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Design-Walkaround durch die Opel-Historie

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Schwarzweiß war es, das Bild des Autos in den sechziger Jahren. Bestenfalls handkoloriert oder ganz selten in arg blassen Pastellfarben. Wenn ein neues Auto präsentiert wurde, dann im Theater oder in der Stadthalle am Standort des Herstellers. Die Gäste wurden zu einem Glas Wein und einem Teller Kartoffelsuppe eingeladen, der Vorstand sprach, Vorhang auf – Beifall – Vorhang zu. Über Design wurde in jenen Zeiten nicht weiter diskutiert.

Dies sollte sich ändern, als im Juni 1964, vor genau 50 Jahren, in Rüsselsheim unser neues Design-Studio eröffnet wurde. Damit war Opel der erste Hersteller in Europa mit einer modernen Design-Organisation und der Pionier für Automobildesign außerhalb der USA. Die erste Aufgabe: Die Entwicklung einer Sportwagen-Studie, eines richtigen Traumwagens.

So dachte man an eine aussagekräftige Form, an zwei Sitze und kompakte Maße. Die Idee hatte der neue Designchef in Rüsselsheim, Clare MacKichan, aus Amerika mitgebracht, er hatte wohl die Sportwagen-Ikone Corvette im Hinterkopf, als er beschloss, ein ähnliches Fahrzeug auf die Räder zu stellen, das zielsicher auf die europäischen Verhältnisse zugeschnitten sein sollte. Erhard Schnell war es, der das Projekt in seinem Studio leitete.

Klappscheinwerfer, Vollrahmentüren und der Verzicht auf einen klassischen Kofferraum waren die wesentlichen Charaktermerkmale des Zweisitzers. Präsentiert werden sollte der Wagen auf der IAA des Jahres 1965 – das bedeutete erheblichen Zeitdruck für die Designer. Gerade rechtzeitig wurde das Konzeptfahrzeug fertig und debütierte als Experimental GT auf der IAA in Frankfurt. Unter gewaltigem Beifall der Experten und Besucher wurde das erste Konzept aus dem Design-Studio in Rüsselsheim vorgestellt.

Ermutigt durch die fulminante Resonanz auf den Experimental GT und den großen Markterfolg des Serien-GT konzentrierten sich die Designer in der Research- und Advanced-Abteilung in den folgenden Jahren auf die Entwürfe visionärer Coupés und Sportwagen. Bereits 1969 landete das Opel-Designteam seinen nächsten Volltreffer – den Opel CD. Eine Ära des Wandels war eingeläutet, ein Aufbruch der Designwelt. Kein Radius und keine Sicke blieb ab sofort unbeachtet. Inzwischen sind Elemente wie die Lichtkante an der Flanke, die Form der Räder und Scheinwerfer expressive Mittel der Gestaltung und tragen wesentlich zum unverwechselbaren Charakter eines Fahrzeugs und damit zu seinem Status bei. Wo früher vielleicht ein knappes Dutzend Bildhauer, Architekten oder Grafiker die Auto-Kleider bügelten, sind heute Heerscharen von Designern und Entwicklern damit beschäftigt, die Wesenszüge von Technik und Leistungsvermögen optisch umzusetzen.

Dass über Formen und Gestalt Aussagen vermittelt werden, wird besonders deutlich, wenn Designer die Geheimnisse des Karosseriedesigns lüften und den Entwicklungsprozess, die Formen- und Farbensprache eines Autos zum Ausdruck bringen. Darin liegt letztlich auch der Reiz eines Design-Walkarounds. Und was läge bei unserem 50-jährigen Jubiläum näher, als unsere Design-Korifeen Erhard Schnell, George Gallion, Hideo Kadama und Mark Adams auf einen „Spaziergang“ rund um ihre jeweils gestalteten Meilensteine einzuladen. Film ab:

Und auch wenn wir gerade erst vor wenigen Jahren mit dem Insignia unsere Philosophie „Skulpturales Design trifft deutsche Präzision“ offiziell eingeführt haben, so hätte diese Beschreibung ebenso perfekt auch schon auf frühere Epochen zugetroffen. Mit der Enthüllung der Studie Monza Concept startete das Opel-Design 2.0, das in den kommenden Jahren die Richtung für unsere Fahrzeuge vorgeben wird.

Mit diesem Versprechen können wir uns also auf 50 weitere Jahre voller Innovationen freuen. Wer hungrig auf weitere Design-Themen ist, dem möchten wir unsere Youtube-Design-Playlist ans Herz legen.