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Astra Design Entwickler-Tagebuch

Neuer Astra: Keine Macht den Erlkönigjägern

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Opel Astra K: WintertestsWenn es nach mir ginge, wären neue Modelle wie der Astra K bis zu ihrer Premiere ausschließlich im kompletten Tarndress auf der Straße unterwegs. Keine Macht den Erlkönigjägern! 😉 Aber das ist leider nicht realisierbar. Wir dürfen nur so stark verfremden, dass die Kollegen bei ihren Testfahrten auch noch realistische Messergebnisse erfahren können. Außerdem nimmt ein TÜV-Prüfer das getarnte Fahrzeug ab, bevor auch nur ein Reifen den Asphalt berührt. Deshalb muss ich gerade in Sachen Scheinwerfer und Blinker Abstriche machen. Denn die sollen auch von der Seite noch gut sichtbar sein, sonst gibt es keine Plakette. Dabei sind gerade die doch so charakteristisch und damit für mich umso verhüllenswerter. Gar nicht so einfach, mein Job.

Opel Astra K: WintertestsEr hat aber auch seine guten Seiten. Wenn zum Beispiel meine neue Folie „Cube“ erfolgreich zum Einsatz kommt. Die hatte ich ursprünglich für den Astra K entworfen, um die neu gestaltete Front, den Grill mit dem markanten Opel-Blitz und das Heck vor neugierigen Blicken zu schützen. Die Kollegen aus der Design-Abteilung wollten aber schon vorab die Folie in Aktion sehen, da bot sich der Corsa natürlich an. Nach diesem „Testlauf“ stand fest: Die Verwirrung, die durch die 3D-Effekte auftritt, ist perfekt.

Von Anfang an war uns klar, dass wir beim neuen Astra den Innenraum besonders gut tarnen müssen. Deshalb haben wir erstmals eine Sichtschutzfolie für die Instrumente, die Mittelkonsole und das Infotainment-System verwendet. Das Material kennt man von Handys oder Laptops. Wer zum Beispiel häufig im Zug sitzt und arbeitet, will damit verhindern, dass der Nachbar auf den Bildschirm schauen kann. Unterfüttert haben wir die Folie mit Kunststoff- und Schaumstoffteilen, um die Instrumente schön zu verfremden. Trotzdem ist es nach wie vor die Pflicht eines jeden Testfahrers, beim Parken im Innenraum die Hüllen fallen zu lassen und alles abzudecken. Früher standen den Kollegen dafür handgenähte Kunstleder-Abdeckungen mit Klettverschluss zur Verfügung. Ich habe das Material etwas verfeinert, jetzt ist es ein leichterer Meshstoff wie bei einem Rucksack, bei dem alle Elemente wie etwa Lüftung oder Bedienknöpfe einzeln auf- und abgedeckt werden können. Eine spezielle Beschichtung versiegelt außerdem die Heck- und Seitenscheiben von außen, erlaubt aber die Sicht nach draußen. So sind unsere Prototypen auch bei kleinen Pausen unterwegs vor indiskreten Objektiven sicher.