Kastenwagen, Plattform-Taxis usw. verwendet. Deutschland bildet hier die einzige Ausnahme. Hier nutzt fast die Hälfte aller Kunden das Fahrzeug als Combi-Format.

Nach der Mittagspause und der Möglichkeit, Interviews einzufangen, liefen die Motoren wieder warm. Nächstes Ziel: Das Hotel „Egerner Höfe“ am Tegernsee. Auch auf dieser Strecke machte der Vivaro den bereits veröffentlichten Fahrberichten in Welt, auto motor sport und Auto BILD zufolge eine gute Figur.

Der neue Opel VivaroEinige der Fahrzeuge waren übrigens beladen, andere standen unbeladen zur Verfügung. Durch Tauschen der Fahrzeuge konnte der neue Vivaro somit unter perfekten und – äußerst wichtig – realistischen Fahr- und Handling-Bedingungen getestet und verglichen werden. Denn leer wird dieses Fahrzeug sicherlich nicht auf der Straße unterwegs sein. Und auch im Award-Bereich geht der Vivaro alles andere als leer aus: So erhielt er von der Jury des Plus X Awards bereits vor Markteinführung die Sonderauszeichnung „Bestes Nutzfahrzeug 2014“.

Wer sich im Detail zu weiteren technischen Daten informieren möchte, kann dies übrigens hier tun. Und wer gerne selbst einsteigen möchte, kann einen Blick in den Konfigurator werfen.

Der neue Opel Vivaro Der neue Opel Vivaro

Verbrauchs- und Emissionswerte
Weitere Informationen können dem ‚Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagenʻ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH unentgeltlich erhältlich ist.

Update, 25.06.2014: Danke didi für den Hinweis. Und weil das Video so schön ist, zeigen wir den Vivaro doch gleich hier in Action:

Kommentare (37)

    • Danke für den Hinweis. Wir haben die Info an unser Produktmarketing weitergeleitet und arbeiten daran, dass die unterschiedlichen Farbvarianten in Kürze richtig dargestellt werden. Bald wird es auch ein größeres Update im Konfigurator geben, der dann auch eine 360 Grad-Darstellung beinhalten wird. Kleiner Trostpreis: In den Miniaturansichten kann man ja bereits einen Ausschnitt mit den jeweiligen Farben sehen.

  1. Mich würde mal interessieren wie groß der Opel Entwicklungseinfluss auf den neuen Vivaro war. Abgesehen vom Design im Außenbereich kommt mit das alles recht Renault lastig vor, vor allem der Innenraum. Auch technisch (die Motoren) hört sich das sehr sehr nach Renault an. Was hat Opel genau (abgesehen von Finanziellen mitteln) mit eingebracht ?

    • Tja, da sind sie wohl noch selbst am grübeln und ausformulieren…;o)

      Neben dem versteckten 112-Vivaro in Fulda,

      zeigt sich “Partner” Renault mit dieser Spezialversion…
      reporter. autoplus. fr/wp-content/uploads/2014/06/AMBULANCE-RENAULT-Trafic-AP.jpg

    • In der Tat trägt der neue Opel Vivaro unsere eigene Design-Handschrift. Auch in Sachen Ausstattung, Preis und Vertriebskanäle werden der Opel Vivaro und der Renault Traffic unabhängig voneinander vermarktet. Klar ist bei einem solchen strategischen Zusammenschluss aber auch, dass beide Parteien ihr Know-how gleichberechtigt in die Entwicklung einfließen lassen. So haben wir unsere gesamte Entwicklungsexpertise auch in diesem Projekt eingebacht. Unsere Ingenieure und Experten aus dem HQ Rüsselsheim und Großbritannien arbeiteten beim neuen Vivaro sehr eng mit den Entwicklungsingenieuren von Renault zusammen und sorgten dafür, dass bei dieser Kooperation die gesetzlichen sowie unsere eigenen Ansprüche an Entwicklungs- und Fertigungsstandards voll und ganz sichergestellt wurden.

    • @Philipp Quanz
      Sorry – aber mit der Aussage hättest du eher in die Politik gehen können… Kann man nicht einfache, klare Ansagen bekommen was von wem ist?

      Weil mehr als das Thema Design sehe ich ehrlich gesagt nicht von Opel kommen…Zumindest sehe ich nirgends eine Handschrift von Opel

      • Hallo Timo, ich weiß, dass meine Antwort sehr politisch war und verstehe, dass viele Aspekte bei einem solchen Gemeinschaftsprojekt Diskussionsstoff bieten. Uns sind allerdings ein wenig die Hände gebunden, da wir und Renault eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschrieben haben, die die Interessen der beiden Unternehmen schützen und eine detaillierte Beantwortung von Fragen zu Entwicklungs- und Produktspezifikationen, Investitionen oder Geschäftsvereinbarungen ausschließen.

        • Sind das jetzt die neue Pflüster Diesel von Opel oder nicht? 🙂
          Wenn nein, wieso wird das nicht “geschickt” mit erwähnt? Gibt ja sonst wieder durcheinander wie beim Combo wo alle Welt denkt das Ding wäre schon der neue Pflüster Diesel?!

          • Hä ?! Wenn es diese Flüster-Diesel nicht sind, wieso sollten sie dann als solche “geschickt” (/fälschlich !) beworben werden ?

            Letztlich werden diese aus dem Vivaro mit keinem Wort in Bezug zu denen im Pkw-Sektor gesetzt. Selber Hubraum bedingt nun mal nicht selbe Herkunft + Eigenschaften ;o)

      • @Philipp Quanz
        so mag ich das schon eher 🙂 Direkt raus, was man nicht darf ;P
        Wir haben zwar zur grundsätzlichen Frage keine Antwort, aber immerhin die Aussage das ihr nichts sagen dürft – was glaube auch jeder verstehen kann.

        Das politische Gehampel dagegen empfinde ich immer als… nun ja, ich verkneif mir meine gemeinen Gedanken – ich denke jeder weiß was ich meine 🙂

        Klare Antworten bieten mir da einfach handfesteres – danke dafür.

      • Offenbar kommt der Technikbaukasten (überwiegend) von Renault, aber die Fertigungsexpertise (überwiegend) von Opel. Und der Aufwand solche Fahrzeuge preiswert mit hoher Qualität zu fertigen ist sicherlich nicht kleiner, als solche Fahrzeuge preiswert und mit hoher Qualität zu entwickeln 😉

        • Ob nicht sogar, wenn man sich die hoch-automatisierte Fertigung ansieht, die Entwicklung des Produktionsprozesses bzw. der Aspekte des Fahrzeugs für einen effizienten Produktionsprozess, heute einen größeren Anteil an der gesamten Entwicklungsarbeit hat als die Entwicklung des Fahrzeugs an sich?

          Und bei den Produktionsprozessen war Opel seit der Einführung des Fließbands als ersten Autohersteller in Deutschland (oder gar ganz Europa) ja wohl immer Spitze.

        • Booaar, ist mir aber irgendwie zu weit weg von der vermeintlichen Emotion, “wir leben autos”.

          Egal. Hatte ich schon erwähnt, dass ich noch immer,

          “Opel. Technik die begeistert” favorisiere (?)!

          Dazu den TRIXX in Serie, der echte SMART-Plus sozusagen.
          (Der neue forfour wird ggü dem baugleichen Renault wieder versagen !)

  2. Völlig off-topic: Ein Beitrag zum 24h-Rennen am Ring wären schön, mit ein paar Worten zur Vorbereitung, Zielen etc… (Aktionen für Blog-Leser 🙂 ). Gerne natürlich von Volker Strycek höchstpersönlich…

  3. Hallo zusammen,

    ich lese hier jetzt schon seit längerem mit, als jahrzehntelanger (boah bin ich alt) Opel-Fahrer finde ich es toll wie hier informiert wird. Zum neuen Vivaro meine Frage, ist der 1.6 CDTI in seinen verschiedenen Ausbaustufen jetzt von Opel (also der neue Diesel) oder von Renault? Oder wurde er gemeinsam für den Einsatzzweck im Nutzfahrzeug modifiziert?

    • Ich kann auch nur Vermutungen anstellen: Opel hat einen 2,0 BiTurbo-CDTI im Angebot, aber eigentlich bisher keinen 1,6 BiTurbo-Diesel wie er gerade für den Vivaro angekündigt wurde. Es könnte also ein reiner Renault-Beitrag zum Projekt sein, es könnte aber genauso eine Weiterentwicklung auf Basis des neuen 1,6 CDTI von Opel sein.

      • Der Pkw-Sektor hat nicht zwingend was mit dem Nutzfahrzeugbereich zu tun. Und wo nicht mal das Interieur/ein Schalter von Opel ist…- da hat eine Lotus Elise oder Fisker Karma mehr !…;o)

  4. Vielleicht kann ja doch mal jemand aufklären, ob es jetzt Diesel von Opel, von Renault oder von Vivaro 😉 sind?

    Ich persönlich finde den neuen Vivaro auf jeden Fall sehr gelungen, auch preislich durchaus noch in einem akzeptablen Rahmen, ich bin schon sehr gespannt auf die Präsentation beim Händler.

      • Danke für den freundlichen Kommentar!!
        Was ich gelesen habe war von Tobi, ist das offiziell?
        Wenn es denn dann der 1.6 dci von Renault ist, auch keine schlechte Motorisierung, zumindest wenn man dem glauben darf, was man im Netz so liest…

          • Da wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als bei der Händlerpräsentation mal sehr genau am Motorblock nach evtl. vorhandenen Hersteller-Logos zu suchen. 😉

            Gut finde ich auf jeden Fall, dass es wieder eine größere Auswahl bei den Motoren und deren Leistungsstufen gibt.

  5. Kann man denn den Vivaro schon irgendwo bewundern (leider habe ich die IAA dieses Jahr verpasst). Da wir den Vivaro als Campingfahrzeug missbrauchen wollen, wäre sehr wichtig wie das Innenleben genau ist. (Wieviel Platz im Kofferraum zur letzten bank, wie lassen sich die Bänke genau umklappen; wie hoch sind die dann). Deshalb würden wir alles gerne mal in ECHT sehen. Steht denn niergends in Süd-Deutschland ein einziger Vivaro Combi run?

Einen Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
* Pflichtfelder