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Classic Gastbeitrag

Opelvillen: didi ganz in Beige – mit Pappdeckel

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Mit rund 20.000 Besuchern und etwa 1.600 Teilnehmerfahrzeugen war die 14. Auflage des Klassikertreffens bei den Opelvillen am Rüsselsheimer Mainufer auch in diesem Jahr trotz durchwachsener Witterungsbedingungen wieder ein voller Erfolg. Opel-Blog-Leser didi mischte sich standesgemäß motorisiert unters feiernde und fahrende Volk.

Klassikertreffen an den OpelvillenDas Klassikertreffen an den Opelvillen in Rüsselsheim – ein echtes Highlight der Oldtimer-Szene – habe ich schon in den vergangenen Jahren immer wieder gerne besucht. Dabei wird einem (fast) alles Automobile der letzten 100 Jahre geboten, was andere so aus ihren Garagen hervorholen. Es gibt keinerlei Hemmschwelle für Besitzer von Oldtimern und Besucher – alles läuft unkompliziert, null Antritts- oder Eintrittskosten, einfach vorbeischauen.

Diesmal allerdings verhieß das Wetter nix Gutes: Regen ohne Ende in der Nacht zuvor, wo im Vorjahr die Hitze wie ein Krümmer glühte. Am Veranstaltungs-Sonntag kam’s dann aber glücklicherweise anders als prognostiziert. Und noch etwas kam anders … !! Ich reiste nicht wie üblich mit meinem Meriva an, nein, mir stand eine echte Preziose aus den Opel Classic-Beständen zur Verfügung: Opel Commodore A Coupé, 2,5 Liter Hubraum, Reihensechszylinder (115 PS), Automatik, Baujahr 1970, mit original nur 40.000 Kilometern auf der Uhr – ein Traum in Beige mit schwarzem Vinyldach.

Klassikertreffen an den OpelvillenIn diesem „Outfit“ geriet bereits die Anfahrt zum Erlebnis: Da reckt der Mokka-Fahrer schon mal den Daumen … ehe ich bei Grün davonbrauste. Über den Mainuferparkplatz kam ich zum „Oldie-Drive-In“ und nahm statt einer Eintrittskarte einen Pappdeckel in Empfang. Das Ding wird vorsorglich an alle Aussteller verteilt – zum Unterlegen als Öl-Auffang. Für mich das Signal: Jetzt bin ich wieder mal mittendrin statt nur dabei. Weiter ging’s am Uferweg entlang, den Damm hinauf zu den Opelvillen. Hier rollte ich, von Kennerblicken verfolgt und vom Oldie-Experten Detlef Krehl anmoderiert, zum ersten Mal im Leben über einen roten Teppich. Das hat schon was! Auch wenn man vom zufällig beiwohnenden Nachbarn als VIP wahrgenommen wird – Umparken im Kopf mal anders. 😉

Klassikertreffen an den OpelvillenZu den weiteren bemerkenswerten Begegnungen gehörte die mit Friedhelm Engler. Im Hinblick aufs Design 2020/25 wollte er mir zwar noch nichts verraten … zumindest geht er aber davon aus, dass die Autos dann noch Räder haben werden. Darüber hinaus würdigte der Opel-Chefkreative das straffe Blech so mancher Legende, während aktuellen Modellen mitunter doch so viele Sicken eingetrieben werden. Auch mit CEO KTN in ziemlich poppiger Blau/Gelb-Garderobe, der ein Admiral Cabrio präsentierte, und Jockel Winkelhock mit einem 4/20 kreuzten sich meine Wege.

Klassikertreffen an den OpelvillenÜbrigens: Auch ganz ohne Motor lässt sich beim Opelvillen-Klassikertreffen Staat machen: Schließlich war Opel in den Anfängen der größte Fahrradhersteller der Welt. Wie der Zufall es so will, laufe ich meinem Onkel in die Arme, der mir ganz stolz seinen alt-schwarzen Drahtesel vorstellt. An diesem Tag kann ich aber locker kontern mit: „Dein Rad?! – Mein Auto!“

Klassikertreffen an den Opelvillen Klassikertreffen an den Opelvillen
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