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Allgemein Classic Gastbeitrag

didi an den Opelvillen – Gelbfieber

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16. Klassikertreffen an den OpelvillenPetrus war auf unserer Seite – so lachte an jenem denkwürdigen Sonntag (Deutschland – Slowakei 3:0) meist die Sonne über dem Rüsselsheimer Oldtimer-Mekka. Rund 30.000 Besucher pilgerten gen Mainwiese, um die Reihen der mehr als 3.000 versammelten Schätzchen unterschiedlicher Marken abzuschreiten. In der jazzig-chilligen Picknick-Atmosphäre im Stadtpark und an den Opelvillen entfalteten die Chromjuwelen ihre volle Wirkung. Zur 16. Auflage des bundesweit größten eintägigen Klassikertreffens steuerte auch didi einen Augenschmaus bei: Mit dem markant gestreiften 69er Opel GT aus unserer Oldtimer-Werkstatt bereicherte er einmal mehr die Szenerie. Dabei war auch das Glück mit dem Tüchtigen: Ganz zufällig machte der Opel-Blog-Nutzer der ersten Stunde Bekanntschaft mit der „GT-Eminenz“. Hier sein Erlebnisbericht:

16. Klassikertreffen an den OpelvillenNachdem Opel uns in Genf mit dem GT Concept aufs emotionalste überraschte, wollte ich mich als Blog-Reporter beim Klassikertreffen an den Opelvillen kaum lumpen lassen. Und dann stand er tatsächlich zur Verfügung. Der GT. Das Original. Von 1969. In Gelb. Mich packte sofort das Fieber.

16. Klassikertreffen an den OpelvillenWar man erstmal drin – selbst meine 198 cm passten irgendwie rein – gab’s kein Zurück mehr. Das Fahren….man war mit ihm, in ihm, in seinem Element. Wo der kalte Motor im Standgas erst noch etwas zuckelte, vier Gänge später alles vergessen. Der große, fein gegliederte Drehzahlmesser, eine Reihe weiterer „Uhren“, die sich zum Fahrer neigen … herrlich. Die Krönung ist das Lenkrad: riesengroß, spargeldünn, tief gekesselt und aus Kunststoff im Holz-Look.

Opel kam zur Veranstaltung mit Rang und Wagen vorgefahren: KTN samt Familie im Feuerwehr-Rekord Caravan, Markenbotschafter Jockel Winkelhock im Rekord D Caravan, Kommunikations-Chef Harald Hamprecht im Rekord-Lieferwagen … und natürlich der Rüsselsheimer OB Patrick Burghardt im ADAC-Kadett Caravan.

16. Klassikertreffen an den Opelvillen 16. Klassikertreffen an den Opelvillen 16. Klassikertreffen an den Opelvillen

16. Klassikertreffen an den OpelvillenIch war mit „meinem“ Auto schon auch in offizieller Mission unterwegs – naja, zumindest in halboffizieller. Das merkte ich spätestens bei der Ankunft am Info-Stand vor den Opelvillen: Flugs räumte die charmante Einweiserin die Absperrung beiseite, so dass die gelbe Pracht standesgemäß die Pole Position einnehmen konnte. Wenige Augenblicke später stand in gleicher Ausrichtung ein beiger B-Kadett daneben – auch etwas zum Vorzeigen. „Baujahr 1966, frühe Serie“, stellte das wandelnde Opel-Ahnen-Lexikon Jens Cooper beim Blick in den Motorraum fest. „Hier gibt’s noch Schweißpunkte, später wurden die Kotflügelbleche zwecks Reparaturfreundlichkeit verschraubt.“ Aha. Auch František Vahala nickte sichtlich beeindruckt. Der freie Journalist und Classic-Blogger hatte die altehrwürdige Limousine, die unter der Regie von „Auto Tip“ – tschechisches Pendant von „Auto Bild“ – kurz zuvor fertigrestauriert wurde, vom 550 Kilometer entfernten Prag nach Rüsselsheim gebracht. Problemlos. Ganz gemütlich. Eine unbefleckte Jungfernfahrt zur Wiege, sozusagen.

Zu Fuß erkundete ich daraufhin das weite Areal um die Opelvillen, die Mainwiesen und den Verna-Park. Geprägt von meiner „Nur Fliegen ist schöner“-Erfahrung hielt ich natürlich, bewusst oder unbewusst, Ausschau nach dem GT. Und davon kamen schnell so einige Exemplare zusammen. Mehr oder weniger geschmackvoll getunt, erfreulich viele im Original-Zustand, gerne auch die US-Version – über 50 Prozent der Gesamtproduktion wurden laut Jens Cooper über den großen Teich verschifft – zu erkennen an den dort vorgeschriebenen Begrenzungslichtern.

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16. Klassikertreffen an den OpelvillenEs geschah dann an einem blauen GT/J  (J für Junior, günstige Einsteiger-Version). Die Motorhaube war geöffnet, ein DIN-A4 großes Foto lag an der Windschutzscheibe und dokumentierte eine Signierung. Über der Spritzwand das Autogramm in weißer Schrift: „Erhard Schnell“. Uiii. Ich zeigte gerade noch mit dem Finger drauf, da kam dezent von der Seite der Hinweis: Er steht gegenüber. Erhard Schnell. Der GT-Zeichner himself. Wow. Alles nicht geplant und doch so genial.

16. Klassikertreffen an den OpelvillenDer „Vater des GT“, Jahrgang 1927, war sogleich bereit für ein Gespräch und einen gemeinsamen Gang durch den Park. Für den GT Concept ist auch er zu begeistern – das Pure und Schnörkellose ist hier wiederzuerkennen – ganz im Sinne der „GT-Eminenz“. Opel, da waren wir uns einig, tut gut daran zu emotionalisieren, eben: Technik die begeistert! Freilich erwähnte ich „mein“ gelbes Designerstück und Herr Schnell ließ es sich nicht nehmen, dieses sogleich zu inspizieren.

Doch irgendwann geht auch so ein schöner Tag vorbei und ich musste der Opel-Oldtimer-Werkstatt „meinen“ GT zurückerstatten. Vielen Dank nochmal dafür. Gerne wieder. 😉