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Motorsport Unternehmen

Formula Student – Lernen durch Rennen

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Formula Student: Opel sponsort Hochschul-RennserieUns liegen die rennbegeisterten Nachwuchs-Akademiker mehr denn je am Herzen. So hat Opel kürzlich einen Dreijahresvertrag als Zentralsponsor der Formula Student Germany unterzeichnet – und wird damit das Engagement auf die gesamte Hochschul-Rennserie ausdehnen. Zudem unterstützen wir seit diesem Jahr auch Teams der Technischen Universität Kaiserslautern und der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen. Zusammen mit der Hochschule RheinMain, der TU Darmstadt, der Hochschule Hamburg und der TH Deggendorf stehen jetzt insgesamt sechs universitäre Rennställe in Deutschland und drei in den USA auf der Förderliste des Unternehmens.

Formula Student: Opel sponsort Hochschul-RennserieKürzlich zeigte unser Entwicklungschef Charlie Klein beim Rollout des neuen Monoposto-Modells SPR15E im Opel-Auditorium Flagge. Den Elektro-Renner bringt die Scuderia Mensa auch beim Saisonhöhepunkt auf dem Hockenheimring (28. Juli bis 2. August) an den Start. Wir fragten die 21 Jahre alte Vanessa Reitzel, die im zweiten Semester Internationales Wirtschaftsingenieurwesen an der Rüsselsheimer Hochschule RheinMain studiert, welche Chancen sich das Opel-Team damit ausrechnet.

Was macht die Scuderia Mensa besonders stark? Formula Student: Opel sponsort Hochschul-Rennserie
Bei der Formula Student geht’s ja darum, das in der Hochschule oder auf der Uni theoretisch erlernte Wissen in praktische Arbeit umzusetzen und so besser zu verinnerlichen. Jeder einzelne bei der Scuderia Mensa hat das Gefühl, in einem ambitionierten Team an einem großartigen Projekt mitzuwirken. Das Zusammenspiel zwischen erfahreneren und unbedarften Kommilitonen fördert jedes Mitglied ungemein. So tauschen wir gegenseitig Eindrücke aus und geben Know-how weiter. Durch den professionellen – und wie im Falle Opel teilweise sogar herzlichen – Kontakt zu unseren Förderern erhalten wir wertvolle Einblicke in verschiedene Unternehmen und Branchen. So können wir uns während des Studiums optimal auf das spätere Berufsleben vorbereiten. Dieses Bewusstsein macht jeden Einzelnen und in Summe uns als Team stark.

Wer steht hinter der Scuderia Mensa?
Wir sind rund 30 aktive Studenten, die während einer Saison das komplette Auto entwickeln, konstruieren und fahren. Unser Team besteht aus angehenden Maschinenbauern, Elektrotechnikern, Informatikern, internationalen Wirtschaftsingenieuren und Mediamanagement-Experten. Dabei übernehmen die Teammitglieder die den persönlichen Neigungen und Fähigkeiten entsprechenden Funktionen. Ich bin neu in der Scuderia und als Wirtschaftsingenieurin in der Marketing-Mannschaft mit der Umfeld-Organisation betraut. Mein Aufgabenspektrum reicht vom Bestellen der Teamkleidung über die Wartung unserer Facebook-Seite bis hin zur Vorbereitung von Veranstaltungen. Hinter dem Team steht der Verein „Scuderia Mensa HS RheinMain Racing“. Der Verein setzt sich hauptsächlich aus ehemaligen Mitgliedern zusammen. Als Projekt der Hochschule RheinMain genießen wir die Unterstützung von zahlreichen Sponsoren, ohne deren Engagement – siehe Opel – dieses Ding kaum zu stemmen wäre.

Formula Student: Opel sponsort Hochschul-Rennserie Formula Student: Opel sponsort Hochschul-Rennserie

Wie kam es zur Kooperation mit Opel?
Schon seit der Scuderia Mensa-Gründung 2007 werden wir von Opel unterstützt. Die damalige Teamchefin Christina Collatz hat die Kooperation in die Wege geleitet.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit den Opel-Ingenieuren?
Die Zusammenarbeit mit Opel ist eine große Bereicherung für das Team. Es ist ganz üblich und normal, dass wir offen und auf Augenhöhe mit den Profis vom Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) sprechen. Die Rüsselsheimer „Kollegen“ stehen uns vor und während der Saison jederzeit mit Rat, Tat und konkreten Tipps zur Seite. Falls wir technische Probleme haben, suchen wir gemeinsam mit dem interdisziplinären Opel Formula Student Core Team, dem der Blogger und Formula Student-Juror Dr. Thomas Wagner angehört, nach Lösungen. Dabei ist Udo Zuck, der auch die Formula Student-Validierungsfahrten in Dudenhofen und auf dem Prüffeld in Pferdsfeld koordiniert, einer unserer wichtigsten Ansprechpartner. In Sachen Fertigungsplanung unterstützt uns Elisabeth Zuck sehr tatkräftig. Unter anderem hat die ITEZ-Ingenieurin den Test im Opel „Battery Refurbishment Center“ initiiert, so dass wir uns voll aufs Herz unseres Autos, den Hochvolt-Akku, verlassen können.

Formula Student: Opel sponsort Hochschul-Rennserie Formula Student: Opel sponsort Hochschul-Rennserie

Was macht den SPR15E besonders konkurrenzfähig?
Bereits am Anfang der Saison legten wir exakt fest, welche Bauelemente Opel idealerweise für uns herstellen kann. An unserem SPR15E stammen die Radträger und -naben, Felgensterne, Distanzscheiben und einige Getriebeteile aus den Opel-Werkstätten. Vor allem unsere Radträger haben es in sich – ein in der Herstellung sehr komplexes Bauteil. Viele Stunden dauert es, einen einzigen Radträger auf einer 5-Achs-Fräse gemäß unserer konstruktiven Auslegung in Form zu bringen. Der Aufwand hat sich aber gelohnt. Die Komponenten sehen toll aus und haben sich bei Probeläufen im Einbauumfeld bewährt. Damit sollten wir uns in puncto Handling schon einen gewissen Wettbewerbsvorsprung herausgearbeitet haben.

Welches Ziel verfolgt die Scuderia Mensa in dieser Formula Student-Saison?
Dieses Jahr werden wir in Hockenheim, in Barcelona und im tschechischen Most antreten. Die Events gehen jedoch nicht wie klassische Rennen über die Bühne. Vielmehr muss sich das Team jeweils in acht Disziplinen unter Beweis stellen. Über die dynamischen Wettkämpfe auf Zeit hinaus werden professionelle Ausarbeitungen der Ingenieursarbeit, ein Business-Plan-Konzept und das Kostenmanagement bewertet. Theoretisch sind wir so aufgestellt, um in jeder Wertungskategorie vorne mitmischen zu können. In der Praxis ist die Leistungsdichte aber schon enorm – Tendenz steigend, wie sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat. Wer sich auch nur einen Ausrutscher leistet, hat in diesem Teilnehmerfeld mit insgesamt 112 Teams aus über 30 Nationen keine Chance mehr auf einen Spitzenplatz.

Kommentare (11)

  1. Wie erklärt sich eigentlich diese eigenwillige Optik, kurzer Radstand mit extremen vorderem Überhang ?

    Im Selbstversuch: Äußerste Kurvenwilligkeit wegen enger Parcours + ein ausreichend großes/gefordertes Crashelement.

    Was vergessen (?), bitte korrigieren/ergänzen !

    • Richtig Didi, die meisten Teams kürzen den Radstand auf das was noch im Reglement erlaubt ist aufgrund der Kurveneigenschaften.
      Bis zur Nasenspitze ist tatsächlich eine sogenannte Crashbox verursacht. Diese besteht meistens aus einem speziellen Crash-Schaum oder aus Aluminiumschaum.

  2. Dann treten die Opel-Teams wohl auch gegen die Studenten der Uni Stuttgart an. Die haben jetzt angeblich einen neuen 0 auf 100 km/h-Rekord für Elektrofahrzeuge aufgestellt: 1,779 Sekunden. Viel Feind’, viel Ehr’! kann ich da nur sagen.

    • sah das video – echt “abgefahren” !

      Doch wieviel bleibt an alltags/serien-nutzen ?!? Sowie bei der Formel 1 😉

    • In der Tat werden die Opel Teams auch teilweise gegen das Greenteam aus Stuttgart antreten (die E-Teams jedenfalls). Allerdings wurde das Fahrzeug für den Weltrekord nicht so betrieben wie es dann für das Rennen in Hockenheim zulässig ist (Leistung etc). Die 1,779 Sekunden werden am Wochenende dann sicherlich nicht mehr erreicht.

      Der Alltags/Serien-Nutzen ist recht groß. Allein deswegen, dass z.B. die klugen Köpfe die eine Motorsteuerung für 4-Radnabenmotoren entwickeln die so solche Beschleunigungen ermöglicht danach höchstwahrscheinlich für die Serienentwicklung arbeiten werden.

      • Sehr interessant. Also darf man in Zukunft wieder mehr von Opel in Sachen Elektromobilität erwarten.

      • Joh, ist bestimmt ein gutes “Gesellenstück” zur Bewerbung späterer Stellenausschreibungen.
        Haben die Renner jetzt alle Radnabenmotoren oder ist da doch noch recht viel Spielraum, wo jeder seine Vor-/Nachteile, “Philosophien” verfolgt ?!?

        • In der Elektroklasse gibt es tatsächlich noch viel Spielraum. Es gibt Teams mit einem Motor und mechanischem Sperrdifferenzial, Teams mit 2 Motoren oder eben Teams mit 4 Motoren. Wichtig hierbei ist, dass auf 80 kW geregelt werden muss. Natürlich hat jede Philosophie Vor- sowie Nachteile. Die Variante mit einem Motor ist technisch am einfachsten, da gibt es meist kauffertige Lösungen mit Controller etc. Bei mehreren Motoren wird das ganze schnell sehr kompliziert.
          Die Sponsoren der Teams und des Events investieren ebenfalls viel Leidenschaft in diese Projekte um die möglichen Zukünftigen Mitarbeiter noch besser zu unterstützen. Die Teams fungieren wie kleinere Firmen die ein Auto von der ersten Idee auf dem Papier bishin zum fertigen Auto entwicklen. So viele Prozesse hinsichtlich des Marketings, der Fertigung, der Entwicklung und der Validation kriegt ein einzelner Ingenieur in seinem zukünftigen Job dann nicht mehr mit 😉