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ADAM Entwickler-Tagebuch Test

ADAM-Test – Crash-Kür in sechs Akten, Teil 2

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Verhält sich der Versuchswagen wie geplant? Wie kann das Auto wieder fach- und sachgerecht instandgesetzt werden? Stimmt der Realtestablauf mit der Simulation überein? Diese Fragen hatten wir im Kopf, als wir die ADAM Crash-Kür in sechs Akten organisierten. Werkstudent Tim Gießler begleitete die Versuche wissenschaftlich und fasst hier unsere Erkenntnisse zusammen:

Opel ADAM beim Crash-Test

Bei der ganzen Testreihe muss man wissen, dass es nach sechs Durchgängen direkt hintereinander ohne separate Schadensbegutachtung sehr schwer ist, die diversen Beschädigungen einem einzigen Aufprallereignis zuzuordnen. Höchstwahrscheinlich haben manche Crashs auch stärkere Auswirkungen, da die einzelnen Bauteile schon vorbelastet waren. Um alles genau zu prüfen, zerlegten wir unseren Versuchs-ADAM im Anschluss bis auf die Rohkarosse und schnitten Blechteile wie Seitenteil, Türen und Schweller frei.

Opel ADAM beim Crash-Test Die Front- und Heckangriffe auf der linken Seite hat der ADAM sehr gut überstanden. Die Crashboxen am Querträger vorn und hinten haben sich wie vorgesehen verformt und die Energie aufgenommen. Der Längsträger vorne links ist nach dem Frontcrash leicht eingedrückt, die Reparatur wäre aber mit einem schon erhältlichen Service-Abschnittsteil machbar. Alle Deformationen an Heck- und Bodenblech würden nach dem Heckcrash sogar durch Reparaturen ohne neue Komponenten verschwinden. An der linken Seite hinterließ der Heckaufprall keinen Schaden. Auch die Strukturteile im Unterbau (Längsträger) sind optisch und messtechnisch nicht beschädigt.

Opel ADAM beim Crash-Test Auf der rechten Seite waren die Gewalten wesentlich stärker, schließlich wirkte hier die dreifache Energie. Der Längsträger vorne ist rechts leicht eingedellt. Im Gegensatz zur linken Seite ist er im hinteren Bereich minimal in Richtung Fahrzeugmitte verbogen, was aber durch ein längeres Reparaturteil abzudecken wäre. Somit stünde der kompletten Reparatur an der Front nichts im Wege.

Opel ADAM beim Crash-Test Anders sieht es bei den seitlichen Crashs aus. Alle Schäden auf der linken Seite sind ohne Probleme instandzusetzen. Auf der rechten Seite wurde jedoch der Längsträger in der Bodengruppe um fünf Millimeter Richtung Fahrzeugmitte verschoben, was irreparabel ist. Die Verstärkungen im Schweller sind auch eingedrückt, wofür es keine Reparaturanweisung gibt. Durch die Deformation der Längsträger müsste der Wagen als Totalschaden bezeichnet werden. Einzige Alternative: eine komplett neue Rohkarosserie.

Insgesamt konnten wir feststellen, dass sich die reale Versuchsreihe mit den Simulationsergebnissen deckt. Das gilt auch für die Crashs, die bei uns mit einer höheren Geschwindigkeit als die RCAR-Tests durchgeführt wurden. Fünf Unfall-Szenarien ließen sich fach- und sachgerecht nach Herstellervorgaben reparieren, lediglich der rechte Seitenaufprall wäre problematisch.