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Grandland X Insignia Unternehmen Zafira Life

Kamera an: Mit dem dritten Auge sieht man besser

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Neuer Opel Zafira Life Die Reparatur vom Außenspiegelgehäuse, ein Steinschlag in der Windschutzscheibe oder ein Unfall, der den Kühlergrill in Mitleidenschaft gezogen hat – das sind Fälle, in denen auch im Fahrzeug verbaute Kameras geprüft und gegebenenfalls neu kalibriert werden sollten. Warum aber muss eine Kamera überhaupt derart exakt justiert sein? Heutzutage benötigen einige Assistenzsysteme dieses dritte Auge, je nach Ausstattung auch im Zusammenspiel mit dem Radar wie im Opel Insignia Grand Sport und dem Opel Zafira Life. Da wären etwa der Adaptive Geschwindigkeitsregler (ACC) oder die automatische Gefahrenbremsung (AEB). Kann die Kamera Abstände nicht korrekt zuordnen, funktionieren diese elektronischen Helfer nicht mehr und schalten sich mit einer Fehlermeldung ab – der Fahrer muss sich wieder ausschließlich auf seine beiden Augen verlassen.

Ein weiteres Beispiel: Im Opel Astra arbeiten der Verkehrsschild- und der Spurhalteassistent mit der Kamera. Ist sie falsch eingestellt, stimmt das Verhältnis vom Auto zur Spur nicht oder das Auto erkennt die Schilder nicht und kann nicht auf Geschwindigkeitsbegrenzungen hinweisen.

Kamera-Kalibrierung am Opel Grandland X Muss eine Kamera neu konfiguriert werden, kann die Werkstatt unterschiedliche Methoden anwenden. Das ist zum einen abhängig vom Fahrzeugmodell, zum anderen von der Art der Kameratechnik. Wir haben bei uns Modelle mit einer Frontkamera im Kühlergrill, einer Kamera in der Windschutzscheibe, einer Rückfahrkamera sowie – etwa im Insignia – einem 360-Grad-Kamerasystem im Einsatz. Auch Probleme mit der Elektronik könnten ein Grund dafür sein, eine Kamera erneut zu justieren.

Ein Kameratyp wird zum Beispiel angelernt, indem man fährt. Und zwar idealerweise schneller als 60 Stundenkilometer, auf einer gut ausgebauten Straße ohne allzu viele Kurven und ohne Stau. Dazu wird das Fahrzeug vorher an das Diagnosegerät angeschlossen und der Befehl zur Neukalibrierung erteilt. Die Fahrt an sich kann schon nach fünf Minuten vorbei sein oder eine Stunde dauern – je nach Gegebenheiten. Viel Stop-and-Go-Verkehr in der Stadt beispielsweise oder ein Traktor, der vor einem herfährt, verändern nämlich die oben genannten idealen Bedingungen. Auch starker Schneefall oder Regen verfälschen das Ergebnis und lassen dann die Kalibierzeit anwachsen.

Kamera-Kalibrierung am Opel Grandland X Für eine weitere Methode benötigt die Werkstatt ein sogenanntes „Target“ – gleich bedeutend mit einem Ziel. So nennen wir eine schwarz-weiß gemusterte Leinwand, die in einem festgelegten Abstand mittig vor dem Fahrzeug aufgestellt wird. Für die Frontkamera des Opel Grandland X etwa führt der Mechaniker zunächst die Nahkalibrierung mit exakt 29 Zentimetern Abstand des Targets zum vorderen Stoßfänger durch, dann die Fernvariante aus exakt 1,19 Metern Entfernung.

Kamera-Kalibrierung am Opel Insignia Für die 360-Grad-Kamera des Opel Insignia platziert der Mechaniker schwarze „Teppiche“ mit definierten weißen Vierecken auf dem Boden rund um das Auto. Auch hier gibt es einen ganzen Katalog von Vorgaben: Um das Fahrzeug muss beispielsweise ein 1,45 Meter freier Raum sein und auf dem Fußboden dürfen sich keine hellen Linien befinden, welche den Vorgang beeinträchtigen könnten. Zur Kalibrierung der Kamera im Außenspiegel muss der Teppich einmal so ausgerollt werden, dass das mittlere Viereck auf Höhe des hinteren Reifens liegt. Zudem muss der Teppich 50 Zentimeter entfernt vom Fahrzeug positioniert werden.

Kamera-Kalibrierung am Opel Grandland X Für die Opel-Fachwerkstätten ist das Thema klar und bekannt – für freie Werkstätten generell nicht ganz einfach, da jeder Fahrzeughersteller andere Verfahren und Werkzeuge definiert hat. Es kann zum Beispiel unterschiedliche Kameragenerationen in einem Fahrzeug geben. So muss die Frontkamera dynamisch – also während der Fahrt – angelernt werden, die Kamera in den Außenspiegeln jedoch via Target. Wie so häufig sollte man also die Justierung besser einer mit den definierten Opel-Anforderungen vertrauten Fachwerkstatt überlassen. So ist sichergestellt, dass immer die neuesten Updates der Diagnosesoftware, die Originalteile, die modernsten Service-Informationen und stets aktuelle Fehlercode-Listen vorhanden sind. Und die Experten halten für jedes Modell die richtige Leinwand etc. vor.