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Entwicklung Mobilität

Fahrhilfen: Reimer Völz macht mobil

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Reimer Völz sitzt seit einem Unfall vor 23 Jahren im Rollstuhl und er weiß ganz genau: Insbesondere für Menschen mit körperlichem Handicap sind Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit von enormer Bedeutung. Auch weil seine Begeisterung für Autos nie nachgelassen hat, unterstützt der ITEZ-Ingenieur die Opel-Sonderfahrzeugentwicklung und Opel Special Vehicles & Service Workshops bei der Entwicklung so genannter Mobilitätshilfen. Diese aktuell für Astra J, Cascada, Corsa, Insignia und Zafira Tourer mit Automatikgetriebe erhältlichen Einrichtungen können einfach beim Neuwagenkauf im Autohaus mitbestellt oder über den Konfigurator als Sonderausstattung ausgewählt werden. Und das mit voller Herstellergarantie. Derzeit arbeiten Völz und seine Kollegen an Lösungen für weitere Modelle. Über Neuigkeiten werden wir hier in K-ürze berichten.

ITEZ-Ingenieur Reimer Völz mit selbst umgerüstetem OldtimerÜbrigens besitzt er mehrere selbst umgerüstete Oldtimer, darunter Calibra, Admiral und Commodore. Unermüdlich macht sich Reimer Völz dafür stark, dass Opel mehr Service für Behinderte anbietet. Bei einer Präsentation kam er mit Dr. Karl-Thomas Neumann ins Gespräch, der die nötigen Weichen stellte. Seitdem ist Völz als technischer Berater immer mit im Boot. Neuentwicklungen erteilt der 58-Jährige erst dann seinen Segen, wenn er sie selbst auf Herz und Nieren getestet hat.

Beispiele: Dank eines Bediengeräts, das Gas- und Bremsbefehle mit der rechten Hand erlaubt, sind Rollstuhlfahrer weitgehend Auto-nom. Auch der Lenkrad-Drehknopf zur Steuerung mit der linken Hand und die Pedalabdeckung wurden von Reimer Völz auf Alltagstauglichkeit getestet. Selbstverständlich achten die Opel Special Vehicles & Service Workshops-Umbauexperten darauf, dass der Airbag nach den Einbauten voll funktionstüchtig bleibt. Auch in puncto Bremskraftunterstützung und ABS gibt es keine Einschränkungen, da diese Funktionen von der Opel-Sonderfahrzeugentwicklung nach umfangreichen Tests freigegeben werden. Praktischer Nebeneffekt: Nicht-Behinderte können das Bediengerät mit wenigen Handgriffen deaktivieren und so den umgebauten Opel dann wie gewohnt für sich nutzen. Und damit der ganze Fahrspaß bezahlbar bleibt, gewährt Opel bis zu 20 Prozent Rabatt auf den Kaufpreis für Käufer mit Handicap.

Sicher auf Tour mit Opel-Fahrhilfen Sicher auf Tour mit Opel-Fahrhilfen

Darüber hinaus bietet unser langjähriger Kooperationspartner REHA Group Automotive individuelle Umrüstungen wie den Rollstuhleinzug oder spezielle Verladesysteme an. Beratung, Auftragsannahme und Auslieferung der umgebauten Fahrzeuge finden beim Opel-Händler statt. Klingt selbstverständlich, ist aber leider keineswegs branchenüblich und deshalb für die Betroffenen ein großer Fortschritt in Sachen Service.

Sicher auf Tour mit Opel-Fahrhilfen im CascadaBleibt die Frage: Warum setzt Opel Special Vehicles & Service Workshops bei Messen, Präsentationen oder in Marketing-Materialien eigentlich ausgerechnet auf unser Cruising-Cabrio, um für die Spezialeinbauten zu werben? „Der Cascada ist genau die Art von Auto, auf die Menschen mit meinem Handicap abfahren. Viele Menschen haben doch immer noch völlig falsche Vorstellungen vom Leben und den Bedürfnissen eines Gehbehinderten. Keiner von uns will einen Lieferwagen, dem man seine Sonderfunktion schon kilometerweit ansieht“, bringt Reimer Völz es auf den Punkt.

Verbrauchs- und Emissionswerte: Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem ‚Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagenʻ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH unentgeltlich erhältlich ist.

Kommentare (7)

  1. Gut das dieser Ingenieur seine Ideen frei leben darf.

    Könnte man das Handgas und die Bremse als Drive By Wire, ohne die unschönen Stangen ausführen? Sprich einen Kleinkabelsatz vom den ursprünglichen fahrzeugseitigen Steckern hinter der Pedalerie bis zur Mittelkonsole führen, unter der Tunnelkonsole entlang, und dann seitlich neben dem Sitz die Verstelleinheit und deren, noch zu entwickelnden Potenziometern, anschliessen?

    Muss bei einem “Behindertenfahrzeug” eigentlich überhaupt noch eine originale Pedalerie für die Zulassung eingebaut sein?

    Ohne dies ergäbe das mehr Beinfreiheit und man wäre flexibler beim ein und aussteigen. Eine Lösung für die Bedienung des Bremskraftverstärkers könnte doch mittels eines Elektromotors realisiert werden.

    • Drive by Wire ist glaube ich Gesetzlich noch ein Problem? Bin mir jetzt nicht sicher, aber war es nicht Honda oder Toyota das die Lenkung komplettt elektronisch umsetzen will und als Backup in den ersten Modellen immernoch eine mechanische Verbindung besteht. Rein aus gesetzlichen Gründen?

    • @Matze: Machbar wäre das, die Firma Paravan hat es als sogenanntes SpaceDrive im Programm. Solche individuellen Spezialanfertigungen sind ab Werk jedoch schwierig abzubilden.

      Zur Frage nach der Pedalerie: Da ist es so, dass das Fahrzeug ja auch der Lebenspartner fahren möchte. Das Auto ist schnell umfunktioniert, Lenkraddrehknopf abnehmen, Pedalabdeckung unten abziehen und das Gas/Bremsgestänge entriegeln. Fertig. Dieser Vorgang dauert ca. 1 Minute und dann kann jemand anders das Fahrzeug fahren.

    • Die Pedale müssen natürlich bleiben, denn das Fahrzeug muss ja auch von Mechanikern, Werkstattmeistern etc. bewegt werden können, die nicht täglich mit der betreffenden Umrüstungsvariante zu tun haben.

  2. In Bezug auf den demografischen Wandel und “neuer” Volkskrankheiten, wie die MS ist dieses Thema hochspannend. Menschen möglichst lange die Möglichkeit der Individualmobilität zu bewahren, ist von immer größerer Bedeutung.

    • Ich finde es auch toll, dass sich Opel diesem Thema widmet. Mein Opa hatte MS und war über jede Hilfe um mobil zu bleiben sehr dankbar. Dies ist sicher kein lukratives Geschäft, aber ethisch sehr löblich. Und ein Cabrio für Menschen mit Handicap gibt es sicher nicht so oft. Schön, dass Menschen mit derartigen Schicksalen nicht auf tolle Autos verzichten müssen. Weiter so Opel!

      • Den Beiträgen hier schliesse ich mich gerne an. Es ist sehr löblich an diesem Thema dran zu bleiben und Menschen mit Einschränkungen zur (Auto-) Mobilität zu verhelfen. Sehr gut finde ich auch die konsequente Einbindung eines Ingenieurs mit Handicap in die Entwicklung der Sonderfahrzeuge, denn dessen Erfahrungen sind nicht zu ersetzen. Sehr erstaunt bin ich ebenfalls darüber, das sogar der schicke Cascada umgerüstet werden kann. Toll!
        Ich würde mich über weitere Beiträge zu Opel Special Vehicles & Service Workshops-Umbauten sehr freuen.