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US-Report: Freundliche Early Birds

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Die treuen Blog-Leser werden mich noch kennen. Seit 2009 lieferte ich regelmäßig Beiträge fürs Entwickler-Tagebuch – zuletzt in meiner Funktion als Akustik-Ingenieur für ADAM, Mokka, Meriva und Crossland X. Nachdem ich aber vor über einem Jahr das Angebot annahm, Erfahrungen bei der Mutter GM in Detroit zu sammeln, musste ich hier kürzer treten. Gerne erkläre und zeige ich hier gerne, was uns – meiner Frau Miriam und mir – mein US-Engagement beschert hat:

Was mir direkt auffiel: Die US-Kollegen sind tendenziell „early birds“ – eigentlich gegen meine Natur 😉 – und sie bringen ihr Lunchpaket stets von zu Hause mit. Gegessen wird dann in kleinen Gruppen im Büro. Ansonsten unterscheiden sich die Herangehens- und Arbeitsweisen der GM-Mitarbeiter in Detroit kaum von denen der Opel-Kollegen in Rüsselsheim. Die Prozesse sind quasi identisch. Da merkt man halt, dass die Beziehungen in diesem Unternehmen seit Jahrzehnten gewachsen und etabliert sind.

Die Amerikaner verhalten sich angesichts von Management-Entscheidungen grundsätzlich zurückhaltend und loyal. Auffällig ist auch, dass Kritik kaum direkt formuliert wird. Typisch ist die P-N-P- oder Sandwich-Taktik: Der Negativ-Aspekt wird zwischen zwei Positiv-Argumente gesteckt. Wenn man morgens selbstverständlich mit einem freundlichen „How are you?“ begrüßt wird, entsteht automatisch das wohlige Gefühl, zur Familie zu gehören. Da können sich die Deutschen – mich eingeschlossen – eine Scheibe von abschneiden …

Was aber zeichnet Detroit/Michigan ganz grundsätzlich als Wirkungsstätte aus? Nun, die Detroit Metro Area besitzt aufgrund ihrer Historie eine intakte Infrastruktur. Nicht umsonst sind hier nach wie vor neben den „Big Three“ – GM, Ford und FCA – bedeutende OEM wie die VW Group, Mercedes-Benz oder Hyundai und in deren Gefolge zahlreiche Zulieferer ansässig. So lernt man viele Gleichgesinnte kennen. Es ist also recht leicht, Netzwerke zu bilden und sogar Freundschaften zu knüpfen. Tatsächlich sind die Menschen hier sehr offen und freundlich. Der typische Detroiter ist stolz auf seine Heimat und schwelgt gerne in Traditionen. Und: Wir nehmen die Stadt und ihre Umgebung, entgegen der landläufigen Meinung, als lebenslustig und sicher wahr!

Dazu kommt der hohe Freizeitwert. Detroit allein ist eine Reise wert. Kanada liegt quasi vor der Haustür. Metropolen wie Toronto und Chicago sind einen Steinwurf entfernt. Und nicht zu vergessen: Die großen Seen. Mein Highlight ist der Lake Michigan, klares Süßwasser mit tollem Sandstrand.

Als neues Hobby haben wir das Mountain Biken entdeckt. Wir sind oft an der frischen Luft: Gassi gehen mit den Hunden, joggen, schwimmen, Rad fahren und natürlich reisen. Außerdem haben wir ein großes Haus mit pflegeintensivem Garten. So können wir essen gehen, was wir sehr gerne tun, ohne dabei zuzunehmen. 😉

Viele werden wissen wollen, welchen Dienstwagen ich als „Global Green House Gas  Strategist“ fahre. Nun, leider hat das International Service Personal keine Wahl. Sonst wäre es wohl eine Corvette geworden. Das scharfe Teil hier auf dem Foto nahm ich beim Händler um die Ecke in Augenschein.

Traum beiseite, wir bekommen ein Fahrzeug gestellt. Mein erster Wagen hier war der GMC Yukon XL 5.3 V8. Diesen Fullsize Truck habe ich wider Erwarten geliebt. Man mag es kaum glauben: Auf Langstrecken verbrauchte ich damit umgerechnet nur 9 Liter je 100 Kilometer. Derzeit fahre ich einen Midsize SUV, den GMC Acadia. Privat haben wir uns einen gebrauchten Compact SUV zugelegt. Das Saturn-Pendant zum Opel Antara heißt Vue. Miriam nennt „sie“ liebevoll Madame Vue. 🙂