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Entwickler-Tagebuch Insignia Technik

AF50-8 im neuen Insignia – Null Störungs-Toleranz

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Nachdem ich zunächst unsere neue 8-Stufen-Automatik für den Insignia vorgestellt und die Basiskonstruktion  erklärt habe, möchte ich hier auf den neuen Drehmomentwandler eingehen. Schließlich liefert diese zentrale AF50-8-Komponente einen wichtigen Teil der Antwort auf die Kardinalsfrage: Wie bringen wir geringen Verbrauch, spontanes Ansprechverhalten und hohen Komfort unter einen Hut?

Unser Schlüssel zum Erfolg trägt den geschmeidigen Namen „Super Long Travel Damper 2. Generation“, kurz: SLTD II. Dank dieser Technologie können wir die Wandlerüberbrückungskupplung sehr früh schließen. Was bringt das? Dazu ein kleiner Exkurs in Sachen Antriebskomfort:

Jeder Motor erzeugt gewisse Anregungen in das Getriebe und in die Struktur des Fahrzeugs. Allfällige Störgeräusche oder gar Vibrationen im Innenraum empfindet der Kunde je nach Intensität als unangenehm bis unerträglich. Auch wir Entwickler sind da sehr empfindlich. Beim Insignia B, der ja von der neuen E2-Plattform profitiert, galt gewissermaßen null Störungs-Toleranz.

Natürlich haben die Motor-Kollegen, die ja an der Störfrequenzquelle sitzen, das Menschenmögliche geleistet. Um den Rest kümmerten wir uns. 😉 Wo möglich kappten wir die Übertragungswege in unser Aggregat oder dämpften die Anregungen bis zur Bedeutungslosigkeit ab. Dafür kamen mehrere Lösungen in Betracht. Wir entschieden uns für den SLTD II.

Dabei handelt es sich, vereinfacht ausgedrückt, um gebogene Federn. So entkoppeln wir die Primär- von der Sekundärseite des Wandlers und verhindern, dass Schwingungen in das Getriebe und via Achswellen in die Struktur des Fahrzeugs übertragen werden. Beim SLTD II galt es, die Feder-Dämpfer bei verschiedenen Betriebsbedingungen jeweils exakt auf das Verhalten einzelner Komponenten und auf den „Resonanzraum“ Insignia abzustimmen. Wahrlich kein Pappenstiel. Das weiß jeder, der mal versuchte, einem nervigen Geräusch auf die Spur zu kommen.

Das folgende Schaubild kennzeichnet die Federkennlinien für mehrfach gestufte Wandler-Versionen, die wir im AF50 global einsetzen. Im Insignia in Europa macht übrigens ausschließlich der 2-stufige Wandler Karriere.

Zurück zur Wandlerüberbrückungskupplung: Sicher … die könnte man ohne weiteres kontrolliert schleifen lassen, um die vom Motor herrührenden Schwingungen zu minimieren. Dieser „limited slip“, wie wir das nennen, ist allerdings recht ineffizient. Antriebsenergie verpufft in Form von Wärme, was den Verbrauch in die Höhe treibt – für uns laut Lastenheft keine Option.

Stattdessen konnten wir bei unserem AF50-8 dank des ausgeklügelten Dämpfungssystems samt optimaler Komponenten-Auswahl die Schaltpunkte progressiv setzen. Die Wandlerüberbrückungskupplung agiert also sehr viel schneller – bei voller Souveränität des Gesamtsystems. So erzielten wir die im „Sport“-Modus extra dynamische Schaltcharakteristik und gleichzeitig den gewünschten Spritspareffekt bei angemessenem Bedien- und Geräuschkomfort.

Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagen, die in Deutschland zum Verkauf angeboten werden, können dem entsprechenden Leitfaden entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH unentgeltlich erhältlich ist.