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Backstage Design Entwicklung Unternehmen

Designkonzept: Pur und charakterstark

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Im Zuge des Strategieplans PACE!, den Opel-Chef Michael Lohscheller als unseren  „Kompass auf dem Weg hin zu einer nachhaltig erfolgreichen Zukunft“ bezeichnet, schärfen wir auf allen Ebenen das Profil unserer Marke. Das Projekt, das derzeit in unserem Designstudio läuft, steht Pate für das Gesicht und Erscheinungsbild künftiger Opel-Modelle ab Mitte der 2020er Jahre. Und die Design-Vision soll zeigen, in welche Richtung sich Opel als Marke orientiert.

Deutsch, nahbar, aufregend: Diese drei Markenwerte stecken in der DNS aller Opel-Modelle – heute genauso wie in Zukunft. In den vergangenen Monaten haben sich Experten aus den Bereichen Design, Marketing und Engineering intensiv damit befasst, wie unsere Fahrzeuge diese Werte via Formensprache, Technologien und Substanz noch besser verkörpern und zu den Kunden transportieren können. Das Team um Mark Adams hat daraufhin angesichts der Zugehörigkeit zur Groupe PSA an der Markendifferenzierung gearbeitet und die Opel-Designphilosophie weiterentwickelt.

Dabei rückten unsere Designer und Marketing-Experten den Begriff ‚Deutsch‘ in den Mittelpunkt. Dazu lohnt sich zunächst ein Blick auf Deutsches Design im Allgemeinen, steht dieses weltweit doch für visuelle Organisiertheit, für Innovation, für ein Gespür für Proportionen und Präzisionsarbeit bis ins Detail. Das reicht zurück bis zu Dürer, Gutenberg, spiegelt sich im Bauhaus wider oder in der beispielhaften Zeitlosigkeit der Entwürfe von Dieter Rams. 42 Jahre lang war Rams verantwortlicher Produktdesigner der Firma Braun und stellte 10 Thesen für gutes Produktdesign auf. 


  • Gutes Design ist innovativ
  • Gutes Design macht ein Produkt brauchbar
  • Gutes Design ist ästhetisch
  • Gutes Design macht ein Produkt verständlich
  • Gutes Design ist ehrlich
  • Gutes Design ist unaufdringlich
  • Gutes Design ist langlebig
  • Gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail
  • Gutes Design ist umweltfreundlich
  • Gutes Design ist sowenig Design wie möglich

Dass Opel mit fast 120 Jahren deutscher Automobilgeschichte einen Beitrag dazu geleistet hat, steht außer Frage. In Zukunft jedoch wollen wir uns im Hinblick auf unsere deutschen Wettbewerber noch deutlicher differenzieren und positionieren – als nahbare Marke. Auch mit dem Opel-Blog bringen wir diese Nahbarkeit zum Ausdruck. Wir machen Technik-Innovationen zugänglich und setzen den Menschen dabei stets in den Mittelpunkt. Gerade als Volumenhersteller und Marke für alle vollziehen wir gesellschaftliche Veränderungen hierzulande unmittelbar nach. Vor diesem Hintergrund entwickelte unser Design-Team den Begriff ‚Deutsch‘ zur ‚New Germanness‘ weiter.

„Das bedeutet, dass wir uns nicht nur auf traditionelle deutsche Werte berufen. Ausgezeichnete Ingenieurskunst, technische Innovationen und hervorragende Qualität – alles nach wie vor wichtig für uns. Doch das moderne Deutschland ist viel mehr als das. Wir sind weltoffen, frei und fürsorglich – nennen wir es ruhig menschlich. Unser Kompass für alles, was wir tun, sind unsere Kunden – egal wo sie leben oder woher sie stammen“, erklärt Adams. Auch Effizienz und Nachhaltigkeit sind Aspekte, die Deutschland als Ganzes, aber – denkt man zum Beispiel an PACE! oder die anstehenden CO2-Ziele – auch Opel im Speziellen umtreiben.

In dieser Selbstreflexion, geschärften Markenausrichtung und unserer neuen Designvision geht es um Evolution, nicht Revolution. Wir wollen uns auf unsere Stärken besinnen, herauskristallisieren, was die Seele von Opel ausmacht. Dazu haben Mark Adams und sein Designteam unsere Klassikwerkstatt im Werk Rüsselsheim besucht, um in mehrtägigen Workshops der Lösung auf die Spur zu kommen. Die Kreativen aus über 30 Ländern diskutierten äußerst lebhaft. Einzelne Opel-Ikonen rückten dabei vergleichsweise oft in den Mittelpunkt. Modelle, die heute noch Opel-Fans, Zeitzeugen,  Auto-Liebhaber und sogar Anhänger von Fremdfabrikaten zum Schwärmen bringen.

Zwei Kernwerte der zukünftigen Opel-Designphilosophie leiten sich direkt aus dieser ‚New Germanness‘ ab und reflektieren die Ergebnisse dieses Design Thinking Prozesses: ‘pure’ und ‘bold’ – auf Deutsch: ‘pur(istisch)’ und ‘charakterstark’. „Opel-Design ist emotional, skulptural und selbstbewusst. Wir schaffen spannende Formen, die aus der Masse herausstechen mit Fokus aufs Wesentliche. Das nennen wir ‚pure‘. Eine zweite Eigenart deutschen Designs ist die Intuition. Das meinen wir mit ‚bold‘“, präzisiert Adams. Stimmige Proportionen, konsistente Designs, klare Oberflächen, zeitlose Modernität, spannende Linienführung, visuelle Effizienz, skulpturale Formgebung – all das findet sich in der Opel-Historie wieder und reicht bis in die Gegenwart hinein. 

„Pure“ und „Bold“ in Perfektion spiegeln Design-Ikonen wie der Opel CD wider, der 1969 bei der Weltpremiere auf der Frankfurter IAA das internationale Publikum begeisterte. Auch der GT Concept verkörpert das mit „tollen Proportionen, einfachen und dabei skulpturalen Oberflächen, mit der kraftvollen Linienführung und der Beschränkung auf wenige, dafür durchdachte Details. Die Markenstudie 2018, die wir gerade ausarbeiten, führt die Grundprinzipien des GT Concept fort. Die zentralen Opel-Werte bleiben dabei unangefochten. Auf dieser soliden Basis entwickeln wir Schritt für Schritt das künftige Opel-Gesicht. Und das wird definiert durch den ‚Opel-Kompass‘, wie wir es nennen“, erklärt Mark Adams. Das schafft Wiedererkennungswert und ist quasi die Basisformel eines jeden Opel-Modells.

Die Frontansicht unserer künftigen Modelle wird gemäß Opel-Kompass durch zwei prominente Achsen bestimmt, die sich im Markenemblem kreuzen. Der Blitz rückt so mehr denn je in den optischen Mittelpunkt. Die charakteristische Bügelfalte auf der Motorhaube tritt noch prominenter in Erscheinung und repräsentiert die vertikale Achse. Die typisch flügelförmige Grafik des Tagfahrlichts, die auch bei allen kommenden Opel-Modellen eine wichtige Rolle spielen wird, steht als horizontale Achse im Raum.

Wohlgemerkt: Diese Zusammenfassung vermittelt einen Blick auf die Anfangsphase unserer Markenprofilierung und Concept Car-Entwicklung. Dieser Prozess nimmt für  gewöhnlich Monate in Anspruch. Genau diesen Prozess empfinden derzeit Medien aus ganz Europa nach. Ausgewählte Journalisten sollen in die Haut unserer Designer schlüpfen und die Entwicklung eines neuen Markenkonzepts samt Designstudie vorantreiben. Wie unsere Teams saßen die Aktionsteilnehmer zunächst mit vielen Fragezeichen im Kopf vor dem sprichwörtlichen weißen Blatt Papier.

Die Fragen lauteten: Welche Ikonen der Opel-Historie würdet ihr zum Vorbild nehmen? Was sind die verbindenden Elemente, welche charakterisieren die Marke? Und: Wenn ihr auf Basis des Opel-Kompasses ein Auto  entwerfen müsstet, das fit für die 2020er Jahre ist  – wie würde das aussehen? Diese Herausforderung haben unter anderem der YouTube-Kanal Autogefühl (Bild links), die Schweizer Zeitung Blick (Artikel 1 | Artikel 2, Mitte), AutoCar aus Großbritannien und L’argus (rechts) aus Frankreich angenommen. Mit Hilfe unserer Designer verwirklichten sie ihre Gedanken, Ideen und … Träume.

Im nächsten Schritt präsentierten wir die Entwürfe in einer „Sketch Review“ mit Mark Adams und stellten sie unserem Entwurf des neuen Opel Concept Cars gegenüber. Darüber werden wir in Kürze berichten. Ebenso werden wir das neue Gesicht von Opel  im Detail vorstellen – für die Ungeduldigen hier lohnt sich einstweilen die Suche nach den Begriffen „Vizor“ und „Pure Panel“.