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Entwickler-Tagebuch Insignia Technik

AF50-8 im neuen Insignia – (Sp)reizend verpackt

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Unser AF50-8 ist hier ja stark nachgefragt. Das freut uns natürlich. Schließlich haben wir eine Menge Grips investiert, um unserem neuen Flaggschiff die extra reibungsarme 8-Stufen-Automatik auf den sportiven Leib zu schneidern. Es wäre schön, wenn die Bestellzahlen das Blog-Interesse widerspiegeln würden. Hier einige Kaufargumente:

ATZ-ArtikelDie größte Stärke der neuen 8-Stufen-Automatik liegt, wie im ATZ-Beitrag schon beschrieben, in der Kombination aus hoher Drehmomentkapazität (bis 480 Nm), großer Spreizung (7,8) und der extrem kompakten Bauweise, die sich auch im niedrigen Gewicht von 98 Kilogramm niederschlägt. Aus Ingenieurs-Sicht trennt sich hier tatsächlich die Spreu vom Weizen – Stichwort: Integrationsfähigkeit. Denn was nutzt mir ein Kaventsmann, der es zwar mit Riesen-Antriebskräften aufnehmen kann, der aber nicht in den vorgegebenen Bauraum passt? Eben.

Unser für den Front-Quereinbau konzipierter Achtender basiert auf dem AF40-6, das in verschiedenen Serien-Applikationen Karriere macht. Demgegenüber wurde im Wesentlichen der vordere Planetensatz modifiziert und ein weiteres Schaltelement (C4) hinzugefügt. Die folgenden Kraftflussdiagramme zeigen die Einbindung der beiden Komponenten ins Gesamtkonzept.

Kraftfluss-1 Kraftfluss-2

Selbstverständlich fordern solche Extras ihren Tribut: Im Vergleich mit dem 6-Gänger legen wir mit dem AF50-8 zu … um sage und schreibe 18 Millimeter. Die folgenden Perspektiven deuten an, was wir mit viel Geduld und Spucke geschafft haben. Wir sprechen da wohl zu Recht von intelligentem Packaging.

Vergleich-1 Vergleich-2

18 Millimeter für zwei zusätzliche Schaltstufen – so lautet die Rechnung der Integrations-Experten. Dabei ist diese Maßnahme kein Selbstzweck. Schließlich trägt die weitere Spreizung dazu bei, das durchschnittliche Drehzahlniveau beträchtlich abzusenken. Darüber hinaus zahlen Optimierungen wie die Reduzierung der Schleppmomente vor allem im Bereich Ölpumpe und Kupplungselemente auf das Effizienz-Konto des Getriebes ein. In Summe realisieren wir mit dem AF50-8 eine Reduktion des NEFZ-Kraftstoffverbrauchs um 7,7 Prozent gegenüber der 6-Stufen-Referenz. Das ist das Ergebnis unserer akribischen Vergleiche und Tests – auch bei extremen Bedingungen.

Wintertest_Getriebe

Nun kann man ja bei einer Wandlerautomatik – anders als beispielsweise beim Schaltgetriebe – nicht so einfach die Übersetzungsverhältnisse der einzelnen Gänge ändern. Uns steht als Einstellmöglichkeit nur der Achsantrieb zur Verfügung. Und den haben wir so justiert, dass Stufe 1 schon deutlich kürzer ausfällt als beim 6-Gänger. Das führt zu einer spürbar spontaneren Anfahrcharakteristik.

Auf der anderen Seite des breiten Spreizungs-Spektrums steigert unsere drehzahlsenkende Auslegung die Effizienz des Insignia mit Twinster-Allradantrieb und AF50-8. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der 2.0 Turbo in der siebten Schaltstufe, die längere achte Stufe fördert souveränes Cruisen. Das beschert neben der erwähnten Spriteinsparung einen merklich besseren Geräuschkomfort.

Die Gangübersetzungen sind ausgesprochen harmonisch, was die folgende Darstellung vermittelt.

Diagramm

Seinen Teil zur Drehzahlabsenkung auch in den unteren Gängen trägt der ebenfalls neu entwickelte Drehmomentwandler bei. Auf diese Komponente werde ich in meinem nächsten Beitrag zum AF50-8 näher eingehen.

Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagen, die in Deutschland zum Verkauf angeboten werden, können dem entsprechenden Leitfaden entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH unentgeltlich erhältlich ist.