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Design der Zukunft: Auf die Grimasse kommt’s an

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„Das Wohnzimmer auf der Überholspur: Wie Autos in der Zukunft aussehen werden – und was das für die Passagiere bedeutet“ – unter diesem Motto fachsimpelte unser Chefdesigner Friedhelm Engler auf der „OPELxWIRED future.mobility“-Konferenz mit Professor Lutz Fügener von der Hochschule Pforzheim.

„OPELxWIRED future.mobility“-KonferenzBeim autonomen Fahren geht es zukünftig mehr um das Leben im Auto als nur um die Beförderung von A nach B, meinte Lutz Fügener. Und das verlange nach einem anderen Interieur. Design bleibe eine Schlüsseldisziplin, denn sowohl das Konzept als auch die Ästhetik eines Autos dürfen weiterhin als Kaufanreize gelten. Im Vordergrund stehe die Umsetzung von Kundenwünschen. Und die Nutzer wollten eher klare, minimalistische Formen als „verrückte Ideen“.

„OPELxWIRED future.mobility“-Konferenz„Wir Designer stehen vor einer Riesenaufgabe, denn mit autonomen Fahrzeugen wird es schwieriger, Emotionen auszulösen“, erklärte Friedhelm Engler. Und bis die Menschen solchen Autos gegenüber Vertrauen entwickelten, sei das Exterieur, also die „Grimasse“ nicht zu unterschätzen. Die Kommunikation zwischen den Verkehrsteilnehmern Roboter und Mensch müsse intuitiv über das Design funktionieren.

Friedhelm Engler sprach von einer „fundamental anderen Denkweise“. So schaffe beispielsweise die Elektrifizierung von Fahrzeugen neuen Gestaltungsspielraum. Schließlich könne die Batterie „überall“ platziert werden. Die heute praktizierte Konzeption eines Autos von außen nach innen sei bald überholt.

Fügener und Engler waren sich einig, dass neue Ideen gerade auch „aus Konflikten entstehen“. Da hilft es auch, dass unterschiedliche Generationen sehr verschieden denken und viel voneinander lernen können. Von seinen Studenten weiß Fügener beispielsweise, dass sie kein Problem darin sehen, wenn sie als Autodesigner in Großstädten keinen eigenen Wagen mehr besitzen. Für sie steht der Nutzungsgedanke im Vordergrund und so steigen sie wie selbstverständlich auf andere Fortbewegungsarten oder -angebote um.

Hier knüpfte Friedhelm Engler an: Auch in Zukunft sei vor allem Talent entscheidend, um Fahrzeuge zu entwerfen, die Begehrlichkeiten wecken. Talent, Trends zu erkennen und Entwicklungen vorauszusehen. Dies gepaart mit dem Talent, sich für seine Ideen und Visionen professionell einzusetzen. So gelte es immer wieder, den Vorstand von Konzepten zu überzeugen, „damit das Denken konkrete Formen annimmt“. Designer müssten mit langwierigen Entstehungsprozessen klarkommen. „Ästhetik will erarbeitet werden“, ergänzte Fügener.

Das Schlusswort blieb Friedhelm Engler vorbehalten: „Mobilität ist nicht nur Intellekt, sondern auch Herz und Seele“.